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Expertin Andrea Eschenbrenner gibt Tipps für Pilz-Sammler

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Geprüfte Pilzexpertin steht mit Rat und Tat zur Seite: Andrea Eschenbrenner hilft bei der sicheren Bestimmung. Rechts im Bild ein Korb mit Hallimasch-Pilzen. Fotos: Eschenbrenner (PM)
Geprüfte Pilzexpertin steht mit Rat und Tat zur Seite: Andrea Eschenbrenner hilft bei der sicheren Bestimmung. Rechts im Bild ein Korb mit Hallimasch-Pilzen. Fotos: Eschenbrenner (PM)

Main-Kinzig-Kreis. Die feuchte Witterung und passende Temperaturen sorgen dafür, dass leckere Mahlzeiten derzeit vor allem in den umliegenden Wäldern als Pilze aus dem Boden sprießen. Das bedeutet auch viel Arbeit für die Pilzberaterin Andrea Eschenbrenner, die besonders Laien vor den teilweise tödlichen Gefahren warnt.

Von Thorsten Becker

Bereits seit einigen Tagen sind sie wieder aktiv: Meist stellen sie ihre Autos auf Wanderparkplätze. Dann öffnen sie den Kofferraum und holen Weidekörbchen hervor. Mit kleinen Messern „bewaffnet“ geht es dann auf die Suche nach den oft sehr schmackhaften Arten wie Sommersteinpilz, Pfifferling oder Goldröhrling. Den Pilzsammlern bietet die Natur derzeit ein Angebot in Hülle und Fülle.

„Dieses Jahr ist es wirklich gut. Der Saisonstart ist hervorragend, sogar Täublinge sind bereits zu sehen“, bestätigt Eschenbrenner. Ganz anders sah es im vergangenen Jahr aus, das viel zu trocken war. So hatte sie sogar im Oktober „viel Mühe“ für eine Pilzausstellung die passenden Ausstellungsobjekte zu finden. „Am 1. Oktober werde ich wieder eine kleine Pilzausstellung beim Obst- und Gartenbauverein in Langenselbold in der Herrnscheune aufbauen“, kündigt Eschenbrenner an.

PilzkundeDie Ronneburgerin ist geprüfte Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Sie kann nicht nur Pilze erkennen und bestimmen sowie ihren Speisewert einschätzen, sondern kennt auch die Grundlagen der Mykologie (Pilzkunde), ökologische Zusammenhänge, Schutzbestimmungen sowie Gesetzesgrundlagen. „Der Regen in den vergangenen Tagen hat dazu geführt, dass die Böden eigentlich noch zu nass sind.

Doch wenn es an diesem Wochenende wieder wärmer wird, dann dürfte es richtig gut werden“, so Eschenbrenner, die Anfängern wie auch fortgeschrittenen Pilzsammlern gerne mit Rat und Tat zur Seite steht. Neben Exkursionen hält sie auch Vorträge oder organisiert Ausstellungen, um die faszinierende Welt dieser Gewächse bekannt zu machen. Vor allem aber ist es ihre Aufgabe, unsichere Sammler davon abzuhalten, schwere oder gar tödliche Fehler zu begehen. „Der Grundsatz lautet: Kann ein Pilz nicht sicher bestimmt werden, darf er auf gar keinen Fall in der Pfanne landen.“

Finger weg von den „Schwammerln“Neben den tödlich giftigen Knollenblätterpilzen lauern nämlich noch viele andere Gefahren auf dem Waldboden. Wer sich nicht auskennt, sollte daher die Finger von den „Schwammerln“ lassen. Ein Fehler, den Eschenbrenner immer wieder anspricht, ist die falsche „Grundausrüstung“. Da Pilze schnell verderbliche Lebensmittel sind, dürfen sie nicht in Plastiktüten gesammelt werden. Ein offener Korb ist auf jeden Fall besser.“

Wer beim Sammeln Glück hatte, dem rät die Expertin auch, die leckeren „Schätze“ zügig zu verwerten. „Einige der essbaren Pilzarten werden schnell ungenießbar, wenn sie zu lange liegen bleiben. Das kann auch zu unangenehmen Begleiterscheinungen, sogar zu Vergiftungen führen.“ Generell sollte bei der Zubereitung darauf geachtet werden, die Pilze „mindestens zehn Minuten gut zu erhitzen“.

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