Von links: Seiteneinsteigerin: Lucia Wörner-Böning aus Nidderau, seit 2013 politisch aktiv. Politprofi: Gerhard Mohn aus Langenselbold, Partei- und Fraktionschef. Seiteneinsteigerin: Antje Kratzla-Knauer aus Hanau will mitgestalten. Politprofi: Volker Rode aus Gelnhausen ist in vielen führenden Positionen. Politiprofi: Max Schad aus Großkrotzenburg. Fotos: Kleine-Rüschkamp

Langenselbold

Wahlkreis 40: CDU-Bewerber für den Landtag stellen sich vor

Langenselbold. Gelebte Transparenz ohne Hinterzimmer-Allüren: Fünf christdemokratische Aspiranten für den Landtag haben sich beim CDU-Stadtverband Langenselbold in einer öffentlichen Mitgliederversammlung vorgestellt.

Von Torsten Kleine-Rüschkamp

Sie wollen allesamt Nachfolger von Hugo Klein (CDU) im Landtag werden, der bei der Wahl am 18. Oktober nicht wieder für einen Sitz im Landtag kandidiert.

Für Gerhard Mohn ist das „Casting“ freilich ein Heimspiel, ist er doch in Langenselbold Stadtverbands-Chef und Fraktionsvorsitzender. Der 53-Jährige hat es aber dennoch nicht einfacher als seine Mitbewerber. Die Konkurrenz ist stark und zieht beim Schaulaufen alle Register, um sich von der besten Seite zu zeigen.

„Wir haben uns für eine offene und transparente Form entschieden. Wir wollen die Kandidatenfindung anders handhaben und die Bewerber – wie das andere CDU-Stadtverbände tun – nicht nur den Delegierten und dem Vorstand, sondern einem öffentlich tagendem Plenum präsentieren“, erklärt eingangs Tobias Dillmann, stellvertretender CDU-Stadtverbandschef.

Wer von den fünf Kandidaten, Gerhard Mohn, Lucia Wörner-Böning, Max Schad, Volker Rode und Antje Kratzla-Knauer, letzlich ins Rennen geht, entscheidet eine Delegiertenversammlung der CDU, die am Freitag, 23. Februar, um 18.30 Uhr im Ober‧issigheimer Bürgerhaus tagt. Alle fünf Kandidaten werden sich bis dahin in zehn weiteren Ortsverbänden im Wahlkreis 40 (Hanau-Land), also noch in Schöneck, Nidderau, Bruchköbel, Hammersbach, Neuberg, Ronneburg, Gründau, Hasselroth, Frei‧gericht und Rodenbach vorgestellt haben. „Einem von den fünf obliegt es, gegen Christoph Degen (SPD) den Sieg einzufahren und das Direktmandat zu ziehen.“

Die Reihenfolge der Vorstellung ist so festgelegt worden, dass zuerst die Vertreter, die im Wahlkreis wohnen, ans Rednerpult treten dürfen, also Lucia Wörner-Böning aus Nidderau und eben Gerhard Mohn aus der Gründaustadt. Dann folgen aus Hanau Antje Kratzla-Knauer, aus Gelnhausen Volker Rode und aus Großkrotzenburg Max Schad.

Ein inhaltlicher Diskussionspunkt ist die Schulpolitik. So will sich Rode dafür einsetzen, dass die Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) eine Oberstufe erhält, um die Schule wieder attraktiver zu machen. Aus dem Auditorium ist Kritik an der qualitativen Arbeit der KKS laut geworden. Angeblich solle die KKS auf Grund mangelnder Konkurrenzfähigkeit im Laufe der Jahre die Hälfte ihrer Schüler eingebüßt haben.

Lucia Wörner-Böning: Die 46-Jährige aus Nidderau ist verheiratet und hat eine 25-jährige Tochter. Nach einer kaufmännischen Ausbildung hat sie bei der Dresdner Bank in Hanau gearbeitet. Nach berufsbegleitendem Studium und Referentätigkeit hat sie sich für die Führungslaufbahn im Personalwesen entschieden. Nunmehr arbeitet sie als Abteilungsdirektorin in der Personalabteilung der Commerzbank in Frankfurt, wobei sie internationale Zuständigkeiten hat. Eine Bürgerversammlung in Nidderau im Jahr 2013 hat sie bewogen, politisch aktiv zu werden. Nach der Mitgründung einer Bürgerinitiative trat sie ein Jahr später in die CDU Nidderau ein, um einen größeren politischen Einfluss nehmen zu können.

Das Ortsbeiratsmitglied aus Eichen und Mitgliederbeauftragte des Stadtverbandes nannte als politische Schwerpunkte die Themen Infrastruktur und Finanzen. „In den zweieinhalb Jahren haben wir 70 Mitglieder gewonnen“, sagt sie. Dabei gehe es nicht um Masse, sondern um Qualität. Die Nidderauer CDU sei inzwischen sehr gut aufgestellt. Als Seiteneinsteigerin will sie gegen Degen antreten, weil zum Beispiel ihr beruflicher Erfahrungshorizont jenen von Degen deutlich überragte.

