Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil beide Angeklagten minderjährig sind. Foto: Archiv

Bad Soden-Salmünster/Hanau

17-jährigem Angeklagten drohen acht Jahre Jugendstrafe

Bad Soden-Salmünster/Hanau. Weil er seinen Nebenbuhler im September vergangenen Jahres in Bad Soden-Salmünster mit einem Messer erstochen haben soll, steht ein 17-Jähriger aus Sinntal seit März vor der Jugendkammer des Hanauer Landgerichts. Nun wurden die Plädoyers gehalten.

Von Thorsten Becker

Wie am Mittwoch am Landgericht bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft für den Hauptangeklagten wegen Totschlags eine Jugendstrafe von acht Jahren gefordert, knapp unter der Höchststrafe von zehn Jahren, die das Jugendgerichtsgesetz (JGG) vorsieht.

Gegen einen gleichaltrigen Mitangeklagten, der das Tatmesser an den Hauptangeklagten weitergegeben haben soll, beantragte die Anklagebehörde eine Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten.

Verteidigung fordert gegenteiliges

Anders sieht es die Verteidigung der beiden Jugendlichen. Sie forderte Freisprüche für beide. Im Falle einer Verurteilung wurden deutlich geringere Jugendstrafen angeregt.

Wie berichtet, soll ein Streit um ein Mädchen Hintergrund der Bluttat am 14. September 2018 in der Kurstadt gewesen sein. Bei einer Aussprache soll der Streit dann ein tödliches Ende genommen haben. Das Opfer starb an Stichen in den Hals und Oberkörper.

Prozess wird nicht öffentlich gehalten

Seit März hatte die Jugendkammer mehrere Prozesstage angesetzt, um das Tatgeschehen zu untersuchen. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, weil beide Angeklagte minderjährig sind.

Das JGG sieht vor, dass der Schutz der Persönlichkeit von Jugendlichen höher wiegt als das öffentliche Interesse an dem Prozess. Das Urteil soll am Montag, 13. Mai, verkündet werden.

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