Ein Teil der aus Süden kommenden Flugzeuge soll ab Montag einige Städte des Kreises aussparen. Dazu gehören auch Hanau und Maintal.
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Ein Teil der aus Süden kommenden Flugzeuge soll ab Montag einige Städte des Kreises aussparen. Dazu gehören auch Hanau und Maintal.

Vorbeiflug im Süden

Weniger Flüge über Hanau und Maintal: Ab Montag wird neues Verfahren an Frankfurter Flughafen erprobt

Die Deutsche Flugsicherung testet ab kommendem Montag ein anderes Anflugverfahren am Frankfurter Flughafen. Die Landeroute, die die Flugzeuge im Moment großteils über den Main-Kinzig-Kreis führt, wird probehalber ganztägig in den sogenannten „Segmented Approach“ überführt.

Main-Kinzig-Kreis – Das Verfahren wurde schon im Jahr 2010 aus Lärmschutzgründen eingeführt. Das Flugverfahren ermöglicht eine Umfliegung der dicht besiedelten Großstädte Offenbach und Hanau sowie Mainz, indem anfliegende Flugzeuge erst nach dem südlichen Vorbeiflug an diesen Großstädten auf den Endanflug der Südbahn geführt werden.

Das Anflugverfahren wird bisher nur für Verspätungslandungen von 23 bis 0 Uhr angewendet, also in Zeiten, in denen bestenfalls gar keine Flugzeuge landen sollten.

Weitreichende Erkenntnisse bis Herbst

Lufthansa, Fraport und die Deutsche Flugsicherung werden dies probehalber nun auf den Tagesbetrieb für einen Teil der aus Süden kommenden Flugzeuge ausweiten.  Sie werden dazu nicht mehr über große Überflugstrecken über dem Main-Kinzig-Kreis eindrehen, sondern schon früher. Dabei werden sie Hanau und Maintal aussparen.

Die aus Norden kommenden sowie ein Teil der aus Süden kommenden Flugzeuge bleiben allerdings auf der bisherigen Anfluggrundlinie auf die Südbahn. Bis Herbst dieses Jahres sollen weitreichende Erkenntnisse für eine nachhaltige Anwendung der Maßnahme vorliegen.

Eingeschränkter Flugverkehr macht Erprobung möglich

„Für den Main-Kinzig-Kreis sind es gute Nachrichten“, erklärt die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler in einer Mitteilung. „Genau das gehört zu den Forderungen, die wir im Kreis schon lange erheben, im Einklang mit den Bürgerinitiativen der Region.“ Bisher sei das Verfahren tagsüber aus Kapazitätsgründen strikt abgelehnt worden.

Die aktuelle Situation mit stark eingeschränktem Flugverkehr macht jetzt möglich, es zu erproben. „Auch wenn die derzeitige Situation für uns alle nicht einfach ist, so bietet sie für dieses Verfahren eindeutig eine Chance“, erklärt Simmler. Fluglärm bleibe ein Thema für die Menschen im Main-Kinzig-Kreis, auch wenn derzeit coronabedingt deutlich weniger Maschinen in der Luft seien. „Es ist ein Probebetrieb und wir warten die Ergebnisse in Ruhe ab“, erklärt Simmler. „Aber für unseren Kampf gegen Fluglärm ist die breite Erprobung schon jetzt ein großer Schritt nach vorn und eröffnet gute Chancen, die Region tagsüber von Lärm zu entlasten.“ Die Entlastung solle durch Messungen in den nächsten Monaten genauer untersucht werden, wobei die derzeit geringe Zahl an Flugbewegungen die Validität dieser Messdaten erhöhe.  sem

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