Main-Kinzig-Kreis

Grundstückspreise bundesweit im oberen Drittel

Main-Kinzig-Kreis. Baugrund in München erben, ist wie ein Sechser im Lotto: 2533 Euro kostete dort der Quadratmeter Bauland zuletzt im Schnitt. Für diesen Betrag müssten im Main-Kinzig-Kreis 18,2 Quadratmeter den Besitzer wechseln. Im Schnitt zahlten Käufer nach den Meldungen ans Finanzamt hier rund 139 Euro pro Quadratmeter.

Von Taja Banzhaf

Die Schwankungen zwischen Ost- und Westkreis sind groß. In Hanau beispielsweise gehen Grundstücke in Spitzenlagen für bis zu 600 Euro pro Quadratmeter über den Notartisch, im Schnitt sind es hier gut 300 Euro pro Quadratmeter für erschlossenes Bauland. Der Durchschnittswert für den gesamten Main-Kinzig-Kreis einschließlich Hanau entspricht Platz 124 im bundesweiten Preis-Ranking, unter 403 ausgewerteten kreisfreien Städten und Landkreisen. Am günstigsten kommen Bauherren derzeit im Kreis Elbe-Elster (Brandenburg) an Baugrund: Für 10 Euro ist der Quadratmeter im Schnitt zu haben. Der bundesweite Schnitt liegt bei 131 Euro (Vorjahr: 119 Euro). Tendenz weiter steigend.

Quadratmeterpreise steigen

Es geht aber auch noch ein bisschen teurer: In der statistischen Erfassung wird Bauland nochmals in „baureifes Land“, „Rohbauland“ und „sonstiges Bauland“, das beispielsweise als Freifläche genutzt wird, untergliedert. Die Untergruppe „baureifes Land“, ist die teuerste Form, denn die besagt, dass der Bagger sofort rollen kann, weil die notwendige Erschließung vorhanden ist. Wesentlich günstiger ist Rohbauland, da es sich hier um Grundstücke handelt, die erst in absehbarer Zeit erschlossen werden sollen. Deswegen unterscheiden sich auch die beiden Durchschnittswerte, die die Statistiker für den Main-Kinzig-Kreis angeben: Bauland kostete 2017 im Main-Kinzig-Kreis im Schnitt rund 139 Euro (Vorjahr: 132 Euro), baureifes Land kam sogar auf rund 208 Euro (Vorjahr: 183 Euro).

Diese durchschnittlichen Kaufwerte errechnen sich dabei aus tatsächlichen Grundstücksgeschäften, sind also keine Werte, die Gutachterausschüsse ermitteln. Basis der Berechnung sind die Daten, die zur Berechnung der Grunderwerbsteuer ans Finanzamt gemeldet werden. Das kennt damit die echten Verkaufswerte auf Euro und Cent. Diese Verkaufswerte werden zur Erfassung in der Kaufwerte-Statistik weiter gemeldet.

626 Baugrundstücke im Kreis verkauft

Damit wissen wir, dass 2017 in Hessen exakt 4879 baureife Grundstücke verkauft wurden. Dazu kamen 884 Verkaufsfälle mit Bauerwartungsland, macht zusammen 5763 Käufe und Verkäufe. Der Main-Kinzig-Kreis, der einwohnerstärkste in Hessen, hat daran seinen Anteil: Insgesamt 626 Baugrundstücke wurden hier verkauft, darunter 533 baureife Grundstücke. Bei diesen kostete der Quadratmeter im Schnitt 208,21 Euro. Das waren 25,13 Euro (oder 13,7 Prozent) mehr als im Jahr davor.

Daraus ergab sich als Umsatz für Grundstücksgeschäfte mit baureifen oder bebauten Grundstücken 99,19 Millionen Euro (Vorjahr: 97,50 Millionen Euro). Andere verkaufte Baulandarten sorgten 2017 für 93 Geschäfte mit einem Umsatzvolumen von 30,71 Millionen Euro (Vorjahr: 68 / 20,93 Millionen Euro). Im Bund läpperten sich die Baulandverkäufe auf insgesamt 16,69 Milliarden Euro (davon baureifes Land 14,08 Milliarden Euro).

Landbanking ein sicheres Geschäft

Bleibt noch eine Frage, bei der die Statistik die Antwort aber mangels Erfassung schuldig bleibt. Was macht der Käufer mit dem Bauland? Bauen oder Landbanking? Landbanking heißt, auf wachsende Baulandpreise zu setzen statt das Geld zu Niedrigzinsen auf die Bank zu tragen. Bei der derzeitigen Nachfrage ein sicheres Geschäft. Vor allem, wenn die Warnung vor dem „Flächenfraß“' die Ausweisung von Baugebieten hemmt. Hohe Preise sorgen dann vor allem für kleine Gärten – und damit auch für allenfalls kleine ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere. Da wird's dann beispielsweise eng für bienenfreundliche Blumenpracht und Kinder, die auf der Straße spielen.

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