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Naturpark-Geschäftsführer Fritz Dänner (rechts), Georg Dederich (Mitte) und Hubertus Dorr beim Aufstellen der Schilder zum Schutz der Wildkatze.

Wildkatzen im Wald lassen

Hinweisschilder im Naturpark Spessart klären auf

„Wildkätzchen im Wald lassen!“ – unter diesem Motto starten der Naturpark Hessischer Spessart und der Bund für Umwelt und Naturschutz eine gemeinsame Kampagne.

Ziel ist es, mit Hilfe von Hinweisschildern an Wanderparkplätzen und weiteren öffentlichen Orten an die Waldbesucher zu appellieren, vermeintlich verwaiste Kätzchen nicht anzufassen oder gar mitzunehmen. Denn neben Rehen, Wildschweinen und Füchsen bekommt in diesen Monaten auch die Europäische Wildkatze Nachwuchs, die im Naturpark Hessischer Spessart beheimatet ist. „Das Muttertier ist in der Regel nicht weit weg, gerade kurz auf Mäusejagd oder versteckt sich in unmittelbarer Nähe“, erklärt Wildkatzenexpertin Susanne Schneider. 

Die neuen Hinweisschilder klären darüber auf, dass in der Region Wildkatzen leben und bitten die Waldbesucher, gesichtete Jungkatzen nicht zu stören und nur aus großer Entfernung zu beobachten. Sichtungen dürfen jedoch gerne dem Naturpark Hessischer Spessart gemeldet werden – für diesen Fall sind auf dem Schild die Kontaktdaten vermerkt. Auch bei Fragen stehen die beiden Stellen gerne zur Verfügung. „Unser Ziel ist es, zu verhindern, dass die grau-getigerten Wildkätzchen aus dem Wald mitgenommen werden. Besonders in den ersten Lebenswochen sehen sie Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich“, informiert Fritz Dänner, Geschäftsführer des Naturparks Hessischer Spessart. 

„Die Tiere landen, sobald sie etwas älter sind und wildkatzentypische Verhaltensweisen zeigen, bestenfalls in Schutzstationen. Das bedeutet für die Kätzchen jedoch enormen Stress. Auch die Ansteckungsgefahr mit Krankheiten ist hoch und kann den Tod für die Tiere bedeuten. Auswilderung zurück in die freie Natur klappt leider nicht immer. Daher gilt: bitte nicht anfassen oder stören.“ rg

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