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Deshalb macht Alexander Noll keinen Straßenwahlkampf

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Alexander Noll verzichtet bewusst auf den Straßenwahlkampf. Archivfoto: Backhaus-Arnold
Alexander Noll verzichtet bewusst auf den Straßenwahlkampf. Archivfoto: Backhaus-Arnold

Main-Kinzig-Kreis. Die meisten Landratskandidaten gehen auf die Straße und machen dort Wahlkampf und Werbung für sich. Doch warum verzichtet FDP-Kandidat Alexander Noll auf den Straßenwahlkampf? Im Interview nennt er seine Gründe.

Von Oliver Hack

Eigentlich wollte der HA in dieser Serie zum Landratswahlkampf alle sechs Kandidaten für eine kleine Weile auf der Straße begleiten, wenn diese mit den Bürgern ins Gespräch kommen beziehungsweise für ihre Kampagne draußen arbeiten. FDP-Kandidat Alexander Noll hat sich dafür entschieden, keinen Straßenwahlkampf zu machen.Daher haben wir entschieden, ihm kurz vor dem Endspurt zum Wahltermin am 5. März – abseits der Straße – ein paar Fragen zu stellen.

Herr Noll, die meisten Ihrer Kollegen bauen an Straßen, Markt- und Parkplätzen ihre Info-Stände auf, um mit den Wählern in Kontakt zu treten. Warum Sie nicht?„Ich bin nicht davon überzeugt, dass Straßenwahlkampf das überragende Wahlkampfmittel ist. Ich werde von Vereinen, Verbänden und Wählergruppen zu Diskussionen eingeladen. Ich betreibe Pressearbeit, um meine Standpunkte öffentlich zu vertreten. Ich habe an den öffentlichen Podiumsdiskussionen in Hanau und in Schlüchtern teilgenommen, worüber breit berichtet wurde.Meine Plakate hängen kreisweit. Auch bin ich in Sachen Social Media aktiv. Es gibt also eine Vielzahl der Darstellungsmöglichkeiten. Die Möglichkeit der öffentlichen Darstellung besteht zwischen Nachbarschaftskaffee und Ansprache von Zielgruppen, was ich auch nutze. Beim Straßenwahlkampf erreichen Sie letztendlich weniger Menschen. Nur wenige interessieren sich tatsächlich dafür, auf der Straße Informaterial in die Hand zu bekommen oder angesprochen zu werden. Die Wahlentscheidung wird anders getroffen.“

Und wie läuft Ihre Kampagne? Sind Sie zufrieden?„Ich bin mit meinem Wahlkampf durchaus zufrieden. Es gilt für mich, sowohl berufliche Verpflichtungen als auch Wahlkampf miteinander in Einklang zu bringen. Andere Mitbewerber können sich ausschließlich ihrem Wahlkampf widmen. Ich nicht. Dennoch erhalte ich viel Zuspruch und Unterstützung durch Bürger, die in ihrem Umfeld und Freundeskreis Werbung für mich machen. Das stimmt zuversichtlich.“

Sie werben für sich auf den Straßenplakaten mit dem Slogan „Ich kann Landrat“. Was müssen Sie denn dafür können?„Aus meiner Sicht ist es erforderlich, für die Ausübung eines solchen Wahlamtes und Berufes entsprechende Qualifikation mitzubringen. Der Landrat ist Chef der Kreisverwaltung. Also sollte man erwarten, dass er zumindest die berufliche Qualifikation mitbringt, die die Mehrzahl der Kreisbeschäftigten selbst einbringt.Ich bin Diplomverwaltungswirt und habe ein weiteres Studium zum Master of Public Administration an der Universität Kassel absolviert. Ich habe fast 30 Jahre Berufserfahrung in Führungspositionen der öffentlichen Verwaltung. Ich gehörte fünf Jahre dem Hessischen Landtag an und war in dieser Zeit finanzpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Seit 2014 lehre ich an der Hochschule für Polizei und Verwaltung Ökonomie. Das sind gute Voraussetzungen dafür, das Amt des Landrates kompetent auszuüben.“Wie sieht für Sie Ihre letzte Wahlkampfwoche aus?„Neben meinem Vorlesungsbetrieb an der Hochschule für Polizei und Verwaltung werde ich noch eine Reihe von Veranstaltungen besuchen. Morgen etwa gibt es Heringsessen bei der FDP in Maintal und in Hanau. Beide öffentlichen Veranstaltungen werde ich besuchen und dort Rede und Antwort stehen. Es wird noch eine Zielgruppenaktion geben. Der Wahlkampf läuft weiter bis zum Wahlsonntag.“

Welches Ergebnis hoffen Sie, für sich am Sonntag zu erzielen?„Ich hoffe auf ein Ergebnis, das mich in die Stichwahl führt, denn eine Stichwahl wird es geben. Im Wahlkampf setzt man auf Sieg. Ich auch.“

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