Blick aus luftiger Höhe auf die Kita Pusteblume, die 1990 auf dem Gelände der ehemaligen Raiffeisenbank erbaut wurde und offiziell am 1. April 1991 ihren Betrieb aufgenommen hat.
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Blick aus luftiger Höhe auf die Kita Pusteblume, die 1990 auf dem Gelände der ehemaligen Raiffeisenbank erbaut wurde und offiziell am 1. April 1991 ihren Betrieb aufgenommen hat.

Selbolder Kita Pusteblume wird 30

Lernort Natur spielt wichtige Rolle im pädagogischen Konzept

  • Lars-Erik Gerth
    vonLars-Erik Gerth
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Die Pandemie stellt uns alle seit über 13 Monaten vor erhebliche Herausforderungen, hat sie doch unseren Alltag erheblich verändert. Dies gilt nicht zuletzt auch für die Kinder und Erzieherinnen in den Kitas. Dort, wo der Kontakt der Mädchen und Jungen untereinander sowie mit den erwachsenen Bezugspersonen in normalen Zeiten im Mittelpunkt stehen sollte, gelten nun strenge Abgrenzungen zwischen den Gruppen, fallen viele Angebote und auch die sonst üblichen Feste aus.

Langenselbold – Davon ist auch die Kita Pusteblume betroffen, die 2021 eigentlich groß ihr 30-jähriges Bestehen feiern wollte. „Da hat uns Corona nun einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir wollen das Fest zu unserem 30. Geburtstag aber auf jeden Fall nachholen. Ich hoffe, dass dies 2022 möglich sein wird“, berichtet Kita-Leiterin Bärbel Kaltschnee anlässlich eines Pressetermins zum runden Geburtstag der Einrichtung, die ihren Betrieb offiziell am 1. April 1991 aufgenommen hat.

Bereits seit 22 Jahren ist Bärbel Kaltschnee Leiterin der Einrichtung an der Straße In den Hohlgärten.

Bürgermeister Timo Greuel, dessen erste Tochter in der Kita auch betreut wurde, dankte Bärbel Kaltschnee und ihrem Team für die „hervorragende pädagogische Arbeit, die in den vergangenen 30 Jahren geleistet wurde“. Gemeinsam mit Verena Lenz, die als Leiterin das Amtes für Soziales, Familie und Kultur auch für die Kinderbetreuungseinrichtungen zuständig ist, gratulierte Greuel zum Jubiläum und überreichte Kaltschnee und ihrer Stellvertreterin Marion Juraschek ein Präsent in Form eines Gutscheins für die Buchhandlung „Büchermeer“.

Start 1991 als Kita mit Modellcharakter

Als Kita mit Modellcharakter war die Pusteblume 1991 an den Start gegangen, wie die heutige Leiterin in Erinnerung ruft. Damals wurden Kinder mit und ohne Behinderung vom Krippen- bis zum Hortalter unter einem Dach betreut. Etwas, was vor drei Jahrzehnten noch ein neues pädagogisches Konzept darstellte. Im Kita-Bereich findet Inklusion auch weiterhin statt. Heute gibt es drei alterserweiterte Krippe-Kindergartengruppen mit Kindern von zwei bis sechs Jahren sowie eine Hortgruppe. Bis zu 77 Kinder werden in der Pusteblume betreut.

„Die Leitlinie, familienähnliche Bedingungen zu schaffen, in denen Kinder nicht nur mit Gleichaltrigen zusammen sind, sondern verschiedene Altersstufen unter einem Dach leben, besteht bis heute“, so Bärbel Kaltschnee, die bereits im Sommer 1999 die Leitung von Helga Stapff übernahm. Dass pädagogische Kontinuität in der Kita Pusteblume großgeschrieben wird, erkennt man auch daran, dass es neben Stapff und Kaltschnee in den 30 Jahren des Bestehens der Einrichtung keine weitere Leiterin gegeben hat.

Bürgermeister Timo Greuel und Amtsleiterin Verena Lenz (links) gratulieren der Kita und ihren Leiterinnen Bärbel Kaltschnee und Marion Juraschek (rechts) zum 30. Geburtstag.

Gemeinsame Erfahrungen mit Kindern unterschiedlichen Alters bei gleichzeitiger Integration seien laut Kaltschnee seit Bestehen der Einrichtung ein wesentlicher Bestandteil ihrer pädagogischen Konzeption.

Ein anderer Schwerpunkt in der pädagogischen Arbeit der Erzieherinnen ist leicht auszumachen, wenn man sich das Außengelände der Kita Pusteblume ansieht: die Verbundenheit zur Natur. In einer Bürgeraktion wurde das Gelände im November 2005 in einen naturnahen Spielraum verwandelt. „Ein besonderes Erlebnis, das alle Beteiligten nie vergessen werden und auf das wir heute noch stolz sind“, wie die Kita-Leiterin betont.

Gutes Verhältnis zwischen Kita-Team und Eltern

Auch insgesamt versucht Kaltschnees Team mit seinen zehn Erzieherinnen, einer Berufspraktikantin, einer Sozialassistentin sowie den zwei Hauswirtschaftskräften die Pädagogik mit der Natur zu verknüpfen. „Im Rahmen von begleitenden Fortbildungen, Lernort Natur, Haus der kleinen Forscher und naturnah motivierten Kolleginnen gelingt das sehr gut. Auch Eltern helfen und sind mit einbezogen“, berichtet Bärbel Kaltschnee.

Sie streicht in diesem Zusammenhang auch das sehr gute Verhältnis zwischen dem Kita-Team und den Eltern heraus, die verständnisvoll und engagiert seien. „Das Team der Kita Pusteblume legt bis heute sehr viel Wert darauf, den Kindern und auch den Eltern eine liebevolle und angenehme Atmosphäre zu bieten“, betont Kaltschnee außerdem. Seit 2018 gibt es außerdem einen Förderverein, der zum Start mit seinem vorsortierten Flohmarkt großen Erfolg hatte.

Von Lars-Erik Gerth

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