Eine klare Botschaft, die bisher Unbekannte in der Nacht zum Samstag auf dieses Banner am Thermo-Fisher-Stadion geschrieben haben.
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Eine klare Botschaft, die bisher Unbekannte in der Nacht zum 27. Februar auf dieses Banner am Thermo-Fisher-Stadion geschrieben haben.

Banner „Kinder brauchen Sport“ am Selbolder Stadion

Unbekannte protestieren dafür, dass der Nachwuchs trotz Corona trainieren und spielen darf

  • vonAndreas Ziegert
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Corona-Protest am Selbolder Fußballplatz: In der Nacht zum 27. Februar wurde ein großes Banner mit einer eindeutigen Botschaft am Zaun des Thermo-Fisher-Stadions angebracht. „Kinder brauchen Sport!!!“ steht darauf in rosa Schrift auf dunklem Untergrund und großen Lettern geschrieben.

Langenselbold – Mit dem Anbringen des Banners soll vermutlich die Forderung zum Ausdruck gebracht werden, dass der Spielbetrieb im Jugendfußball wieder aufgenommen wird. Wer das etwa drei auf sieben Meter große Transparent am Zaun angebracht hat, war auch am Sonntag zunächst nicht bekannt.

Am 29. Oktober 2020 hatte der Hessische Fußballverband den kompletten Spielbetrieb zunächst vorübergehend ausgesetzt. Gültigkeit hatte dies für sämtliche Ligen, auch im Jugendbereich. Die Generalabsage betraf alle Spielklassen und Pokalwettbewerbe der Herren, Frauen und Jugend auf Sportplätzen im Freien sowie sämtliche Wettbewerbe in der Halle. Neben den angesetzten Partien des regulären Spielbetriebs waren auch Freundschaftsspiele betroffen. Die Aussetzung galt zunächst bis mindestens 31. Dezember 2020, an diesem Stand hat sich bis Ende Februar 2021 allerdings nichts geändert.

Wegen Corona-Pause: Nachwuchs könnte sich vom Fußball abwenden

Stefan Reuß, der Präsident des Hessischen Fußballverbandes, hat mittlerweile vor allem seine Sorgen um die Nachwuchsfußballer geäußert, die sich vom Fußball abwenden könnten. Auch die wirtschaftliche Situation und Zukunft der Vereine bereiteten ihm Sorge. Ende Januar appellierte Reuß daher an die Politik, die Förderungen zu verstärken, um den Vereinen, die eine enorm wichtige soziale Komponente erfüllen würden, unter die Arme zu greifen.

Am Spielverbot hat sich unterdessen bis heute nichts geändert, lediglich zum Trainingsbetrieb liegen seit Mitte Februar aktualisierte Informationen vor: Amateursport kann demnach auf Sportanlagen im Freien oder in Sporthallen lediglich allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand stattfinden. Weitläufige Sportanlagen dürfen gleichzeitig von mehreren „individualsportlich aktiven Personen“ genutzt werden. Die Durchführung von Individualtraining (ein Trainer plus ein Spieler) ist möglich. Gruppentraining hingegen explizit verboten. Ebenso ist ein verkapptes Gruppentraining in Form von mehreren gleichzeitig stattfindenden Individualtrainings nicht zulässig.

Fußballverband empfiehlt Beschränkung auf eine Trainingsgruppe

„Wir empfehlen ausdrücklich eine Beschränkung auf maximal eine Trainingsgruppe (zwei Personen beziehungsweise Hausstand) pro Platzhälfte. Zwei Spieler (ohne Trainer) dürfen 1:1-Situationen im Vollkontakt trainieren, sofern es sich um einen festen Partner handelt, der nicht gewechselt wird“, teilte der Hessische Fußballverband hierzu mit. Es müsse in jedem Fall gewährleistet sein, dass keine Durchmischung der einzelnen Personengruppen erfolge. Umkleidekabinen und Sanitäranlagen dürften nicht geteilt und die üblichen Abstandsregeln auf dem Gelände eingehalten werden.

Auf den Fußballplätzen der Selbolder Thermo-Fisher-Sportanlage rollte am Samstagvormittag zwar in einigen Ecken der Ball, von einem normalen Trainings- oder gar Spielbetrieb war aber auch dort natürlich nichts zu sehen. Das will in der Gründaustadt offenbar nicht mehr jeder akzeptieren. Das Banner soll nun vermutlich auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen trotz der Corona-Pandemie aufmerksam machen – verbunden mit der Forderung, die Nachwuchskicker wieder ihren Lieblingssport ausüben zu lassen.

Von Andreas Ziegert

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