Zeit der Provisorien vorbei: Schulleiterin Lonie Linneberger-Ludwig und die Schüler haben eine bewegte Zeit hinter sich, nun sind endlich die Bauarbeiten beendet. Foto: Torsten Kleinerüschkamp

Langenselbold

Sanierung der Gründauschule beendet - Beteiligte freuen sich

Langenselbold. Weder Vater noch Mutter müssen künftig weiter ihre Knie anziehen oder einen Buckel machen. So ein Kinderstuhl kann schon orthopädisches Ungemach bereiten. In wenigen Wochen ist das Verrenken beim Elterngespräch mit den Lehrern vorbei.

Von Torsten Kleinerüschkamp

Dann werden auch richtige Stühle geliefert werden, auf denen Erwachsene bequem sitzen können.

So eine Sanierung eines Schulgebäude-Traktes hat viele Facetten. So stehen erst mal eigene Besprechungszimmer mit normalem Mobiliar zur Verfügung. Jetzt ist die Zeit der Provisorien an der Schule an der Gründau in Langenselbold erst einmal vorbeigegangen. „Brandschutztechnische Sanierung“ klingt erst einmal für Außenstehende wenig aufregend. Sie ist jetzt abgeschlossen. Für rund eine halbe Million Euro ist ein fast 70 Jahre alter Trakt der Gründauschule auf die Höhe der Zeit gebracht worden.

Teil einer großen Familie

Zur Feier des Tages und zum Abschluss der Sanierung, bei der es auch schon einen Bauabschnitt im Jahr 2017 gab, hat Schulleiterin Lonie Linneberger-Ludwig nicht nur den Kreisschuldezernenten Winfried Ottmann (CDU) und Langenselbolds Bürgermeister Jörg Muth (CDU) begrüßen können, sondern auch gleich zwei Landtagsabgeordnete in aktivem Dienst, nämlich Christoph Degen (SPD) und Max Schad (CDU), sowie Hugo Klein (CDU), der sich a. D. nennen darf.

Ottmann erinnert daran, dass in den vergangenen Jahren rund 2,5 Millionen Euro in die Sanierung der Schule an der Gründau geflossen sind. Er fühle sich als Teil einer großen Familie, da er nun bereits zum vierten Mal an der Gründauschule war. „Wir haben uns hier viel Mühe gegeben und als Schulträger viel Geld in die Hand genommen“, sagt er. Die Schulen seien dem Kreis etwas wert.

Erneuert und auf dem neusten Stand

Er listet die Dacheindeckung, neue Dachrinnen, den Neuanstrich der Fassade und den Innenumbau auf. Durch den Einbau von Akustikdecken sei eine bessere pädagogische Arbeit möglich. Die Böden seien erneuert worden. Die neuen Tafeln seien für das digitale Zeitalter ausgerüstet und entsprechend technisch hochwertig ausgestattet. Ein großes Lob zollt Ottmann Hausmeister Marek Gubernat, der viel geholfen habe, dass die Sanierung im laufenden Schulbetrieb wie am Schnürchen über die Bühne geht.

Der Kreis erhalte alle Grundschulstandorte im Kreis, so auch in Sinntal. Während es dort sicher Probleme mit der Auslastung gebe, sei hier in Langenselbold alles bestens. „Die Gründauschule ist in der Nachmittagsbetreuung schon weit vorangeschritten“, lobt der Kreisdezernent.

Digital und analog

„Alle Kollegen bekommen auf ihrem Schreibtisch im Klassenraum eine Dokumentenkamera und einen Laptop und können dann auch mit dem Deckenbeamer die Tafel elektronisch bearbeiten“, erläutert die Schulleiterin die Fortschritte in Sachen Digitalisierung.

An der Tafel könne aber auch ganz konventionell mit Stiften gearbeitet werden, beispielsweise dann, falls es einmal einen Stromausfall geben sollte.

„Wir haben jetzt eine breitere Möglichkeit der pädagogischen Arbeit“, lautet ihr Fazit. Die Gründauschule verfüge über mehrere Dutzend Laptops, die in Rollkoffern untergebracht seien und so leicht in den jeweiligen Klassenraum zum Einsatz für die Schüler transportiert werden.

Zeiten ändern sich

Der Arbeitsplatz der Lehrer ist heute direkt im Klassenzimmer. Er hat dort seinen Schreibtisch und kann dort zum Beispiel nach Unterrichtsende Arbeiten korrigieren. Die Klassengrößen liegt heute an der Gründauschule zwischen 21 und 25 Schülern. Das war früher anders. „Wir waren 39“, erinnert sich Bürgermeister Muth.

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