Viele Apotheker haben keinen Impfstoff mehr. Schuld daran sei eine Zunahme an Impfungen. Symbolfoto: pixabay

Main-Kinzig-Kreis

Engpässe bei Grippeschutzimpfungen - Viele haben keinen Impfstoff

Main-Kinzig-Kreis – Ausdauer ist gefragt bei denjenigen, die noch eine Grippeschutzimpfung bekommen wollen. Bei vielen Apotheken und Ärzten ist derzeit nämlich kein Impfstoff mehr verfügbar. Zahlreiche HA-Leser haben davon berichtet, bei ihren Ärzten keine Impfungen mehr zu erhalten.

Von Michael Bellack

Zuvor hatte das Kreisgesundheitsamt angesichts von zehn Influenzafällen seit Jahresbeginn eine Empfehlung für die Grippeschutzimpfung ausgesprochen. „Es war schon vor zwei Monaten schwierig, Impfungen zu bekommen“, sagte Dr. Maria Haas-Weber, Vorsitzende des Hanauer Ärztevereins. Die Allgemeinmedizinerin mit Praxis in Mittelbuchen sieht aber keinen Anlass zur Sorge. „Wer gesund ist, braucht sich keine Sorgen zu machen“, so Haas-Weber.

Problematik bekannt

Beim Paul-Ehrlich-Institut in Langen kennt man die Problematik zu Beginn des Jahres bereits. „Im Januar sind Engpässe normal“, sagte Susanne Stöcker von der Pressestelle. „Die beste Zeit zum Impfen ist im Oktober. Wer geimpft werden muss, sollte das schon hinter sich haben.“ Bereits im Dezember hätte das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel bundesweit Apotheken und Ärzten angeboten, Impfstoffe aus dem EU-Ausland zu bestellen. Das sei auch stark genutzt worden. Allerdings könne das Institut keine Auskunft darüber geben, wie viel Impfstoff importiert und wohin dieser geliefert wurde. „Wir haben keinen Einblick in die Handelskette“, so Stöcker. Sie stellt aber klar: „Es gibt garantiert noch Impfstoff.“

Sie könne Personen, die sich noch impfen lassen möchten, nur empfehlen, mehrere Ärzte und Apotheken zu kontaktieren und sich in Ärztenetzwerken zu informieren. Welche Ärzte noch über Impfstoffe verfügen und welche nicht, kann auch das Kreisgesundheitsamt nicht sagen. Vermeintliche Engpässe seien jedoch ein bekanntes Problem zum Jahresbeginn.

Zunahme an Impfungen

Hauptgrund für die derzeitigen Engpässe ist laut Maria Haas-Weber die deutliche Zunahme an Impfungen. Die Grippeschutzimpfung erfolgt seit dieser Saison mit einer Vierfach-Impfung, die auch für Kassenpatienten verfügbar ist. Früher sei diese Schwerstkranken und Privatpatienten vorbehalten gewesen. Auch als „maximale Impfbefürworterin“ sieht Haas-Weber aber keinen Grund zur Sorge für Menschen, die nicht geimpft wurden.

„Wichtig ist Prävention“, sagte die Medizinerin. Häufiges Händewaschen, Abstand von hustenden Personen, in die Ellenbogen husten. Mit diesen Grundregeln könne man sich gut schützen. Sollte es dennoch zu einer Infektion kommen, helfen Bettruhe, Obst, Gemüse und gesunde Ernährung.

Bei verfügbaren Impfstoffen hätten zunächst die Risikogruppen Priorität. „Alte Menschen, Krankenpfleger oder chronisch Kranke haben Vorrang bei der Impfung“, sagte Haas-Weber. Risikopatienten habe sie, ähnlich wie die meisten Hausärzte, bereits vor einiger Zeit versorgt.

Ohnehin würden sich die Grippeinfektionen derzeit noch in Grenzen halten. Laut Kreisgesundheitsamt wurden seit Jahreswechsel zehn Influenzafälle gemeldet. „Bisher sind die Grippeaktivitäten nicht besonders angestiegen“, so Haas-Weber. Das werde sich in den kommenden Wochen aller Voraussicht nach aber noch ändern.

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