Yvonne Backhaus-Arnold
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Yvonne Backhaus-Arnold, Redaktionsleiterin des Hanauer Anzeiger.

Kommentar

Kommentar zu den Entwicklungen bei der Langenselbolder CDU: Purer Egoismus

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Die CDU Langenselbold scheint vor einem Scherbenhaufen zu stehen. Die Redaktionsleiterin des HANAUER ANZEIGER, Yvonne Backhaus-Arnold, hat sich der Thematik nun in einem Kommentar angenommen.

Patrick Heck hat es geschafft, die einst so stolze Langenselbolder CDU quasi über Nacht zu zerlegen. Nachdem die Mitgliederversammlung sich vor einigen Wochen mehrheitlich gegen Heck als Ersten Stadtrat ausgesprochen hatte, hat dieser sein Glück in der Fraktion gesucht. Hier holte er eine knappe Mehrheit und sich im Anschluss direkt eine verbale Ohrfeige der SPD ab, die eine Wahl Hecks zum hauptamtlichen Stadtrat ausschloss – und zwar kategorisch.

Nun könnte man meinen, dass Patrick Heck aufgrund dieser Vorgänge erkannt hat, dass ihn weder die Mehrheit der Christdemokraten noch die SPD neben Bürgermeister Timo Greuel im Rathaus sieht und er daraufhin den Weg frei macht, um seine Partei zu retten und einen Stadtratskandidaten von außen zu suchen, der – so würden es Strategen planen – bei der nächsten Bürgermeisterwahl für die CDU ins Rennen ginge. Aber weit gefehlt: Heck hat seine Energie im Hintergrund eingesetzt, nicht für die Partei, sondern für sich. Ganz allein.

Der Plan ist ganz einfach: Heck wird Fraktionsvorsitzender. Seine „Mitspieler“ Gerhard Groß, Gerhard Mohn und Steffi Gerk hat er auf entscheidenden Positionen platziert und es mit diesem Spiel geschafft, sich innerhalb der Fraktion eine – wenn auch knappe – Mehrheit für seinen Weg zu sichern.

Dass Tobias Dillmann jetzt das Handtuch wirft, ist nur konsequent. Auch Obladen, Matt und Schneider wollten sich dieses Spiel nicht bieten lassen. Vielleicht folgen noch weitere Christdemokraten.

Patrick Heck wird die Quittung für sein Handeln zur Kommunalwahl bekommen, wenn das Ergebnis der sich selbst zerlegenden CDU ins Bodenlose stürzt. Aber wer derart selbstverliebt und egoistisch Politik macht, hat das nicht anders verdient.

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