Nicht nur der deutsche Soldat Hans (gespielt von Jonathan Berlin) sucht während der Hürtgenwaldschlacht Zuflucht in einer Hütte. Foto: Amos Zielinski

Jossgrund

Anti-Kriegsfilm wird im Jossgründer Tann gedreht

Jossgrund. Es geht um Leben und Tod: Im Jossgründer Tann wird derzeit der Kurzfilm „Der dritte König“ gedreht. Der Anti-Kriegsfilm spielt in der Zeit rund um die letzte Kriegsweihnacht 1944. Der Regisseur ist begeistert vom Jossgründer Tann und hat deshalb extra die Dreharbeiten dorthin verlegt.

Von Elsbeth Ziegler

„Achtung Aufnahme“: Im tiefen Jossgründer Tann entsteht derzeit ein Anti-Kriegsfilm, der seine Figuren vor schwierige Entscheidungen stellt und den Protagonisten viel abverlangt. Regisseur ist Christoph Oliver Strunck. Er ist auch Autor und Drehbuchautor der Geschichte, der im Kurzspielfilm „Der dritte König“ Leben verliehen wird.

Inspiriert wurde Strunck von Timo Piechas Novelle „Der dritte König: Ein weihnachtlicher Kulturschock“, die aufgrund wahrer Begebenheiten entstand. Erstmals hatte er von der Geschichte durch einen bayerischen Mönch gehört. Unter seiner Feder ist eine sehr menschliche Geschichte in einer unmenschlichen Zeit entstanden.GI und ein deutscher Soldat suchen gleichzeitig Zuflucht Struncks „Dritter König“ spielt rund um die letzte Kriegsweihnacht, im Dezember 1944. „Wir spielen mit Grenzsituationen. Es geht um Leben und Tod.“ Zum Inhalt: Maria und ihr kleiner Sohn Peter warten sehnsüchtig in einer einsamen Jagdhütte auf die Rückkehr des Vaters, einem Unteroffizier der Wehrmacht.Als ausgerechnet ein in eisigen Wintertagen in der Hürtgenwaldschlacht verwundeter GI und ein deutscher Soldat gleichzeitig Zuflucht in der Hütte suchen, scheint es für einen Moment so, als ob die nahe Front zwischen Wehrmacht und US-Armee direkt durch die kleine Hütte verläuft. Die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft wird durch eine Reihe schicksalhafter Ereignisse auf eine tödliche Probe gestellt. . .Hürtgenwald in den Spessart verlegtWeil im Jossgründer Forst exakt die Voraussetzungen gegeben sind, die sich der Autor für seinen Film vorgestellt hatte, wurde der Hürtgenwald, wo im Zweiten Weltkrieg drei Abwehrschlachten der Wehrmacht gegen die US-Army tobten, und wo die Episode spielt, kurzfristig in den Spessart verlegt.Da „Der dritte König“ ein hessisches Produkt ist (Regisseur und Produzent sind gebürtige Hessen), sollte auch in Hessen gedreht werden. Gefördert wird der Film durch die HessenFilm- und Medien GmbH. Als Vertreterin des Geldgebers besuchte die Referatsleiterin Ulrike Kiesche den Dreh."Regisseur: Richtiger Spirit“Zum Anschub gab es von HessenFilm 15 000 Euro und später weitere 45 000. „60 000 Euro: Das ist auf Kante genäht“, erklärt Tonio Kellner; „aber für einen Kurzfilm ein gutes Budget.“ Unterstützung gibt es auch durch Sponsoren. Produzenten sind Tonio Kellner (Neopol Film) und Christoph Oliver Strunck (Esperanto Entertainment). Ausführender Produzent ist Robert Hertel.„Es hatte hier einfach den richtigen Spirit“, begeistert sich Regisseur Strunck über den Drehort im Jossgrund. Ebenso wie Kellner lobt er die Forstämter, insbesondere Hessen-Forst und das Forstamt Jossgrund: „Die haben ihren Wald komplett im Kopf.“ Gesucht wurde eine einsame Hütte in über 500 Metern Höhe, in einem schneesicheren Gebiet.Schnee macht ProblemeVier Hütten in Vogelsberg, Taunus und Spessart wurden in Augenschein genommen, und die Wahl fiel auf die Jossgründer Gemarkung – unweit des Schullandheimes Wegscheide, wo auch der größte Teil der Crew während der Dreharbeiten untergekommen ist.Zwar war nun die ideale „Location“ gefunden, und auch der Schnee ließ nicht auf sich warten – aber auch gerade der machte dann auch Probleme. Bei der Bewältigung half dann wieder das Forstamt, sodass die Wege zur Hütte genutzt werden konnten. Schließlich sind hier allerhand Steigungen/Gefälle zu bewältigen. Und reichlich Equipment will bewältigt werden. Insbesondere der selbstfahrende Generator musste rechtzeitig vor Ort sein. Bei 7,5 Tonnen „Lebendgewicht“ keine einfache Sache.Antonia Bill spielt Maria Hilfsbereitschaft erfuhr das Team auch in Bad Orb, berichtet der Szenenbildner Mike Schäfer. Hier half unter anderem die Apothekerin Marie-Luise Weisbecker spontan mit ihrer Naturkrippe aus, die nun unter dem Weihnachtsbäumchen in der Hütte aufgebaut wurde. Und Barbara Hummel von Porzellan-Schreiber konnte nicht nur helfen, als sie für eine über 60 Jahre alte Petroleumlampe noch einen passenden Zylinder im Lager fand.Hauptdarsteller sind die Schauspieler Antonia Bill als Maria (Tatortreiniger, Die andere Heimat), Jonathan Berlin als Hans (Tannbach, Münchener Kammerspiele), Patrick Güldenberg (KDD, Wir sind die Neuen, Thalia Theater, Volksbühne Berlin) und Kelvin Burkard als Jamar (Toro) sowie der sechsjährige Leander Menzel aus Naurod.Postproduktion: Noch vier Monate Arbeit Wenn alle Szenen abgedreht sind, dann stehen mit der Postproduktion noch einmal rund vier Monate Arbeit an, bis der Film fix und fertig ist. Dann soll er mit auf Festival-Tour gehen, zunächst in die Staaten. Vorstellen könnten die Macher es sich auch, den 20-Minuten-Film einmal in Bad Orb zu zeigen.

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