Der neue geschäftsführende Vorstand der SPD (von links): Schriftführer Felix Spahn, Kassierer Markus Botzum, Bürgermeister Timo Greuel, Vorsitzender Jürgen Schonlau und der stellvertretende Vorsitzende Bernd Kaltschnee.
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Der neue geschäftsführende Vorstand der SPD (von links): Schriftführer Felix Spahn, Kassierer Markus Botzum, Bürgermeister Timo Greuel, Vorsitzender Jürgen Schonlau und der stellvertretende Vorsitzende Bernd Kaltschnee.

Bei Bernd Kaltschnees Verabschiedung als Parteichef muss auch der Bürgermeister schlucken

Nach 19 Jahren: Bernd Kaltschnee als Parteichef der SPD Langenselbold verabschiedet

  • Lars-Erik Gerth
    vonLars-Erik Gerth
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Auch in der Kommunalpolitik werden Amtsperioden von Parteivorsitzenden kürzer, wechseln die führenden Personen immer schneller. Und so kommt einem der Begriff Ära heute deutlich seltener über die Lippen als vor 20, 30 Jahren. Entsprechend fällt schon ein besonderes Licht auf das, was sich im Saal Europa der Klosterberghalle ereignet hat.

Langenselbold – Denn nach 19 Jahren an der Spitze der Langenselbolder SPD kandidierte Bernd Kaltschnee nicht mehr für den Vorsitz. Der Zeitpunkt für einen Wechsel sei jetzt gekommen, so Kaltschnee, der sich auch mehr Zeit für seine Familie nehmen möchte. Dass er gerade jetzt in die zweite Reihe tritt, um als stellvertretender Vorsitzender seinem von den Mitgliedern am Donnerstag gewählten Nachfolger Jürgen Schonlau mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, hat sicherlich auch mit dem Ergebnis der Bürgermeisterwahl zu tun.

Angetreten war Kaltschnee 2001, um die daniederliegende SPD wieder zurück in die Erfolgsspur zu bringen und mittelfristig die CDU-Vorherrschaft zu brechen. Dass mit Timo Greuel nach 24 Jahren nun wieder ein Sozialdemokrat Stadtoberhaupt der Gründaustadt ist, hat ihn entsprechend mit besonderer Freude erfüllt und ihm gezeigt, dass er mit seiner Parteiführung so falsch nicht gelegen haben kann. Auch deswegen, weil Kaltschnee Greuels Fähigkeiten früh erkannt und ihn gefördert hat.

Langenselbold: Bürgermeister Timo Greuel ist bei der Verabschiedung sichtlich gerührt

Geordnete Übergabe: Bernd Kaltschnee (rechts) wird als stellvertretender Vorsitzender Jürgen Schonlau, seinem Nachfolger als Selbolder SPD-Chef, zur Seite stehen.

So war dem Bürgermeister bei seiner Würdigung der Arbeit und des Menschen Bernd Kaltschnee die Rührung deutlich anzuhören. Greuel fand auch sehr persönliche Worte, um die Bedeutung Kaltschnees für seinen eigenen politischen Weg und für die ganze Selbolder SPD deutlich zu machen: „Die Menschen in Langenselbold, die Bernd Kaltschnee kennen, schätzen ihn als Menschen, als Freund, als Weggefährten. Und – das ist das Entscheidende – sie sahen stets und sehen in ihm auch den Sozialdemokraten Bernd Kaltschnee. In der Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger ist das eine mit dem anderen untrennbar verbunden. Der Mensch Bernd Kaltschnee und die SPD Langenselbold sind in den letzten rund 20 Jahren, in denen er den Vorsitz innehatte, beinahe symbiotisch zusammengewachsen.“

Und Greuel ist auch überzeugt, dass er ohne Kaltschnees Förderung und Unterstützung jetzt wohl nicht als Stadtoberhaupt im Rathaus sitzen würde. Auch habe Kaltschnee in seiner Arbeit für den Ortsverein und durch das sehr gute Ergebnis bei seiner Kandidatur 2014 für den Bürgermeisterposten (damals fehlten ihm genau 218 Stimmen, um Amtsinhaber Jörg Muth zu besiegen) das Fundament für seinen Sieg im Februar gelegt.

Dank vom scheidenden Langenselbolder SPD-Chef

Kaltschnee bedankte sich bei seinen Mitstreitern für die gute Zusammenarbeit über die vielen Jahre hinweg. Wichtig beim Verzicht auf eine erneute Kandidatur sei ihm gewesen, dass es zu einer geordneten Übergabe komme. Denn dies sei heutzutage keineswegs bei allen Parteien der Fall. Dieser Seitenhieb ging in Richtung Selbolder CDU, die an diesem Abend sonst keine Erwähnung fand. „Ich freue mich, dass wir mit Jürgen Schonlau einen sehr guten Kandidaten gefunden haben, der sich zuletzt mit der hervorragenden Organisation von Timos Wahlkampf hervorgetan hat“, zeigte sich Kaltschnee zufrieden mit der Wahl seines Nachfolgers.

Schonlau erhielt dann bei einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen 36 der 39 abgegebenen Voten. Kaltschnee konnte sich bei seiner Wahl als Stellvertreter über 38 von 39 Stimmen – bei einer Enthaltung – freuen.

Die Neuwahl des Vorstands stellte auch deshalb eine Zäsur dar, weil zwei langjährige Mitglieder des Gremiums ganz aus diesem ausschieden. Roland Sahler und Bernd Weingärtner waren als Kassierer und Schriftführer zwei elementare Säulen der Selbolder SPD. Mit Felix Spahn (Schriftführer) und Markus Botzum (Kassierer) folgen ihnen zwei jüngere Parteifreunde nach, die noch nicht lange der SPD angehören. Zum erweiterten Vorstand zählen als Beisitzer Heike Dürr-Böhmer, Werner Fromm, Matthias Grudzien, Stefanie Kuhn, Kim Nickel, Bettina Schonlau und Claus Sauer.

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