Gelnhausen

Drei Frauen misshandelt: Schläger kommt davon

Gelnhausen. Obwohl er nur auf Bewährung auf freiem Fuß war, wurde er nicht ins Gefängnis geschickt: Ein Mann, der in Wächtersbach Frauen misshandelt haben soll, ist selbst mit einem „blauen Auge“ davongekommen. Die teilweise sehr brutalen Übergriffe hatte er vor Gericht gestanden.

Im Gerichtssaal zeigte er Reue, doch die Fotos von seinen Opfern offenbarten sein wahres Gesicht: Ein 37-Jähriger hat drei Frauen im vergangenen Jahr brutal misshandelt und musste sich wegen mehrfacher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Gelnhausen verantworten.

Es war eine ungewöhnliche Vierer-Konstellation, die in Wächtersbach unter einem Dach lebte: Neben seiner inzwischen geschiedenen Frau gehörten auch seine ehemalige Lebensgefährtin und deren Mutter zur Wohngemeinschaft. Und zumindest im Frühjahr des vergangenen Jahres war das Zusammenleben alles andere als friedlich.

Sechs Anklagepunkte hatte Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze vorgetragen, die drei Frauen hatten sich teils mit Nasen- und Jochbeinbrüchen in Krankenhäusern behandeln lassen müssen.

Ein Vorfall hatte sich am 30. März 2016 zugetragen: Nach einem Faustschlag ins Gesicht hatte er einer der Frauen gedroht, ihr mit einem Messer die Zunge herauszuschneiden. Bereits drei Wochen vorher bestrafte er eine „Mitbewohnerin“, weil sich diese von seinem Hund über einen Acker hat ziehen lassen.

Besonders brutal ging der Angeklagte am 3. April vor: Nach einem Streit beim Essen schlug er den Kopf einer Frau abwechselnd gegen Herd und Spüle, einer anderen hat er zehn Faustschläge ins Gesicht versetzt und anschließend gedroht, sie umzubringen.

In der Verhandlung legte er gleich zu Beginn ein Geständnis ab und ersparte damit zumindest den Frauen Aussagen vor Gericht. Außerdem legte er einen Arbeitsvertrag für einen Aushilfsjob vor.

„Sie stehen mit dem Rücken an der Wand“, erklärte die Vorsitzende Richterin des Schöffengerichts, Petra Ockert, bei der Urteilsverkündung. Zuvor hatte sich das Gericht dazu durchgerungen, dem Antrag von Oberstaatsanwaltschaft Heinze zu folgen und die zweijährige Freiheitsstrafe für fünf Jahre zur Bewährung auszusetzen.

Diese Chance hatte der zigfach vorbestrafte 37-Jährige schon einmal bekommen: Wegen Körperverletzung und Bedrohung war er vor vier Jahren zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, die Bewährung hierfür war  zur Tatzeit noch nicht abgelaufen. (az) 

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