Von einem Schäferhund wurde Brigitte Haase attackiert und schwer verletzt. Symbolfoto: Capri23auto/Pixabay

Langenselbold

Selbolderin nach Hundeangriff am Kinzigsee seit August in Klinik

Langenselbold. Die Langenselbolderin Brigitte Haase ist am 6. August in der Gemarkung Am Kinzigsee von einem freilaufenden Schäferhund gebissen und schwer verletzt worden und ist seitdem in stationärer Krankenhausbehandlung, deren Ende noch nicht abgesehen werden kann.

Von Andreas Ziegert und Torsten Kleinerüschkamp„Ein Besitzer konnte bisher nicht ermittelt werden“, informierte sie und bat um Mithilfe. Ein entsprechende Anzeige bestätigte gestern Langenselbolds Ordnungsamtsleiter Michael Juracka auf Nachfrage unser Zeitung.

Haase berichtete, nunmehr seit fünf Wochen mit den Folgen von schweren Bisswunden im Klinikum Stadt Hanau zu liegen. Sie habe bereits sechs Operationen hinter sich. „Ich rechne noch mit zwei oder drei weiteren“, sagte Haase. Sie beschrieb den Hund so: Es war ein altdeutscher Schäferhund, der Rücken war schwarz und der Brustbereich braun.

Der Schäferhund soll weiterhin dort gesehen worden sein, und zwar ohne Besitzer und ohne Halsband. Besucher im Krankenhaus erzählten ihr, dass der aggressive Vierbeiner auch danach des Öfteren rund um den Kinzigsee gesehen wurde.

Nach Informationen der Stadt Langenselbold habe damals die Ordnungspolizei nach dem Tier gesucht. Nachdem es nicht gefunden worden sei, sei die Suche eingestellt worden.

Ausübung des Berufs nicht mehr möglich

Brigitte Haase, die in der Hanauer Straße 4 die Gaststätte Casablanca betreibt, kann seit dem Vorfall ihren Beruf nicht mehr ausüben. Ihre Gaststätte musste sie zunächst schließen, inzwischen hat sie zumindest für die Wochenenden eine Aushilfe gefunden. „Aber natürlich muss ich alles vom Krankenhaus aus organisieren“, sagte sie. Sie möchte nun möglichst bald wieder zurück in ihre Gaststätte.

An dem Augusttag war sie wie jeden Tag mit ihrem Mischlingshund Gassi gegangen. Als der Hund am Kinzigsee plötzlich angriff, habe sie schnell ihren eigenen Hund abgeleint. Darauf hin habe der Schäferhund sie in die Wade gebissen und eine Kratzwunde mit einer Pfote an der anderen Wade hinterlassen. Die Wunden hätten schwere Infektionen ausgelöst, an denen sie bis heute laboriere.

Wie fast täglich war sie gegen 6.15 Uhr mit ihrem Hund auf ihrer morgendlichen Runde unterwegs. Von der Stadt lief sie über die Autobahnbrücke in Richtung Kinzigsee, bog dann links ab, um wie immer über die Kinzigseestraße und den Fahrradweg zurück in die Stadt zu laufen. Ihren Hund führte sie wie gewohnt an der Langlaufleine. „Auf einmal kam etwas aus Richtung eines kleinen Waldstückes nahe des Ruhlsees angeschossen“, sei ein Schäferhund über eine Wiese schnurstracks auf ihren Vierbeiner zugerannt und habe sich sofort festgebissen.

Attacke des angreifenden Hundes

Die 59-Jährige wollte ihrem Hund helfen, wurde aber sofort von dem angreifenden Hund attackiert. Danach stürzte sich der Schäferhund auf die Langenselbolderin, biss ihr in die Wade und verletzte sie vermutlich mit den Pfoten auch am anderen Bein. Nur mit einem festen Schlag auf den Kopf konnte sie sich befreien. „Danach hat er sich einmal geschüttelt und ist weggerannt“. Brigitte Haase schleppte sich anschließend nach Hause. „Zunächst bin ich im Klinikum Gelnhausen behandelt worden“, sagte sie gegenüber unserer Zeitung.

„Ich bin die nächsten zehn Tage im Klinikum Stadt Hanau, da ich jetzt ein neues Antibiotikum erhalte“, berichtete sie gestern gegenüber unserer Zeitung. Ihr Vierbeiner, der einen Biss ins Genick bekam, hat den Angriff gut überstanden.

Laut Juracka ist der Vorfall am 7. August von Frau Haase der Langenselbolder Stadtpolizei gemeldet worden. „Der Aufruf zur Suche nach dem herrenlosen Hund über die Presse ist richtig“, sagte der Ordnungsamtsleiter. Er selbst habe inzwischen mit dem Opfer telefoniert und sei überrascht, wie schwer die Folgen des Angriffs geworden sind.

Haase indes erneuerte eindringlich ihre Warnung: „Ich habe von mehreren Leuten gehört, dass der Hund immer noch dort unten herumrennt.“

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