Langenselbold

"Tischlein deck dich": Das persische Restaurant Mana in Selbold

Langenselbold. Das gastronomische Angebot in Langenselbold ist – gemessen an der Einwohnerzahl des Ortes – recht groß. Jetzt hat seit Anfang Februar neben zahlreichen italienischen und deutschen Gaststätten auch ein persisches Restaurant geöffnet. Reist man hier wirklich in andere kulinarische Welten? – wir haben es ausprobiert.

Als Nicht-Langenselbolder ist das Mana wahrscheinlich leicht zu übersehen. Das Restaurant liegt zwar direkt an der Hauptstraße, allerdings im ABC-Center und hat keinen direkten Eingang, der von der Straße aus zu sehen ist. Lediglich ein kleiner Torbogen mit dem Namen und die Speisekarte weisen darauf hin. Direkt neben dem Gebäude ist ein großer Parkplatz, der allerdings unter der Woche oft belegt ist. Abends ist es hingegen kein Problem, einen Platz zu finden. Ganz wichtig: Parkscheibe nicht vergessen!

Nachdem wir über die Ausstellungsfläche eines Blumengeschäfts gelaufen sind, erspähen wir die Tür, flankiert von drei Figuren (eine Frau, zwei Kinder) in offensichtlich traditioneller Kluft. Im Inneren erwartet uns ein großer Raum, dessen Wände mit Teppichen geschmückt sind. Auch einen abgetrennten Raucherraum gibt es. Doch wir sind schließlich zum Essen hier.

Tschelo Kabab Kubide und Ghorme SabsiNachdem ich die mit Ornamenten geschmückte Speisekarte bewundert habe und meine Begleitung die bequemen Stühle gelobt hat, entscheiden wir uns gegen eine Vorspeise und für zwei Hauptgerichte, deren Namen wir bei der Bestellung lieber nicht aussprechen, sondern nur die Nummer nennen – bei Tschelo Kabab Kubide und Ghorme Sabsi kann man als Nicht-Muttersprachler wohl nur verlieren.

Hinter ersterem verstecken sich Lammhackfleisch, Linsen und Grilltomaten für 16,99 Euro. Das Gericht Ghorme Sabsi (15,99 Euro) besteht aus Fleischstückchen aus der Lammkeule in Kräutersoße mit Bohnen und gekochten Limetten. Zu beiden Gerichten wird Basmati-Safranreis serviert.

Essen ist schnell und gutDie Getränke – Maracujasaftschorle für mich, Apfelwein für meine Begleitung, für 4,40 Euro beziehungsweise 4,30 Euro ‧– lassen etwas auf sich warten, was aber kein Wunder ist, denn lediglich eine Servicekraft kümmert sich um alle Gäste. Dafür kommen beide Hauptgerichte recht schnell an unseren Tisch und lassen uns staunen. Das Fleisch ist sehr zart, der Reis nicht zu trocken und der Geschmack ist so ganz anders, als man es gewohnt ist.

Durch die Limette schmeckt das Ghorme Sabsi sehr frisch. Meine Begleitung schwärmt hingegen von den Linsen. Etwas wärmer hätten die Gerichte allerdings sein können.

Schweigen als KomplimentSchweigend essen wir. Und Schweigen ist in diesem Fall ein gutes Zeichen, denn es schmeckt einfach sehr gut. Nur allzu hungrig sollte man nicht ins Mana kommen, denn die Gerichte sind nicht sehr üppig. Deswegen entscheiden wir uns beide für einen Nachtisch. Ich wähle Safraneis aus, das auf der Speisekarte einfach Bastani heißt und 6,99 Euro kostet. Meine Begleitung möchte was Neues ausprobieren und bestellt Falunde Shirazi (ebenfalls 6,99 Euro).

Dahinter verbirgt sich Glasnudel-Eis in Rosenwassersorbet mit Limettensoße. Klingt komisch, schmeckt aber hervorragend. Auch das Safraneis, garniert mit Himbeeren und Nüssen, ist ein Geschmackserlebnis und zergeht auf der Zunge.

Einzig die laute Klimaanlage stört ein wenig beim Essen, aber das bemerkt man erst, wenn sie sich ab und an von selbst ausschaltet. Auch die für Restaurants unrunden Preise sind gewöhnungsbedürftig, was aber natürlich nichts an dem guten Essen ändert.

Glücklich und zufrieden fahren wir nach Hause und sind uns sicher: Wir kommen wieder!

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