Der Vertrag für den neuen Bibliotheksausweis Main-Kinzig wurde im Kulturforum Hanau unterschrieben (vorne von links): Bürgermeister Günther Maibach (Bruchköbel), Bürgermeister Klaus Schejna (Rodenbach) und Oberbürgermeister Claus Kaminsky (Hanau). Hinten von links: Beate Schwartz-Simon (Stadtbibliothek Hanau), Landrat Thorsten Stolz, Christine Ambrosi (Stadtbibliothek Bruchköbel), Ulrike Schilling (Medientreff Rodenbach) und Alexander Budjan (Leiter Hessische Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken). Foto: Thomas Seifert

Main-Kinzig-Kreis

Ein Ausweis für Büchereien in Bruchköbel, Rodenbach und Hanau

Main-Kinzig-Kreis. Der neue Bibliotheksausweis Main-Kinzig erlaubt den Zugriff auf einen Bestand von über 195 000 physischen Medien in den Bibliotheken in Hanau, Bruchköbel und Rodenbach und auf über200 000 E-Medien des OnleiheVerbunds Hessen.

Von Thomas Seifert

Doch das soll nur der Anfang sein, weitere Bibliotheken im Kreis sind zur Teilnahme ausdrücklich eingeladen. Gestern, am bundesweiten Tag der Bibliotheken, unterzeichneten die Rathauschefs der drei Städte im Hanauer Kulturform den Vertrag über die interkommunale Zusammenarbeit.

Mit diesem Bibliotheksausweis betreten die drei Kommunen Neuland, denn es ist die erste derartige Kooperation in Hessen. „Vorbilder bundesweit, die teilweise anders organisiert sind, gibt es nur sehr wenige“, betonte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bei der Vorstellung des neuen Ausweises. „Es waren im Vorfeld eine Menge Gespräche notwendig, um Finanzen, Benutzungsordnungen, Regularien und Formalien abzuklären. Dabei hatten wir starken und hilfreichen Rückenwind vom Kreis“, stellte der Rathauschef fest.

300 Bruchköbeler bereits in Hanau registriert

Seit einigen Jahren bestehe zwar bereits ein gemeinsames Katalogsystem, doch nun könnten etwa 135 000 Bürger in den drei beteiligten Kommunen sich in den jeweils anderen Bibliothek mit dem gleichen Ausweis Bücher oder Medien ausleihen. „In Zeiten von Mobilität ist das ein sehr gutes und attraktives Angebot für die Bürger in Hanau, Bruchköbel und Rodenbach, deren Bibliotheken teilweise auch unterschiedliche Medienschwerpunkte setzen. In Bruchköbel gibt es die Tigerbooks und in Hanau zum Beispiel den PressReader“, fügte Kaminsky hinzu

„Schon heute sind 300 Nutzer aus Bruchköbel in der Hanauer Stadtbibliothek registriert, umgekehrt haben 80 Bürger aus Mittelbuchen einen Ausweis für die Bruchköbeler Stadtbibliothek. Das zeigt, dass die Leser sehr wohl die Angebote der unterschiedlichen Büchereien nutzen“, betonte Bruchköbels Bürgermeister Günter Maibach (CDU). „Deshalb haben wir kontinuierlich daran gearbeitet, über das 2012 installierte Katalogportal hinaus die Zusammenarbeit zu intensivieren, wobei die Leiterinnen der drei Bibliothek viel Arbeit investiert haben, um zum heutigen Vertragsabschluss zu kommen“, lobte der Bruchköbeler Rathauschef. „Bibliotheken sind ja nicht nur da, um Bücher oder Medien auszuleihen. Sie sind auch Räume der Begegnung und des kulturellen Austausches.

Stolz ist begeistert von der Idee

Auch wenn Bibliotheken Geld kosten und freiwillige Leistungen der Kommunen sind, haben sie auch im politischen Bildungsprozess eine ganz wichtige Funktion. Leere Köpfe sind schlimmer wie leere Kassen“, stellte Rodenbachs Rathauschef Klaus Schejna (SPD) fest und war sich des Beifalls seiner Kollegen und des Landrats sicher. Die Mediathek in seiner Gemeinde könne in diesem Jahr 30. Geburtstag feiern und der neue Bibliotheksausweise Main-Kinzig sei das richtige Geschenk für Benutzer und Mitarbeiterinnen.

Landrat Thorsten Stolz (SPD) wies auf den „Mehrwert für die Bürger dieser drei Kommunen zu unschlagbaren Konditionen durch den neuen Bibliotheksausweis Main-Kinzig“ hin und hofft, dass auch die Büchereien in Gelnhausen und Schlüchtern, um die Mitte und den Osten des Kreises abzudecken, sich der Vereinbarung bald anschließen. „Ich bin begeistert von der Idee und der Umsetzung, die weiteren Bibliotheken einen einfachen Zugang zum neuen Ausweis bietet“, schloss der Landrat. Er habe gehört, dass man sich in Nidderau schon Gedanken über einen Beitritt mache.

17 000 Nutzer der drei Büchereien

„In Hessen gibt es verschiedenste Bibliothekskooperationen auf Regierungspräsidiums- und Landkreisebene, der Weg, der hier im Main-Kinzig-Kreis gegangen wird, ist aber einmalig“, stellte Alexander Budjan, Leiter der Hessischen Fachstelle für Öffentliche Bibliothek, fest. Er erinnerte daran, dass Büchereien nach Artikel 5 des Grundgesetzes, der für jeden Bürger freien Zugang zu Informationen beinhaltet, eine wichtige Funktion erfüllen. Mit dem neuen Bibliotheksausweis können die rund 195 000 Bewohner der drei Kommunen Hanau, Bruchköbel und Rodenbach auf die Bibliotheken aller drei Teilnehmer zugreifen.

Derzeit nutzen rund 17 000 Bürger die drei Büchereien. Einzige Einschränkung ist, dass die Bücher und Medien auch an der Bibliothek wieder abgegeben werden müssen, wo sie ausgeliehen wurden. Ein interkommunales Leihsystem sei wegen des Aufwands und der Kosten nicht umsetzbar gewesen, betonten die drei Leiterinnen Beate Schwartz-Simon (Hanau) Christine Ambrosi (Bruchköbel) und Ulrike Schilling (Rodenbach) unisono. Ein in allen Kommunen ausliegender Flyer informiert über den neuen Bibliotheksausweis.

Der neue Bibliotheksausweis

- Da der Hersteller der Ausweise Lieferschwierigkeiten hat, kann der neue Bibliotheksausweis Main-Kinzig voraussichtlich erst ab Mitte November von den drei bislang beteiligten Büchereien ausgegeben werden. - Er kostet dann 30 Euro Jahresgebühr, mit Ermäßigung nur 15 Euro. Es gibt auch einen Partnerausweis, der mit 45 Euro zu Buche schlägt. - Vorhandene Ausweise können in den Bibliotheken gegen den neuen Ausweis mit Berücksichtigung der Restlaufzeit ausgetauscht werden. Die nur für eine Bibliothek gültigen Ausweise bleiben bestehen, es gibt also keinen Zwangsumtausch.

tse

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