Wechsel geplant: Andreas Hofmann ist bereit, das Amt des SPD-Unterbezirksvorsitzenden von Christoph Degen (rechts) übernehmen.
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Wechsel geplant: Andreas Hofmann ist bereit, das Amt des SPD-Unterbezirksvorsitzenden von Christoph Degen (rechts) übernehmen.

SPD Main-Kinzig

Degen verkündet überraschend seinen Amtsverzicht

  • Thorsten Becker
    vonThorsten Becker
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Christoph Degen will das Amt als oberster Sozialdemokrat im Kreis abgeben. „Ich werde nicht erneut als Vorsitzender kandidieren“, erklärt Degen. Er kandidiere nicht mehr, bringe aber einen Vorschlag für seine Nachfolge mit: Andreas Hofmann, Bürgermeister von Ronneburg, soll möglichst noch im Mai vom Unterbezirksparteitag zum neuen SPD-Vorsitzenden gewählt werden.

Main-Kinzig-Kreis - Dieser geplante Personalwechsel nun offiziell bekannt geworden, als sich Degen und Hofmann gemeinsam in einem Schreiben an die kommunalen Verbände der SPD wenden und ausführlich über Gründe und Ziele informieren. „Für mich ist ganz klar: Ich gehe auf gar keinen Fall aus Groll, denn wir sind ein tolles Team“, betont Degen auf Anfrage unserer Zeitung. Der 41-jährige Landtagsabgeordnete blickt daher zufrieden auf seine siebenjährige Tätigkeit zurück, nachdem er den Unterbezirksvorsitz von Andre Kavai übernommen hatte und zweimal bestätigt wurde. Als Grund für den Wechsel nennt Degen seine Arbeit als Generalsekretär der Landes-SPD sowie die weiteren Ehrenämter im Kreistag sowie der Neuberger Gemeindevertretung. Da 2023 die nächste Landtagswahl ansteht, sei er darauf „voll fokussiert“ und müsse als Generalsekretär für „diese Mission“ anderswo Abstriche machen. So sei bislang noch nicht geklärt, ob er wieder für den Kreisausschuss kandidiert. Keinen Zweifel lässt er daran, dass er in seiner Heimatgemeinde weiter im Parlament arbeitet. „Dort stehe ich im Wort.“

Degen nennt seine Gründe

Eigentlich habe er bereits im vergangenen Jahr das Parteiamt abgeben wollen – durch die Pandemie sei ein Unterbezirksparteitag nicht möglich gewesen, so Degen. „Ich bin daher froh, dass Andreas Hofmann bereit ist, für dieses Amt zu kandidieren – ich vertraue ihm uneingeschränkt“, sagt er über seinen designierten Nachfolger. Dieser Personalvorschlag sei bereits vor einigen Tagen dem Vorstand der Kreis-SPD unterbreitet worden. Hofmann ist sich derweil der Aufgabe bewusst, den Unterbezirk mit rund 3400 Mitgliedern zu führen. Schließlich hat er bereits als Kreisgeschäftsführer Erfahrungen gesammelt. Seit 2012 ist er Bürgermeister von Ronneburg, seit März erneut Kreistagsabgeordneter. „Mir ist wichtig, einen Beitrag zu leisten, dass die starke SPD im Main-Kinzig-Kreis, die führende Kraft bleibt – politisch und inhaltlich.“ Zwischen Maintal und Sinntal stellen die Sozialdemokraten Landrat und die Erste Kreisbeigeordnete sowie mit 14 direkt gewählten Rathauschefs fast die absolute Mehrheit der Bürgermeister. Nach dem Willen von Hofmann soll das so bleiben, wie er im Gespräch betont: „Ich gehe mit Herzblut an die Sache.“

Andreas Hofmann soll Nachfolger werden

Entgegen den Bundes- und Landestrends sei es der SPD gelungen, „erfolgreich Wahlen zu bestreiten“, was auch die stattliche Anzahl hauptamtlicher Mandatsträger zeige. „Dies bedeutet aus meiner Sicht, dass die SPD Main-Kinzig mit ihrem Führungspersonal in der Vergangenheit vieles richtig gemacht hat, weshalb Kontinuität erforderlich ist. Meine Person steht als Typ des ‘Optimierers’ für die Fortführung des Guten und einer Weiterentwicklung der Parteiarbeit“, so der 43-Jährige.

Der Fahrplan für den Wechsel ist bereits ausgearbeitet. So steht die offizielle Nominierung von Hofmann auf der Tagesordnung des Unterbezirksvorstands, der am Montag, 10. Mai digital tagt. „Für Freitag, 28. Mai, laden wir zum Parteitag mit Vorstandswahlen ein“, kündigt Degen an.

Allerdings gebe es noch Unsicherheiten: „Nach derzeitigem Stand wollen wir einen Parteitag unter freiem Himmel ausprobieren.“ Dazu würden die bereits im vergangenen Jahr von den Stadt- und Ortsverbänden gewählten Delegierten eingeladen. Allerdings betonen Degen und Hofmann, dass die Kreis-SPD nach der Pandemie wieder vom Delegiertensystem abkommen und dann wieder Mitgliederversammlungen abhalten wolle. (Von Thorsten Becker)

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