Weihten den neu gestalteten Wanderweg ein (von links): Patrick Heck, Tobias Dillmann, Gerhard Groß und Florian Gibbe. Fotos: Anja Goldstein/PM

Langenselbold

Sanierter Rundwanderweg im Norden Selbolds eröffnet

Langenselbold. Die Selbolder kümmern sich um ihre Heimat: In ehrenamtlicher Eigeninitiative haben die Mitglieder der Jungen Union (JU) den Bienenwanderweg im Norden der Stadt renoviert.

Von Anja Goldstein

Nun übergaben sie mit einer kleinen Einweihungszeremonie mit anschließender Fackelwanderung die Verantwortung an die neu gegründete IG Wald und Weinberg (IG WuW).

Es war wohl dem strömenden Regen und dem Vorweihnachtsstress geschuldet, dass außer den offiziellen Gästen kein Schaulustiger der Einladung an den Waldhof gefolgt war. Aber auch ohne Publikum eröffnete Patrick Heck als Sprecher der IG WuW den rund dreieinhalb Kilometer langen Rundwanderweg gemeinsam mit Florian Gibbe, dem JU-Vorsitzenden, Tobias Dillmann und Gerhard Groß als Vertreter der Stadt.

Ursprünglich war der Naturlehrpfad bereits 2002 von der Stadt eingerichtet worden und später lange Zeit dem Verfall preisgegeben. Bereits in diesem Frühjahr hatten JU-Mitglieder den Weg renoviert, Schilder von Moos und Flechten befreit, und der städtische Bauhof hatte ein 200 Meter langes Anschlussstück mit Schotter befestigt.

Weitere Wegweiser befestigt

Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie befestigten Gibbe und Heck weitere Wegweiser. Die IG WuW will Anfang des neuen Jahres Fördermittel aus dem hessischen Programm „Land hat Zukunft“ beantragen, um den Wanderweg mit weiteren Ruhebänken und der Reparatur der Lehrschilder aufzuwerten. Gibbe erklärte, dass es „eine Frage der Nachhaltigkeit war, Vorhandenes zu renovieren anstatt abzureißen und neu zu bauen.“ Stadtbiologe Matthias Wissel hatte sich ebenfalls für eine naturnahe Gestaltung eingesetzt.

„Mit Bedacht hat die Junge Union die Verantwortung des Bienenwanderwegs an die IG WuW abgegeben“, erklärte Gibbe. „Die Naherholung sollte nicht Sache des politischen Parketts bleiben, sondern alle Bürger gemeinsam ansprechen“, ist er überzeugt. Heck betonte, dass die IG mit Absicht kein Verein sei, „denn so kann jeder sich ohne Verpflichtungen einbringen, wo und wie viel er möchte.“ Er stünde via Facebook und E-Mail gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Gibbe hatte im Zuge der kürzlich erfolgten Aktion „1000 Bäume für Langenselbold“ die Erfahrung gemacht, dass viele Bürger zwar die Aktion an sich gut fanden, aber nicht im Rahmen einer Partei aktiv werden wollten. Heck hat mit dem Wanderweg einige Pläne, um das Gebiet attraktiv zu machen: so kann er sich vorstellen, weitere Fackelwanderungen, Schnitzeljagden oder Halloween-Feiern zu veranstalten. „Man kann nicht nur reden, man muss auch was tun“, fasste er sein Engagement zusammen.

Gebiet touristisch aufwerten

Auch Gespräche mit dem Imkerverein, den Naturfreunden und den anliegenden Gaststätten und Landwirten stehen auf seiner Agenda, um das Gebiet touristisch aufzuwerten und gemeinsam an einem Tisch Ideen verwirklichen zu können. „hier ist ein großes Potenzial für die Naherholung, wir müssen es nur nutzen.“ Eine Konkurrenz für den Naturfreundeverein sei die IG nicht: Heck sieht seine Gemeinschaft eher als sinnvolle Ergänzung.

Übersicht über den Rundwanderweg: Die roten Quadrate stehen für die dort angebrachten neuen Wegweiser, die Sterne für besondere Orte auf dem Weg.

Der Bienenwanderweg ist barrierefrei gehalten und auch für Kinderwagen oder Rollstühle geeignet, was Dillmann als vierfacher Vater dankbar begrüßte. Nur rund 200 Meter sind geschottert, der Rest führt über asphaltierte Feldwege. Park- und Einstiegsmöglichkeiten sind beim Café „Waldhof“, dem Obsthof Mohn und der Obermühle gegeben. Höhepunkte am Wegesrand sind der Imkerverein, ein Aussichtspunkt unterhalb des Naturfreundehauses und ein angelegter Blühstreifen, was den Rundwanderweg auch für Wanderungen zu Silvester und dem 1. Mai attraktiv mache.

Das könnte Sie auch interessieren