Dr. Peter Reuter hat mit seinen Reisfinken bereits 2019 Edelmetall bei der Zucht-WM geholt. Bei der Internationalen Vogelausstellung in Porto konnte er sich diesmal sogar über zweimal Gold freuen. Foto: Axel Häsler

Langenselbold

Langenselbolder Reisfinken räumen bei Zucht-WM ab

Langenselbold. Daran kann sich Dr. Peter Reuter gewöhnen. Der Selbolder hatte bereits vor einem Jahr bei der Zucht-WM im niederländischen Zwolle mit seinen Reisfinken Gold und Silber eingefahren. Nun stand im portugiesischen Porto wieder eine internationale Ausstellung an – und Reuter konnte sogar zweimal WM-Gold holen.

Von Axel Häsler

Mit seiner Kollektion aus vier Tieren in der Farbe Grau konnte er die Preisrichter genauso überzeugen wie in der Einzelwertung mit einem silbergrauen Reisfinken, der es im vergangenen Jahr bereits zu Silber gebracht hatte.

Ausstellung mit 25 000 Vögeln

Auf der Landesausstellung in der Rhön und bei der Europaschau in Karlsruhe hatten Reuters Tiere ebenfalls vordere Plätze belegt. Entsprechend waren die großen Erfolge nun in Porto keine Überraschung mehr. Insgesamt waren dort rund 3000 Züchter mit über 25 000 Vögeln am Start. Dabei warben etwa 300 Reisfinken aus ganz Europa um die Gunst der Preisrichter, die das Gefieder der Tiere ganz genau unter die Lupe nahmen.

Die anderen Reisfinken aus Reuters Zucht, die im vergangenen Jahr zu den Medaillengewinnern gehörten, blieben diesmal übrigens in Selbold. Denn sie müssen sich zurzeit um Nachwuchs kümmern. So ist zum Beispiel der Goldmedaillengewinner des vergangenen Jahres kürzlich mehrfacher Vogelpapa geworden.

Vogelart steht auf der Roten Liste

Reisfinken gelten in ihrem Ursprungsland Bali beinahe als ausgestorben und stehen daher auf der „Roten Liste“. Züchter und private Vogelbesitzer sind somit verpflichtet, jedes Tier beim Regierungspräsidenten zu melden. Der Selbolder Züchter stellt dazu für die Käufer einen Herkunftsnachweis für die Vögel aus.

Preisgekrönt: Dieser Reisfink überzeugte die Jury in Porto. Foto: Axel Häsler

Er züchtet auf seinem Anwesen an der Emmy-Noether-Straße mehrere Farbvarianten in Grau und hat es geschafft, dass die neue Farbvariante „Achat“ seit 2019 in Deutschland anerkannt ist. 16 Tage dauert es, bis die Jungen schlüpfen. Jedoch kann man mit Hilfe einer sogenannten Schierlampe schon nach wenigen Tagen die Gefäße und die Augen der Embryonen erkennen, falls die Eier befruchtet sind.

Erste Federn mit 14 Tagen

Im Durchschnitt hat ein Gelege zwischen vier bis sechs Jungvögel, wie Reuter beim Besuch des HA informiert. Im Alter von 14 Tagen wachsen den vorher nackten Vogelbabys die ersten Federn. Nun dauert es noch mehrere Wochen, bis man erkennen kann, ob da vielleicht wieder ein Selbolder Medaillengewinner dabei sein könnte.

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