Mitarbeiter vom Bayerischen Roten Kreuz nehmen an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 8 (A8) an der Rastanlage Hochfelln-Nord einen Abstrich.
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Reiserückkehrer aus Risikogebieten sorgten in den vergangenen Tagen für einen Anstieg der Corona-Zahlen im Main-Kinzig-Kreis.

Corona-Pandemie

Coronavirus-Fälle im Main-Kinzig-Kreis steigen - Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Visier

Schon vor den Ferien haben Reiserückkehrer aus Risikogebieten das Coronavirus mit in den Kreis gebracht und für eine Häufung von Fällen gesorgt. Mit dem Einsetzen des Rückreiseverkehrs nach der ersten Hälfte der hessischen Sommerferien beobachtet der Kreis nun erneut einen Anstieg der Fallzahlen.

  • Im Main-Kinzig-Kreis steigen die Corona-Zahlen.
  • Viele Fälle sind auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückzuführen.

Vor den Sommerferien gingen rund zwei Drittel aller Neuinfektionen auf Rückkehrer aus Risikogebieten zurück. Zwar hatte sich die Lage dann zu Beginn der Ferien zunächst beruhigt. Allerdings nur vorübergehend.

„Die meisten der 36 gemeldeten Neuinfektionen in den vergangenen zwei Wochen gingen auf Reiserückkehrer zurück, und von diesen wiederum kamen fast alle aus Risikogebieten“, meldet Frank Walzer, Pressesprecher des Kreises, in dieser Woche auf Nachfrage unserer Zeitung.

Main-Kinzig-Kreis: Rückkehrer aus Risikogebieten nehmen Meldepflicht ernst

Positiv bewertet Landrat Thorsten Stolz (SPD), dass Rückkehrer ihre Meldepflicht vermehrt wahrnehmen. „Wir bemerken eine deutliche Zunahme an Meldungen beim Gesundheitsamt von Einzelnen oder ganzen Familien, die sich in einem Risikogebiet für Covid-19 aufgehalten haben.“

Gingen beim Kreis bis vor kurzem wöchentlich durchschnittlich 80 Meldungen ein, so lag die Zahl in der dritten Sommerferienwoche schon doppelt so hoch. Gleichzeitig sieht sich der Kreis in seinen Befürchtungen bestätigt, dass durch Reisen im Sommer das Infektionsgeschehen wieder Fahrt aufnimmt.

Covid-Infektionen im Main-Kinzig-Kreis durch Rückkehrer aus Risikogebieten

Der Kreis hatte bereits am 7. Juli eine Allgemeinverfügung zum Umgang mit Reiserückkehrern aus Risikogebieten herausgegeben (wir berichteten). Hintergrund war eine Häufung von Covid-Fällen.

Die meisten Infektionswege konnten dabei in den letzten beiden Juni-Wochen auf Reiserückkehrer aus solchen Regionen zurückgeführt werden, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete eingestuft hat. Unter anderem hatte das Gesundheitsamt in den Wochen vor den Sommerferien Schulklassen in Quarantäne schicken beziehungsweise in Biebergemünd sogar eine komplette Schule schließen müssen.

Main-Kinzig-Kreis hat Auflagen für Rückkehrer aus Risikogebieten verstärkt

„Aus unserer Sicht haben wir vor den Ferien in noch recht kleiner Dimension erleben müssen, was sich insbesondere im Regelbetrieb aller Schulen nach den Ferien potenzieren dürfte“, so die Befürchtung aufseiten der Kreisverwaltung.

Daher hatte der Landkreis die Auflagen für Reiserückkehrer verschärft, vor allem mit Blick auf sensible Einrichtungen wie Schulen und Kitas, aber auch Krankenhäuser und stationäre Pflegeheime. So dürfen Angehörige von Reiserückkehrern, die im selben Haushalt wohnen, solche Einrichtungen bis zu 14 Tagen nicht betreten.

Rückkehrer aus Risikogebieten müssen sich beim Gesundheitsamt melden

Wer aus einem Risikogebiet zurückkommt, muss sich nach der Einreise in Hessen beim Gesundheitsamt melden. Dies ist über ein Online-Kontaktformular möglich. Zudem gilt die vorsorgliche häusliche Isolierung; das weitere Vorgehen wird dann über das Team des Gesundheitsamtes mitgeteilt.

„Damit ist die Problematik aber eben nicht beseitigt, dass Einreisende das Virus wieder mit ins Kreisgebiet bringen können“, konstatiert Pressesprecher Walzer. Zu bedenken sei auch, dass die Rückkehr aus Österreich, Spanien oder den Niederlanden derzeit nicht gemeldet werden muss. Der Kreis sieht deshalb weiteren Handlungsbedarf. kd

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