Der junge Erwachsene war beim Gericht bereits mehrfach aktenkundig. Symbolfoto: Becker

Gelnhausen

21-jähriger Wiederholungstäter erhält Bewährungsstrafe

Gelnhausen. „Letzte Chance, dunkelgelb!“ Es brauchte deutliche Worte von Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze, um einem 21-Jährigen aus Schlüchtern klarzumachen, um wie viel es für ihn in der Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht im Amtsgericht Gelnhausen ging. Vier Straftaten standen zur Debatte.

Von Andreas ZiegertAm schwerwiegendsten war eine gefährliche Körperverletzung in der Schlüchterner Innenstadt.

Hierzu legte er ein Geständnis ab, ebenso gab er zu, eine Silvesterrakete auf ein Auto und Passanten abgefeuert zu haben. Den Einbruch in eine Kita in Steinau gestand er ebenfalls, die Staatsanwaltschaft Hanau hatte dieses Verfahren allerdings schon eingestellt. Unklar ist noch, ob der 21-Jährige vor über zwei Jahren beim Einbruch in Räumlichkeiten der evangelischen Kirchengemeinde in Schlüchtern dabei war.Gefährliche Körperverletzung nach AlkoholkonsumZu der gefährlichen Körperverletzung ließ sich der Angeklagte in der Nacht zum 1. Mai 2017 hinreißen. Nach reichlich Alkoholkonsum begegnete er mit seinen Begleitern nachts um 3 Uhr vor einer Gaststätte drei jungen Männern. Nach einer zunächst verbalen Auseinandersetzung schlug der 21-Jährige mit der Faust zu und traf seinen Kontrahenten an der Oberlippe.

Dieser ging zu Boden und der Angeklagte trat gegen seinen Kopf – „wie bei einem Fußball“, schilderte es ein Zeuge. Dass dabei keine schwereren Verletzungen entstanden, war vermutlich nur Glückssache.Silvesterrakete trifft AutoÜbermütig war der 21-Jährige wohl auch, als er am 1. November des vergangenen Jahres gemeinsam mit einem Freund aus einem fahrenden Wagen in Schlüchtern eine Silvesterrakete abfeuerte. Getroffen wurde ein Pkw, an dem ein Schaden von fast 900 Euro entstand, außerdem traf das Geschoss noch eine Passantin am linken Ohr, die dabei ein Knalltrauma erlitt.

Zugegeben hat der Angeklagte auch den Einbruch in eine Kindertagesstätte in Steinau im Februar 2017, dort waren seine Fingerabdrücke an einem Glas gefunden worden. Diese Verfahren hatte die Staatsanwaltschaft bereits eingestellt. Ob ihm hier weiterer Unheil droht, ist noch offen.Gesamtjugendstrafe von 14 MonatenGleiches gilt für den Einbruch bei der evangelischen Kirchengemeinde in Schlüchtern: Dort waren zwischen dem 22. und 24. Dezember 2015 mehrere Türen aufgebrochen und die Räume durchsucht worden. Neben einer Geldkassette wurde auch Bares aus einem Kaffeeautomaten entwendet. Einer der mutmaßlich drei Einbrecher hatte den 21-Jährigen als Komplizen angegeben, was dieser allerdings bestritt. Das Verfahren wurde daher abgetrennt und wird möglicherweise separat verhandelt.

Aus diesem Sammelsurium bildete das Schöffengericht dann wie von Oberstaatsanwalt Heinze beantragt wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen und Sachbeschädigung eine Gesamtjugendstrafe von 14 Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Allerdings muss der junge Mann aus Schlüchtern einen vierwöchigen Dauerarrest verbüßen, bekommt eine Bewährungshelferin an die Seite gestellt und muss binnen vier Monaten 120 Stunden gemeinnützig arbeiten.

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