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Drohne soll Kitze vor dem Tod bewahren

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Die Drohne ist ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, die den Helfern zeigt, wo ein Jungtier liegt. Foto: Strott-Heinrich
Die Drohne ist ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, die den Helfern zeigt, wo ein Jungtier liegt. Foto: Strott-Heinrich

Schlüchtern. Rehkitze sollen nicht Opfer von Mähmaschinen werden. Deshalb setzt die Kitzrettung-Hilfe Schlüchtern auf eine mit Wärmebildkamera ausgestattete Drohne.

Von Margit Strott-Heinrich (KN)

„Kitze dürfen kein Abfallprodukt der Heuernte sein“, sagt Petra Hild, Helferin bei einer Aktion der Kitzrettung-Hilfe. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, junge Rehe auf Feldern vor Mähmaschinen zu retten. Gerade zwischen Mai und Juni sei es für den Rehwild-Nachwuchs besonders gefährlich.

Die Kitzrettung-Hilfe gründete sich im März dieses Jahres. Initiator war Hans-Ullrich Weidner, Vorsitzender der Jagdvereinigung Lauterbach. „Ich habe mich schon seit meinem 13. Lebensjahr um Kitzrettung gekümmert“, sagt er.Rechtzeitig informieren Gemeinsam mit der Tierschutzbeauftragten der Jägervereinigung Lauterbach, Katharina Jacob, lud der 70-Jährige Jäger, Tier- und Naturschützer, Landwirte sowie Politiker ein, um sich der Aktion anzuschließen. Weidner und seine Helfer wollen sich dafür stark machen, dass Rehkitze nicht Opfer von Mähmaschinen werden.„Am besten sollten uns die Landwirte zwei Tage vor dem Mähen informieren“, so Katharina Jacob. Dann wird kurzfristig ein Helferteam zusammengerufen, das die Wiesen abläuft und nach dort abgelegten Kitzen sucht. Bei der Aktion im Schlüchterner Stadtteil Gomfritz kamen dazu hoch technische Gerätschaften zum Einsatz: eine mit Wärmebildkamera ausgestattete Drohne vom RC-Modellbaukeller Fuchs aus Gelnhausen. Jüngere Kitze bleiben liegenAuch an diesem Tag wurde ein Kitz geortet, dieses bedurfte aufgrund des Alters jedoch keine Hilfe mehr. Wenn Kitze etwa vier bis fünf Wochen alt sind, flüchten sie, sobald sie Witterung aufnehmen. Jüngere Kitze hingegen stünden nicht auf und seien selbst dann, wenn die Helfer der Kitz-Rettung das Gelände abschreiten, kaum zu sehen, weil sie durch ihr geflecktes Fell getarnt sind.Dass die Ricken ihre Kitze allein lassen, diene dem Schutz ihres Nachwuchses. Die Muttertiere seien nur zum Säugen bei ihren Jungen. So werde verhindert, dass potenzielle Feinde auf die Jungtiere aufmerksam werden. Da die Kitze keinen Eigengeruch haben, werden sie von der Mutter abgeleckt, die dann durch diesen Geruch ihr Junges jederzeit wiedererkennt.Kitz nicht mit bloßen Händen anfassenDie Kitzretter wiesen deshalb darauf hin, ein gefundenes Kitz nicht mit bloßen Händen anzufassen. Dabei nehme das Reh den Menschengeruch an und werde in der Folge von der Mutter verstoßen. Wenn ein Kitz Hilfe braucht, schreit es. In diesem Falle sollte ein Förster, die Polizei, eine Wildtierpflegestationen oder die Kitzrettung informiert werden.Bei den Einsätzen laufen die Kitzretter im Abstand von einer Armlänge über die Wiese und suchen gemeinsam den Boden ab. In Gomfritz kamen Helfer unter anderem aus Schlüchtern, Hutten, Hintersteinau und sogar aus Königstein im Taunus zum Einsatz. Die Aktionen der Kitzretter erfolgen mittlerweile weit über die Grenzen des Vogelsbergs hinaus.Wenn die Kitzretter ein Reh finden, wird es vor dem Mähen in Sicherheit gebracht. Dazu tragen sie Gummihandschuhe und setzen die Jungtiere in einen mit Heu ausgelegten Karton. Dort bleibt es bis nach dem Mähen. Danach wird es am Waldrand im Schatten wieder abgelegt. 

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