Sichtlich aufgeräumt und guten Mutes für die bevorstehenden großen Aufgaben als neues Selbolder Stadtoberhaupt präsentierte sich Timo Greuel gestern Vormittag im Gespräch mit HA-Redakteur Lars-Erik Gerth. Foto: Axel Häsler

Langenselbold

Timo Greuel hat eine Multifunktionshalle weiter im Blick

Langenselbold. Sein großer Triumph liegt fast schon wieder zwei Wochen zurück, doch die Hochstimmung vom Abend des 2. Februar ist noch immer spürbar, als wir gestern Vormittag den designierten Selbolder Bürgermeister Timo Greuel zum ersten längeren Gespräch nach seiner Wahl im Sitzungssaal des Rathauses treffen.

Von Lars-Erik Gerth

„Die Anspannung des langen Wahlkampfs ist mittlerweile weg. Aber Zeit zum Verschnaufen gibt es eigentlich nicht, da ich mich seit der Wahl weiterhin mit ganzer Kraft meinen Aufgaben als Erster Stadtrat widme und bereits gemeinsam mit Jörg Muth die Amtsübergabe Ende Mai vorbereite“, macht der 40-jährige Sozialdemokrat deutlich, dass derzeit keine Zeit für eine komplette Entspannung vorhanden ist. „Das hole ich im April nach, wenn ich Urlaub habe“, hat Greuel die nahende Erholung dann aber doch im Blick.

Im Blick hat der amtierende Erste Stadtrat aber auch ein Projekt, das er im Wahlkampf selbst ins Spiel gebracht hatte: den Bau einer neuen Multifunktionshalle, mit der er vor allem die heimischen Vereine stärken will. „Das Projekt steht bei mir natürlich weiterhin oben auf der Agenda. Aber natürlich kann ich das nicht alleine auf den Weg bringen, sondern brauche dafür eine Mehrheit im Stadtparlament. Dieses Projekt wird mit der dann folgenden Planung und Umsetzung einige Jahre in Anspruch nehmen, aber ich werde alles dafür tun, diese für Selbold notwendige Halle zu realisieren“, macht Greuel klar, dass das Projekt nicht von heute auf morgen verwirklicht werden kann. Darüber hinaus seien die Mitarbeiter des Bauamts in nächster Zeit mit einer Reihe von wichtigen städtebaulichen Aufgaben beschäftigt. Man denke nur an Niedertal IV und V.

Nicht mehr aktiv ins Geschehen eingreifen

Offiziell läuft Jörg Muths (CDU) Amtszeit am 31. Mai aus, doch der amtierende Bürgermeister hat natürlich noch zahlreichen Resturlaub und wird schon deutlich früher nicht mehr aktiv ins Geschehen im Rathaus eingreifen und auch nicht mehr den Sitzungen der Stadtverordneten beiwohnen. Greuels Amtseinführung findet im Stadtparlament, das wie immer in der Klosterberghalle tagen wird, am Dienstag, 26. Mai, statt.

Noch ist nicht bekannt, mit wem Greuel dann im hauptamtlichen Magistrat zusammenarbeiten wird. Laut Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD müsste, nach dessen Wechsel ins Bürgermeisteramt, der Posten des Ersten Stadtrats mit einem Christdemokraten besetzt werden.

Klar ist bisher nur, dass Tobias Dillmann dafür nicht in Frage kommt. Denn auf HA-Nachfrage erklärte der Selbolder CDU-Parteichef schon am Abend der Stichwahl, dass er für dieses Amt nicht zur Verfügung stehe. Zugleich machte er aber deutlich, dass sich seine Partei zum Koalitionsvertrag bekenne, somit also zukünftig den Ersten Stadtrat stellen werde. Namen sind bisher jedoch noch keine genannt worden.

Entspannte Haltung

„Ich sehe das ganz entspannt und warte ab, wen die CDU nominieren wird. Wenn der neue Erste Stadtrat oder die neue Erste Stadträtin gewählt ist, werde ich mit ihm oder ihr auch über die Aufteilung der Dezernate sprechen.

Aber natürlich habe ich bereits Präferenzen, zu denen auch die Aufgaben des Kämmerers zählen, die ich derzeit als Erster Stadtrat schon ausübe“, nennt Greuel eine klare Priorität was die zukünftige Dezernatsverteilung anbetrifft. Die Entscheidung darüber obliegt im Übrigen dem Bürgermeister. Ob er dann auch den wichtigen Bereich der Stadtentwicklung, sprich das Bauamt übernehmen werde, das Jörg Muth während seiner gesamten Amtszeit innehatte, lässt der Sozialdemokrat hingegen offen und verweist auf die dann zu führenden Gespräche mit dem neuen Ersten Stadtrat, sobald dieser vom Stadtparlament gewählt ist.

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