Wegen des harten Winters ist die Arbeitslosigkeit im Main-Kinzig-Kreis gestiegen (Symbolbild).

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Harter Winter: Arbeitslosenquote steigt auf 4,9 Prozent

Main-Kinzig-Kreis. Der harte Winter macht dem Arbeitsmarkt zu schaffen: Zu Jahresbeginn sind mehr Menschen im Kreis arbeitslos als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote im Hanauer Agenturbezirk stieg auf 4,9 Prozent an.

„Zu Jahresbeginn ist die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen im Hanauer Agenturbezirk wie fast jedes Jahr angestiegen – in beiden Rechtskreisen und in allen Personengruppen. Der harte Winter hat die Arbeitslosigkeit noch verstärkt; sie wird aber in den nächsten Monaten sicher wieder zurückgehen“, so Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hanau.

„Arbeitgeber, die Beschäftigte in Bau- und Außenberufen aus witterungsbedingten Gründen entlassen, um sie später wieder einzustellen, tun sich keinen Gefallen. Denn es gibt einen hohen Bedarf an Fachkräften, so dass sie schnell woanders unterkommen. Lieber sollten Unternehmen Saison-Kurzarbeitergeld nutzen, um gute Leute im Betrieb zu halten.

Zunehmende BeschäftigungsdynamikLaut den Mitte des Monats veröffentlichten Ergebnissen der Arbeitgeberbefragung, dem IAB-Betriebspanel, gibt es eine zunehmende Beschäftigungsdynamik in Hessen. Das bildet sich auch im Hanauer Bezirk ab. Hier ist der Anstieg bei den offenen gemeldeten Stellen sogar der höchste hessenweit.

Die Verschiebungen der Arbeitslosenzahlen zwischen den beiden Rechtskreisen des Sozialgesetzbuches gehen teilweise auf das letzte Änderungsgesetz zurück, nachdem Aufstocker seit Jahresbeginn durch die Arbeitsagenturen betreut und dem SGB III zugeschlagen werden. Veränderungen sind also zum großen Teil keine echten Ab- und Zunahmen, sondern der neuen Zuordnung geschuldet.“

10 746 Menschen melden sich arbeitslos10 746 Personen mussten sich im Hanauer Agenturbezirk im Januar arbeitslos melden, 843 mehr als im Dezember 2016 und 10 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote stieg auf den Wert des Vorjahresmonats an: 4,9 Prozent. Im Dezember lag sie bei 4,5 Prozent. 

Im Bereich der Hauptagentur Hanau waren im Januar 7.665 Personen arbeitslos, 487 Personen mehr als im Dezember 2016. Die Arbeitslosenquote stieg an auf 5,8 Prozent (Vormonat: 5,5 Prozent).

Hanau: Arbeitslosenquote steigt auf 8,5 ProzentIn der Stadt Hanau waren 4.093 Menschen arbeitslos, 216 mehr als im letzten Monat. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,5 Prozent gegenüber 8,0 Prozent im Dezember 2016 und 8,7 Prozent im Januar 2016.

1.736 Personen waren im Bereich der Geschäftsstelle Gelnhausen ohne Arbeit, das waren 165 Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg auf 3,4 Prozent gegenüber 3,1 Prozent im Dezember 2016.

Geschäftsstelle Schlüchtern 1.345 Personen arbeitslosIm Bereich der Geschäftsstelle Schlüchtern waren 1.345 Personen arbeitslos, 191 mehr als im Dezember 2016. Daraus ergab sich eine Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent gegenüber 3,0 Prozent im Vormonat.

Ab Januar 2017 werden Personen, die gleichzeitig Arbeitslosengeld (ALG) I und ALG II beziehen, im Rechtskreis III des Sozialgesetzbuches (SGB) als arbeitslos gezählt. Die sogenannten „Aufstocker“ werden jetzt von der Agentur für Arbeit Hanau vermittlerisch betreut. Vorher waren sie im SGB II angesiedelt und wurden vom Kommunalen Center für Arbeit des Main-Kinzig-Kreises (KCA) betreut. Grund für die Änderung ist das 9. Änderungsgesetzes SGB II.

Daten im April 2017320 Aufstocker wurden im Durchschnitt der letzten fünf Jahre in einem Januar im Hanauer Agenturbezirk gezählt. Dies ermöglicht eine ungefähre Einschätzung, um wie viele Personen der Bestand im Rechtskreis SGB III allein durch den Rechtskreiswechsel der Aufstocker ansteigen kann. Die genaue Zahl an Personen, die im Januar 2017 den Rechtskreis gewechselt haben, steht erst mit den endgültigen Daten zur Grundsicherung im Berichtsmonat April 2017 zur Verfügung.

Diese Änderung muss bei der Betrachtung der Entwicklung in den Rechtskreisen, insbesondere bei der Interpretation von Vergleichen mit davor liegenden Zeiträumen, berücksichtigt werden.

Minus von 138 PersonenBei der Agentur für Arbeit waren im Januar 2016 3.959 Personen arbeitslos gemeldet, 718 Personen mehr als im Dezember 2016. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Anstieg von 128 Personen.

Beim Kommunalen Center für Arbeit des Main-Kinzig-Kreises (KCA) waren im Januar 6.787 Personen arbeitslos gemeldet, 125 mehr als im Dezember 2016. Verglichen mit Januar 2016 ergab sich ein Minus von 138 Personen.

1.282 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslosIm Hanauer Agenturbezirk waren 5.822 Männer arbeitslos gemeldet, 603 mehr als im Dezember 2016 und 146 mehr als im Januar 2016.  4.924 Frauen waren arbeitslos, 240 mehr als im Dezember 2016. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es ein Minus von 156 Personen. 

1.282 Jugendliche unter 25 Jahren waren arbeitslos gemeldet, 136 mehr als im Vormonat und 182 mehr als im Vorjahresmonat. 1.817 über 55-jährige waren im Januar arbeitslos gemeldet, das sind 139 Personen mehr als im Vormonat. Gegenüber Januar 2016 war ein Minus von 11 Personen festzustellen. 

2.843 offene Stellen„Personen im Kontext von Fluchtmigration" sind Ausländerinnen und Ausländer mit einer Aufenthaltsgestattung, einer Aufenthaltserlaubnis Flucht oder einer Duldung. Die meisten Menschen aus diesem Personenkreis kamen in den letzten Jahren aus den Ländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Islamische Republik Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia, Arabische Republik Syrien.877 „Personen im Kontext von Fluchtmigration" waren im Hanauer Agenturbezirk im Monat Januar arbeitslos gemeldet. Das ist ein Anteil von 8,2 Prozent an allen Arbeitslosen. Mehr als vierzig Prozent kommen aus Syrien.

Insgesamt meldeten Arbeitgeber 2.843 offene Stellen bei der Hanauer Arbeitsagentur zur Vermittlung, 36,6 Prozent mehr als im Januar 2016. Im Januar akquirierte der Arbeitgeber-Service 629 neue Stellen, 10,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 682 offene Stellen wurden erledigt, das sind 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

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