Frankfurt ist für die Pendler aus dem Main-Kinzig-Kreis weiterhin das wichtigste Ziel. Das ist das Ergebnis einer IHK-Studie.
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Die Bankenstadt Frankfurt ist für die Pendler aus dem Main-Kinzig-Kreis weiterhin das wichtigste Ziel. Das ist das Ergebnis einer IHK-Studie.

IHK-Studie

Immer mehr Arbeitsplätze im Main-Kinzig-Kreis – Frankfurt bleibt Pendler-Hochburg

  • vonChristian Düncher
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Besonders im Erlensee ist die Zahl der Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren um ein vielfaches gestiegen. Die Bankenstadt Frankfurt bleibt für die Pendler das wichtigste Ziel – so eine Studie der IHK.

Main-Kinzig-Kreis - Nach der aktuellen Auswertung der Daten der Bundesagentur für Arbeit durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern gab es im Jahr 2020 insgesamt 137 323 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Innerhalb von nur sieben Jahren ist die Zahl der Arbeitsplätze im Main-Kinzig-Kreis (MKK) um 18 400 gestiegen.

Das sind – eine Folge vor allem der Corona-Pandemie – 1337 Arbeitsplätze weniger als 2019, aber 16,6 Prozent mehr als 2013, damals waren es erst 118 923 (Stichtag: jeweils 30. Juni). Doch wie viele der Beschäftigten arbeiten wo? Ein Blick auf die Daten der Bundesagentur für Arbeit gewährt einen Eindruck, teilt die IHK mit.

Für viele Pendler aus dem MKK ist Frankfurt weiterhin das wichtigste Ziel. Pendler sind per Definition jene Berufstätigen, die ihren Wohnort verlassen müssen, um zu ihrer Arbeitsstelle zu gelangen. Im vergangenen Jahr pendelten, ohne Berücksichtigung von Homeoffice und Teilzeitbeschäftigung, tagtäglich 33 755 in die Mainmetropole. 2013 waren es 9,7 Prozent weniger. 2020 kamen 7772 dieser Pendler aus Hanau sowie 6870 aus Maintal.

Main-Kinzig-Kreis: Arbeitsplätze nicht nur in Frankfurt – Erlensee mit großem Zuwachs

Doch nicht nur Frankfurt, auch die Kommunen im MKK gewannen über die Jahre für viele Beschäftigte an Bedeutung. „Gerade in Kommunen im MKK, die von einer direkten Autobahnanbindung oder einer guten Schienenanbindung profitieren, entstehen zunehmend Arbeitsplätze“, stellt IHK-Mitarbeiterin Selina Lukas laut Mitteilung fest. „Auch die an vielen Stellen bereits ausgebaute Breitbandanbindung schafft hier mehr Arbeitsplätze“, ergänzt Auszubildende Elma Musanovic.

Den größten Zuwachs an Arbeitsplätzen hat Erlensee. In den vergangenen sieben Jahren entstanden in Erlensee 3296 neue Stellen (7544 insgesamt – ein Plus von 77,6 Prozent). Ebenfalls hohe Anstiege werden in Hanau (+1758 auf 46 337), Maintal (+1536 auf 9.43), Gelnhausen (+1512 auf 14 558), Langenselbold (+1484 auf 5742) und Schlüchtern (+ 883 auf 5976) verzeichnet. Dieses Beschäftigungswachstum quer über die drei „Altkreise“ Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern wirkt sich auf die Pendlerströme aus.

2020 hatten die Kommunen Hanau (9270), Gelnhausen (5372) und Erlensee (1459) einen „Pendler-Überschuss“, also mehr Ein- als Auspendler. 2013 waren es nur Hanau und Gelnhausen. In allen anderen Kommunen pendeln jeden Morgen mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte aus als ein.

Arbeitsplätze im Main-Kinzig-Kreis: Hanau und Frankfurt Spitzenreiter bei Pendlern

Hanau und Frankfurt bleiben dank ihrer vielen Arbeitsplätze weiterhin Spitzenreiter unter den Zielen der im MKK wohnenden Pendler. Nach Hanau zieht es nicht nur Beschäftigte aus dem MKK, sondern auch Arbeitnehmer aus Frankfurt (1966; +19,1 Prozent), Offenbach (888; +24,2 Prozent) und Aschaffenburg (489; +20,2 Prozent). Für die Hanauer Auspendler hat ganz besonders Erlensee an Bedeutung zugenommen. Ihre Zahl verdoppelte sich seit 2013 um 118,7 Prozent auf 597.

Die seit 2013 starken Zuwächse an Arbeitsplätzen in Langenselbold (+ 1484), Rodenbach (+842) und Bruchköbel (+ 753) sowie Hammersbach (+526) erhöhen auch dort die Zahl der Einpendler. Nach Rodenbach zum Beispiel pendeln jeden Tag Beschäftigte aus Hanau (321), Freigericht (107) oder auch Erlensee (106).

„Die vielen neu geschaffenen Arbeitsplätze in der Region tragen dazu bei, dass sich Beschäftigte einen Arbeitsplatz in der Nähe ihres Wohnortes suchen können, Staus reduziert werden und zusätzlich die Umwelt entlastet wird“, so Lukas. Trotz der aktuellen Corona-Pandemie und den leichten Einbrüchen im vergangenen Jahr bleibe zu hoffen, dass sich der Trend in den nächsten Jahren weiter fortsetze, so Lukas.

Main-Kinzig-Kreis: Neben Frankfurt und Hanau auch im Altkreis Gelnhausen mehr Arbeitsplätze

Auch viele Beschäftigte im Altkreis Gelnhausen haben in den vergangenen sieben Jahren mehr Arbeitsplätze in ihrer Umgebung gefunden. Besonders gestiegen ist die Anziehungskraft der Kreisstadt selbst. Unter den 14 558 Beschäftigten in Gelnhausen pendeln überwiegend Beschäftigte aus Gründau (962 gegenüber 2013 ein Plus von 7,5 Prozent), Linsengericht (950, +7,3 Prozent), Wächtersbach (699, 11,1 Prozent) sowie aus Freigericht (612, +11,5 Prozent) ein. Gleichzeitig steigt die Verflechtung zwischen den Kommunen im Kinzigtal: Die 609 neu geschaffenen Arbeitsplätze in Gründau ziehen auch mehr Beschäftigte aus Gelnhausen an (438, +43,1 Prozent). Enger wird zudem die Verbindung in die Wetterau, zum Beispiel zieht es aus Büdingen 216 (+17,4 Prozent) Pendler nach Gründau.

Die Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass viele Pendler aus dem östlichen MKK seit 2013 nicht mehr so weit fahren müssen, sondern näher gelegene Arbeitsplätze gefunden haben. So ist zum Beispiel die Zahl der Auspendler aus Bad Soden-Salmünster nach Hanau um 13,9 Prozent oder aus Schlüchtern nach Frankfurt um 8,4 Prozent gesunken. Die Beschäftigten aus Schlüchtern zieht es eher weiter in den Osten nach Fulda (441 – ein Plus von 33,2 Prozent). Auch nach Flieden im Landkreis Fulda (110) oder Neuhof (87) pendeln viele. Für die Auspendler aus Steinau schafft es Frankfurt nicht mal mehr unter die ersten Fünf der größten Pendlerziele. 2013 lag Frankfurt noch auf Platz drei. Mittlerweile zieht es die Beschäftigten Steinaus immer mehr nach Schlüchtern (537, gegenüber 2013 ein Plus von 15,5 Prozent) oder nach Bad Soden-Salmünster (394, +7,1 Prozent). (cd)

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