Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Symbolfoto: Archiv

Main-Kinzig-Kreis

Hakenkreuz-Prozess: Angeklagter gibt an, Buddhist zu sein

Gelnhausen. Für den Angeklagten war es ein Glückssymbol, für Gericht und Staatsanwaltschaft ein verfassungswidriges Kennzeichen: Ein 50-jähriger Mann aus Gründau ist vom Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er in seinem Hof ein Hakenkreuz verlegt hatte.

Von Andreas ZiegertDie Polizei hatte ihn nach der Entdeckung aufgefordert, das ein Quadratmeter große „Werk“ zu entfernen, was er bis Mitte Februar 2019 auch machte. Ein Zugeständnis sollte das aber nicht sein.

„Ich bin Buddhist und brauche das zum Meditieren“, verteidigte er seine Pflasterarbeiten, die er mit einem Freund durchgeführt haben will. Seiner Ansicht nach war im Hof vor seiner Garage ein Sonnenrad zu sehen, im Buddhismus in der Tat ein Glückssymbol. „Religionsausübung und Kunst“, so die Verteidigungsargumente des Gründauers. Ursprünglich habe er auch noch eine Buddha daneben platzieren wollen.

Gericht verurteilt den 50-Jährigen zu einer Geldstrafe

Danach hakte es allerdings beim Angeklagten: Fragen zu Details der Religion konnte er nicht beantworten, „ich bin erst seit einem Dreivierteljahr Buddhist“, will er sich zuvor auch über andere Religionen informiert haben.

Allerdings half es ihm auch nicht, dass er bei seinem „Kunstwerk“ die waagrechten Linien durchgepflastert und bei den senkrechten Linien immer einen Stein ausgelassen hatte, wie auf den Fotos der Polizei zu erkennen war.

Für Gericht und Staatsanwaltschaft war die Anklage erfüllt: Der 50-jährige Gründauer hatte sich des Verwendens von Kennzeichen von verfassungswidrigen Organisationen schuldig gemacht. Verurteilt wurde er zu einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro.

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