Die Proteste gegen die Unternehmensführung von Thermo Fisher wegen der geplanten Verlagerung von über 100 Arbeitsplätzen nach Schottland und Ungarn begannen im Mai mit einer Demonstration von Betriebsrat und IG Metall. Archivfoto: Habermann

Langenselbold

Thermo Fisher: Mit Fest gegen Stellenabbau

Langenselbold. Der drohende Abbau von 101 Arbeitsplätzen am Selbolder Standort von Thermo Fisher ist weiterhin eines der dominierenden Themen in der Gründaustadt.

Das US-amerikanische Unternehmen plant, die Bereiche Finanzen und Kundenbetreuung nach Ungarn und Schottland zu verlagern. Daran will die IG Metall Hanau-Fulda nun mit einem Bürger- und Familienfest erinnern und gegen diese Pläne demonstrieren. Das Fest findet am Samstag, 20. Oktober, von 14 bis 18 Uhr in und um die Klosterberghalle herum statt.

Das Technologieunternehmen hatte die Verlagerung im Frühjahr angekündigt. Nahezu zeitgleich wurde ebenfalls bekannt, dass die Stadt Langenselbold 23,2 Millionen Euro an Gewerbesteuern für die Jahre 2015 bis 2018 an Thermo Fisher zurückzahlen muss.

Zukunftssicherung am Standort Thema

Die IG Metall will nun gemeinsam mit dem Betriebsrat von Thermo Fisher die Auseinandersetzung um den Erhalt der 101 Arbeitsplätze forcieren. Außerdem will die Gewerkschaft den Beschäftigten „den Rücken stärken und öffentlich deutlich machen, dass sie nicht allein sind in der Auseinandersetzung um ihre Arbeitsplätze und Perspektiven am Standort“, betont Robert Weißenbrunner, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Hanau-Fulda.

Zu Beginn des Fests wird Walter Heidenfelder, der Vorsitzende des Betriebsrats, über den aktuellen Stand der Auseinandersetzung mit der Unternehmensleitung um den Erhalt der betroffenen 101 Arbeitsplätze in Selbold berichten. Dann will Robert Weißenbrunner die gewerkschaftlichen Forderungen zur Beschäftigungs- und Zukunftssicherung am Standort Langenselbold vorstellen.

Laut Weißenbrunner hätte außerdem bereits eine Reihe von Vertretern aus Politik und Gewerkschaft ihre Teilnahme zugesagt. Darunter sei auch die Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD). Außerdem mit dabei seien, so der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Hanau-Fulda, der Landtagsabgeordnete Christoph Degen sowie der Bundestagsabgeordnete Dr. Sascha Raabe (beide SPD).

Für das leibliche Wohl ist gesorgt

Die CDU werde durch den Landtagskandidaten Max Schad vertreten, die Grünen durch deren Landtagskandidatin Cornelia Hofacker. Für die Linke habe Janine Wissler, die Fraktionsvorsitzende im Landtag, ihr Kommen zugesagt. Als weitere gewerkschaftliche Vertreterinnen würden, so Weißenbrunner, das Verdi-Bezirksvorstandsmitglied Kathrin Phillips und die DGB-Regionsgeschäftsführerin Ulrike Eifler (auch Landtagskandidatin der Linken) erwartet.

Der Nachmittag soll aber nicht allein im Zeichen des Kampfes gegen den Arbeitsplatzabbau bei ThermoFisher stehen. So verspricht Weißenbrunner auch Live-Musik und Spielgelegenheiten für Kinder. Für das leibliche Wohl wird in Form von Kaffee, Kuchen, Snacks und Kaltgetränken gesorgt sein. leg

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