Da war die Welt für ihn noch in Ordnung: Stadtbrandinspektor Markus Mohn am 4. Februar bei der Pressekonferenz zum Hochwasser in Langenselbold.
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Da war die Welt für ihn noch in Ordnung: Stadtbrandinspektor Markus Mohn am 4. Februar bei der Pressekonferenz zum Hochwasser in Langenselbold.

Schwere Turbulenzen bei Langenselbolder Feuerwehr

Fehlende Mehrheit für Stadtbrandinspektor Markus Mohn überrascht nicht nur Timo Greuel

  • Lars-Erik Gerth
    vonLars-Erik Gerth
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Dass der seit acht Jahren amtierende Stadtbrandinspektor Markus Mohn bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Langenselbold keine Mehrheit für seine Wiederwahl bekommen hat, sorgt in der Gründaustadt für großes Erstaunen. Und zwar sowohl bei Bürgermeister Timo Greuel (SPD) und Erstem Stadtrat Benjamin Schaaf (parteilos) als auch beim wiedergewählten stellvertretenden Stadtbrandinspektor Andreas Clement sowie bei Dennis Ernst, dem Pressesprecher der Feuerwehr.

Langenselbold – „Es hat im Vorfeld der Jahreshauptversammlung keine Anzeichen für dieses Ergebnis gegeben. Aus dem Kreis der Aktiven trat ja auch niemand als Gegenkandidat an“, zeigten sich Clement und Ernst am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung weiterhin verwundert über die Ereignisse vom vergangenen Freitag. Ähnlich ging es Bürgermeister Greuel, der aus terminlichen Gründen nicht an der Jahreshauptversammlung in der Klosterberghalle teilnehmen konnte.

„Dass Markus Mohn nicht wiedergewählt wurde, hat mich völlig überrascht. Ich hoffe nun, dass die Feuerwehr intern eine Lösung findet und einen neuen Kandidaten für dieses wichtige Ehrenamt präsentieren kann“, erklärte das Stadtoberhaupt auf Nachfrage des HA.

Mohn will keine Stellungnahme abgeben

Greuel hatte am Montagvormittag ein Gespräch mit Mohn, der hauptberuflich als Mitarbeiter im städtischen Ordnungsamt tätig ist. „In diesem Gespräch teilte mir Markus Mohn mit, dass er bei der nun notwendig gewordenen weiteren Hauptversammlung nicht als Kandidat für das Amt des Stadtbrandinspektors zur Verfügung stehen wird“, informierte der Bürgermeister. Diesen Verzicht bestätigte Markus Mohn gegenüber unserer Zeitung. Darüber hinaus wollte er sich auf Nachfrage nicht zu seiner gescheiterten Wiederwahl und den möglichen Gründen dafür äußern.

Mit dem 18. März 2021 endet Markus Mohns Amtszeit als Selbolder Stadtbrandinspektor, am Tag darauf wird sein Stellvertreter Andreas Clement dessen Aufgaben bis zur Wahl eines Nachfolgers übernehmen. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, selbst für den Posten zu kandidieren, wollte Clement gestern nicht eingehen. „Die überraschenden Ereignisse vom Freitag sind noch ganz frisch. Wir müssen die Situation jetzt in Ruhe besprechen und schauen, wer für Markus’ Nachfolge in Frage kommt“, so Clement.

Hauptversammlung muss in den nächsten acht Wochen stattfinden

Fakt ist, dass die noch einzuberufene weitere Hauptversammlung innerhalb der nächsten acht Wochen einen neuen Stadtbrandinspektor wählen muss. Gelingt dies nicht, liegt der Ball bei Bürgermeister Greuel, der dann einen Nachfolger für Mohn ernennen müsste.

Das wäre in der Gründaustadt übrigens kein Novum. Nach dem Rücktritt des damaligen Stadtbrandinspektors Harald Olbricht ernannte Ende 2011 Bürgermeister Jörg Muth (CDU) nach einer längeren Hängepartie Andreas Mohn zu dessen Nachfolger. Dieser gab allerdings bereits im März 2013 das Amt aus beruflichen Gründen ab. Die Aktiven der Selbolder Feuerwehr wählten daraufhin seinen Namensvetter Markus Mohn zum neuen Stadtbrandinspektor. Er erhielt vor fast genau acht Jahren 43 der abgegebenen 60 Stimmen. Am vergangenen Freitag nahmen 65 der derzeit 77 Aktiven an der Hauptversammlung teil. Mohn bekam diesmal lediglich 27 Ja-Stimmen. Bei zwei Enthaltungen votierten 36 Feuerwehrleute gegen den 41-jährigen Stadtbrandinspektor.

Von Lars-Erik Gerth

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