Beratungsstätte am Rathaus Hammersbach: Das Präventionsmobil des Hessischen Landeskriminalamts ist derzeit auf Tour im Main-Kinzig-Kreis und steuert dabei immer öffentliche Plätze an. Foto: Thomas Seifert

Main-Kinzig-Kreis

Einbruchschutz: Präventionsmobil tourt durch den Kreis

Main-Kinzig-Kreis. Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der Wohnungseinbrüche geht seit drei Jahren kontinuierlich zurück. Die schlechte Nachricht: Wer einmal Opfer eines Einbruchs geworden ist, dessen Sicherheitsgefühl ist nachhaltig beschädigt. Deshalb setzt die Polizei verstärkt auf Prävention.

Von Thomas Seifert

Seit etwa sechs Jahren tourt das Präventionsmobil des Hessischen Landeskriminalamts durch das Land. Dort können Bürger erste Informationen und praktische Tipps für einen wirksamen Einbruchschutz bekommen, berichtete Polizeihauptkommissar Stefan Adelmann dem Hanauer Anzeiger auf dem Parkplatz des Rathauses Hammersbach, wo das Mobil am Dienstag Station machte.

Zusammen mit einem Kollegen aus Offenbach wartete Adelmann dort vier Stunden lang auf beratungswillige Bürger, „im Schnitt sind es so um die 20 am Tag“. Normalerweise ist Adelmann entweder in seinem „Showroom“ im Gebäude der Polizeidirektion Main-Kinzig am Freiheitsplatz in Hanau anzutreffen. wo er verschiedene Systeme auch vorführen kann. Oder er ist auf Außentermin, denn der Polizeihauptkommissar berät Privatleute und Gewerbetreibende auch direkt vor Ort.

Bis zu 70 Gespräche im Monat

„Das Präventionsmobil soll ein erster Anlaufpunkt vor Ort sein, in dem Bürger sich über die verschiedensten Methoden und Systeme der Wohnungs-, Haus- oder Gewerberäume-Sicherung informieren können“, erklärt Adelmann. „Die Beratung ist völlig kostenfrei, stets auf dem neuesten technischen Stand und natürlich neutral. Ist Interesse vorhanden, eine Sicherung einzubauen oder einbauen zu lassen, so haben wir eine Liste mit Fachbetrieben vorbereitet, die auf die Einhaltung der gängigen Vorschriften verpflichtet worden sind“, fügte der Polizeihauptkommissar hinzu.

Seit 1980 ist Adelmann bei der Polizei, seit etwa neun Jahren hat er sich auf die Beratung von Präventionsmaßnahmen gegen Einbrüche spezialisiert. „In der Regel führe ich 30 bis 40 Beratungsgespräche pro Monat. In den Ferien weniger, ansonsten können es auch bis zu 70 Gespräche pro Monat werden“, stellte der Fachmann fest.

Einbruchszahl gesunken

In der Regel dauert so eine Beratung etwa eine Stunde, vor Ort könne es aber auch länger werden, vor allem wenn es sich um ein größeres Objekt handele. „Etwa Dreiviertel der Beratungsgespräche führe ich mit Privatleuten, der Rest sind Gewerbetreibende und Selbstständige“, berichtet der Polizeihauptkommissar. Obwohl von 2016 bis 2018 die Einbrüche in Gebäude pro Jahr um fünf bis zehn Prozent abgenommen haben, sei solch ein Ereignis vor allem für Privatleute sehr belastend, weil das Sicherheitsgefühl arg in Mitleidenschaft gezogen werde, auch wenn den Langfingern nichts in die Hände gefallen ist.

„Allein der Gedanke, dass Fremde in der Wohnung oder im Haus waren, fühlt sich für ganz viele Menschen besonders schlecht an“, weiß Adelmann. Bei Einbrüchen in Gewerberäume sei das etwas anders, dort ginge man eher wieder zur Tagesordnung über.

Alarmanlage gut einstellen

Ziel der Prävention sei aber, es erst gar nicht zu einem erfolgreichen „Bruch“ kommen zu lassen. „Vor allem verschiedenste mechanische Systeme, die nicht teuer sein müssen und die man selbst anbringen kann, können schon viele Einbrüche verhindern. Denn die Gauner wollen ganz schnell in ein Objekt eindringen und auch schnell wieder weg sein. Machen ein Fenster oder eine Tür dann mehr Widerstand wie geplant, geben die Einbrecher in fast allen Fällen sofort auf“, so die Erfahrung der Spezialisten bei der Polizei.

Eine Alarmanlage dagegen müsste oft zum Beispiel wegen Vögeln, die gegen eine Scheibe fliegen könnten, so eingestellt werden, dass sie erst anspricht, wenn das Fenster oder die Tür geknackt sind, weiß Adelmann aus Erfahrung. Der Polizeihauptkommissar und seine Kollegen in den Direktionen wollen den Bürger bei der Beratung auch die Angst vor horrenden Kosten der Einbruchssicherung nehmen.

„Es gibt schon viele preisgünstige Systeme, die sehr wirkungsvoll sind. Will man dann einen Einbruch zu 99 Prozent verhindern, dann können je nach Gegebenheit schon Summen ab 3000 Euro aufwärts anfallen“, rechnet Stefan Adelmann vor.

Aufträge bei Gewerbeobjekten

Wie viel man letztlich ausgeben will, sei aber Sache des Haus- oder Wohnungseigentümers. Auch für Mieter, deren Vermieter vor einer Investition zurückschrecken, gebe es Systeme, die bei einem Umzug ganz einfach abmontiert und mitgenommen werden können, fügt der Experte hinzu. Bei Gewerbeobjekten sei auffällig, dass ähnlich wie bei Autos gezielt „Aufträge“ abgearbeitet würden, so der Einbruchexperte.

Ein Beispiel: Bei „Besuchen“ in Zahnarztpraxen hätten es die Langfinger zum Beispiel eine Zeit lang nur auf die Köpfe der High-Tech-Bohrer abgesehen. Solche gezielten Einbrüche würde die Polizei verstärkt beobachten. Allerdings seien diese Schäden in der Regel durch die Versicherung abgedeckt, stellte Stefan Adelmann fest. Mit Stefan Adelmann können unter der Telefonnummer 0 61 81/10 02 33 jederzeit Beratungstermine vor Ort oder im Gebäude der Polizeidirektion Main-Kinzig in Hanau am Freiheitsplatz vereinbart werden.

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