+
Jeder kann mitmachen: Timotheus Barchanski von Fridays for Future, Jessica Schmidt von der Grünen Jugend und Marie-Therese Samer von der Jungen Union (von links) sind im Organisationsteam der Hilfsaktion und hängen Flyer im integrativen Wohnpark in Erlensee auf.

Corona-Krise

Parteienübergreifende Solidarität: Jugendorganisationen des Main-Kinzig-Kreises bieten Risikogruppen Hilfe an

  • schließen

Gerade für ältere, chronisch Kranke oder Menschen mit Immunschwächen kann eine Ansteckung mit dem Coronavirus einen schwereren Verlauf nehmen. Daher haben sich nun auch Jugendorganisationen im Main-Kinzig-Kreis organisiert, um Menschen aus den Risikogruppen ihre Hilfe anzubieten.

Initiiert hatte die Aktion am Sonntag Jessica Schmidt von der Grünen Jugend. „Ich habe auf Twitter gesehen, dass Jugendorganisationen im Werra-Meißner-Kreis sich zusammenschließen, um Bedürftigen zu helfen und fand die Idee ziemlich gut“, sagt die 25-Jährige. Kurzerhand richtete sie eine WhatsApp-Gruppe ein und kontaktierte Mitglieder anderer Jugendorganisationen im Main-Kinzig-Kreis. 

„Jetzt machen ja viele Hilfsangebote die Runde, wobei ich mir vorstellen kann, dass ältere Leute diesen aufgrund der hohen Kriminalitätsrate bei Betrugsmaschen wie dem Enkeltrick nicht trauen“, sagt Schmidt. „Von Parteien ist das offizieller. Wir hoffen, dass die Menschen unsere Hilfe dadurch gern annehmen.“ 

Parteiübergreifende Hilfe

So hat sie neben ihren Parteikollegen der Jungen Grünen, auch Mitglieder der Jusos, der Jungen Liberalen, der Jungen Union, der Partei, aber auch anderer Jugendorganisationen wie Fridays for Future oder der Jugend für Bruchköbel ins Boot geholt. „Das Gute an unserer Aktion ist auch, dass Parteien aus dem gesamten Spektrum dabei sind. Dabei ist es völlig egal, ob die wie die Jungen Liberalen oder die Junge Union, politisch komplett konträr beispielsweise auch zu den Grünen oder zu uns sind“, sagt der Kreisvorsitzende der Partei Main-Kinzig, Thimotheus Barchanski. „Wir lassen das alles außen vor und helfen gemeinsam bedürftigen Menschen.“ 

Der 19-Jährige ist auch in der Organisationsgruppe von Fridays for Future aktiv und koordiniert mit Parteikollege Jerry Paul, Jessica Schmidt und sieben anderen die eingehenden Anfragen und Hilfsangebote. Dabei helfen auch die Organisatoren selbst als Einkaufshelfer mit: „Wir sind jung und fit und das sollte man auch nutzen, um andere zu unterstützen, damit sie gesund bleiben und sich keiner Gefahr aussetzen müssen“, sagt Paul. Er war bevor das Projekt angelaufen ist, schon für seine Eltern und ältere Nachbarn im integrativen Wohnpark in Erlensee einkaufen. 

Helfer greifen auf die neusten Methoden zurück

So lange eine akute Gesundheitsgefahr wegen des Coronavirus besteht, will er das auch für andere übernehmen. Mitmachen kann jeder, egal welchen Alters oder ob er sich in einer Jugendorganisation engagiert: „Wir wollen da niemanden ausschließen, nur Menschen, die selbst zur ‧Risikogruppe gehören“, so Schmidt. „Denen raten wir natürlich zu Hause zu bleiben. Wir schauen uns die Leute aber schon genau an, die sich bei uns melden, damit wir die Aufträge nur an vertrauenswürdige Menschen verteilen und so Sicherheit garantieren können.“  Zudem haben die Organisatoren Rücksprache mit dem Gesundheitsamt gehalten, um über die hygienischen Auflagen informiert zu sein. „Wir haben mit denen geklärt, wie wir beispielsweise eine Übergabe ohne direkten Kontakt organisieren können“, erzählt Schmidt. 

Damit möglichst viele Menschen auf das Hilfsangebot aufmerksam werden, haben sie Flyer entworfen und gedruckt, die sie in Einkaufsläden oder in Schaufenstern von Vereinen aushängen sowie auf sozialen Medien teilen. Am gestrigen Nachmittag hatten sich bereits 31 Helfer beim Organisationsteam gemeldet oder sind über den QR-Code auf den Flyern der WhatsApp-Gruppe beigetreten. Größtenteils sind das bisher Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 26 Jahren, die zu Fuß oder mit dem Auto Einkäufe oder kleinere Besorgungen erledigen können. Ab heute können sich dann auch Menschen beim Organisationsteam melden, die zur Risikogruppe gehören und Hilfe benötigen. „In Hanau sind wir jetzt echt gut aufgestellt“, so Schmidt. „Jetzt wäre es natürlich toll, wenn wir noch mehr Helfer finden, die Menschen in ländlicheren, infrastrukturell nicht so gut ausgebauten Gebieten mit dem Nötigsten versorgen könnten.“ 

Kontakt zu den Einkaufshelfern 

Wer mitmachen oder die Hilfe der Jugendorganisationen in Anspruch nehmen möchte, kann die Organisatoren entweder telefonisch unter der Nummer 01 76/ 57 69 04 47, unter01 57/ 32 43 71 38 oder 01 78/ 8 76 08 84 erreichen oder schreibt eine E-Mail an main-kinzig@gjh.de, jusos.mkk@ gmail.com oder schmidt@ julis-mkk.de. Ein ähnliches Hilfsangebot, auf das auch die Jugendorganisationen des Main-Kinzig-Kreises verweisen, ist das Projekt „Einkaufshelden“ der Jungen Union. Über deren Webseite können sich Interessierte als Einkaufsheld registrieren und werden in ganz Deutschland an Menschen aus der Risikogruppe vermittelt. Das Projekt hatte am Mittwochvormittag bereits 6190 registrierte Helfer ›› die-einkaufshelden.de

Das könnte Sie auch interessieren