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Krimikomödie im Dragonerbau zeigt Gangsterpärchen neu

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Möchten gerne Ganoven sein: Um an Geld zu kommen, überfallen Chantal (Bonnie) und Manni (Clyde) eine Bank. Mit der Beute wollen sie zwei unterschiedliche Ziele verwirklichen. Foto: Körtel
Möchten gerne Ganoven sein: Um an Geld zu kommen, überfallen Chantal (Bonnie) und Manni (Clyde) eine Bank. Mit der Beute wollen sie zwei unterschiedliche Ziele verwirklichen. Foto: Körtel

Langenselbold. Chantal und Manni: Sie möchten gerne Ganoven sein, mit einem Bankraub zu Geld kommen, und mit der Beute sehr unterschiedliche Ziele verwirklichen: Chantal will unbedingt Manni in Las Vegas heiraten, Manni legt eher Wert auf ein unbeschwertes und entspanntes Leben in Südamerika. Kann so ein Bankraub gelingen?

Von Claudia Körtel

Wie und vor allem ob das gelungen ist, gab es am Wochenende auf der Terrasse des Dragonerbaus bei der Krimikomödie „Zwei wie Bonnie und Clyde . . . denn sie wissen nicht, wo sie sind“ zu erleben. Im Gegensatz zu den eher unbedarften Rollen präsentierten die beiden Schauspieler Chiara Andes als Chantal (Bonnie) und Fabian Dünow (Manni, beziehungsweise Clyde) sehr professionell das Bonnie-und-Clyde-Paar. Mit viel Humor und facettenreichen Wortspielereien auf eigene Art und Weise.

Damit zeigten die beiden Schauspieler das legendäre Gangsterpärchen in einer neuen Version – und auch irgendwie sozialkritisch: Chantal und Manni – zwei Menschen, die zueinander gefunden haben und nicht wirklich zueinander passen: Chantal, sehr eingeschränkt, was die Auffassungsgabe betrifft. Und Manni, der seine Intelligenz – und nur seine vermeintliche Intelligenz – darstellt.

Chantal – Bonnie, und Manni – ClydeSowohl bei Bonnie als auch bei Clyde in der aktuellen Version gibt es einige Differenzen, was die jeweiligen Persönlichkeiten betrifft: Das alles präsentierten die beiden Vollblutschauspieler Andes und Dünow mit viel Einfühlungsvermögen, und nachvollziehbar für das Publikum. Die Handlung: Die beiden selbst ernannten Bankräuber (Chantal – Bonnie, und Manni – Clyde) landen nach missglückten Banküberfällen auf der Flucht in einer Lagerhalle, vollgestellt mit Schuhkartons. Und mit einer Einkaufstüte, die von Chantal anstelle der Beute aus einem Banküberfall mit dem Einkauf einer Bankkundin verwechselt wurde.

Der Inhalt des „Diebesgutes“: Klopapier und Tütensuppen anstelle des beabsichtigten Bargelds. Das ist für Chantal erst 'mal kein großes Problem, eher zu ihrer Freude: Denn welche Frau liebt keine Schuhe? Diebesgut und Banküberfall hin oder her. Und wie sich im Laufe des Abends herausstellte, erfüllte die Bühnendekoration mit voll gepackten Schuhkartons ihren Zweck nicht nur für Chantal und Manni, sondern auch für das Publikum: Denn das Rätsel um die Kartons löste sich in Teil zwei der Aufführung, nach der Pause.

Drei-Gänge-MenüZwar nicht aus den Überfällen unseres Pärchens, aber immerhin aus dem Deponat eines Vorgängers wanderte ein 100 000-Euro-Fund abwechselnd von Schuhkarton zu Schuhkarton. Chantal und Manni machen sich den Fund gegenseitig abspenstig, um sich – ungewiss des anderen – daran zu bereichern. Reichlich Wortwitz inklusive sprachlichem Schlagabtausch der beiden Darsteller sowie ihre sympathische Ausstrahlung sind allemal einen Besuch der weiteren Aufführungen auf der Open-Air-Bühne des Dragonerbaus Wert.

Der Krimi-Abend wird von einem Drei-Gänge-Menü umrahmt, das Jo Kreinecker mit Sohn Julian für die kleine Gästegesellschaft vorbereitet hatte und für weitere Ver‧anstaltungen bereit halten wird. Mit einem vorzüg‧lichem Dessert, auch zum ‧Abschluss weiterer erfolg‧reicher Aufführungen mit Chiara Andes und Fabian ‧Dünow des Ensembles „Defanora“.

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