Gerhard Mohn: Der 53-jährige „Urselbolder“ ist zum zweiten Mal verheiratet und hat vier Kinder zwischen 18 und 33 Jahren. Seine drei Hobbies sind „Politik, Politik und Politik“. Der Bankkaufmann arbeitet bei einer großen Frankfurter Bank. Nach einem betrieblichen Studium und einer Tätigkeit im Auslandsgeschäft ist Mohn Berater im Geld-, Devisen- und Zinshandel für mittelständische Kunden, und zwar bis ins Saarland hinein.

„Ich bin vor 22 Jahren in die CDU eingetreten, weil ich etwas bewegen wollte“, sagt er. Fünf Jahre Vorsitzender der CDU, zehn Jahre Stadtverordnetenvorsteher, seit drei Jahren Fraktionsvorsitzender und seit kurzem wieder Parteivorsitzender sind seine Stationen. In seine Zeit fällt der Aufstieg der CDU zur Partei der absoluten Mehrheit, wobei die CDU nun wieder bei 41,5 Prozent liegt. Mohn wirft in die Waagschale, dass er Anteil am beeindruckenden qualitativen Wachsum Langenselbolds hat. Eckpunkte sind vier Neubau-, zwei Gewerbegebiete, zwei neue Kitas, ein zweiter Autobahn-Anschluss und viel mehr. Mohn möchte sich im Falle seiner Wahl auch für jene Menschen einsetzen, die es etwas schwieriger haben im Leben. Unbedingt müsse bezahlbarer Wohnraum errichtet werden.

Antje Kratzla-Knauer:Die 46-jährige gebürtige Hanauerin ist seit 20 Jahren verheiratet, hat eine elfjährige Tochter und lebt seit 1976 in Mittelbuchen. Sie hat ihr Abitur an der Hohen Landesschule Hanau absolviert. Nach mehren beruflichen Stationen hat sie eine kaufmännische Ausbildung durchlaufen und in Hanau eine Agentur für Kundenkommunikation und Werbung gegründet, die sie gemeinsam mit ihrem Mann führt.

Kratzla-Knauer ist engagiert in der Frauen Union in Hanau und im Kreis sowie stellvertretende CDU-Vorsitzende in Mittelbuchen. Das Erstarken der Populisten und die Zunahme der Politikverdrossenheit war für sie der Antrieb, als Gegenpol politisch aktiv zu werden. Sie will sich unter anderem für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen, für die Verbesserung der Situation pflegebedürftiger Menschen, die Beseitigung des Fachkräftemangels, eine Verbesserung der Betreuungssituationen an den Schule und eine bessere verkehrstechnische Anbindung an die Metropolregion.

Volker Rode: Der Steinmetz-Meister aus Gelnhausen, Jahrgang 1962, ist seit 1995 CDU-Mitglied. Er hat Erfahrung als Stadtverordneter, Fraktionsvorsitzender, Kreisvorstands und Kreistagsmitglied. Aktuell hat der Landesvorsitzende und Bundesvorstandsvorsitzende der Mittelstandsvereinigung dem früheren Langenselboder CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Patrick Heck mit der Leitung seines Wahlkampfteams beauftragt. „Ich sehe das angestrebte Amt darin, Sorgen, Ängste und Wünsche der Bürger nach Wiesbaden zu tragen“, sagt er. „Die stark wachsende Stadt Langenselbold, die ja Mittelzentrum werden möchte, muss unbedingt eine eigene Oberstufe an der Käthe-Kollwitz-Schule erhalten“, so Rode. „Eine Oberstufe ist ein Anreiz für ein weiteres Wachstum der Gründaustadt“, hieß es weiter.

Max Schad:Der 34-jährige Soziologe und Politologe aus Großkrotzenburg ist verheiratet. Ein Praktikum bei einem Abgeordneten im hessischen Landtag führt ihn die Politik. Er wird studentischer Mitarbeiter im Landtag und erlernt das Handswerk von Berufspolitikern. Nach dem Abschluss des Studiums hat er den Bundestagswahlkampf für Peter Tauber organisiert und wird hauptamtlicher Büroleiter im Bundestag. Schließlich wechselt Schad als Mitarbeiter zur Bundestagsabgeordneten Katja Leikert. Aus seiner Erlenseer Zeit und einer neunjährigen Tätigkeit als Fraktionsvorsitzender kennt er die Grundlagen der Kommunalpolitik. Jetzt ist er Kreistagsmitglied und Fraktionsvorsitzender in Großkrotzenburg. Sein Schwerpunkt in Wiesbaden soll das Soziale sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema