Archivbild: Mike Bender

Langenselbold

Kommentar zur Wahl in Selbold: Eine Niederlage mit Ansage

Die Langenselbolder haben gewählt – und sie haben die CDU mit ihrem Kandidaten deutlich abgestraft. Ob es nach mehr als 20 Jahren schwarzer Politik tatsächlich einen Wechsel im Rathaus geben wird, wird sich am 2. Februar zeigen.

Von Yvonne Backhaus-Arnold

Immerhin sind jetzt die Stimmen, die der unabhängige Kandidat Axel Häsler und Manfred Kapp von den Freien Wählern auf sich vereinen konnten, wieder „frei“. 1300 Bürger hatten ihr Kreuzchen bei einem der beiden Bewerber gemacht und damit klar und deutlich gegen die beiden großen Parteien im Stadtparlament votiert.

Dass der Wunsch nach Veränderung groß ist oder die Bürger dem CDU-Kandidaten das Amt einfach nicht zutrauen, zeigt auch das Ergebnis von Timo Greuel. 1000 Stimmen liegt er vor Tobias Dillmann. Der wird es schwer haben, diesen Rückstand aufzuholen. Zu zurückhaltend war er bisher im Wahlkampf, dem es ohnehin an kontroversen Themen und Schlagkraft fehlte.

Greuel hat mit Verwaltungserfahrung gepunktet, mit guter Arbeit als Erster Stadtrat. Er hat Erfahrung gesammelt im Rathaus, sich in schwierigen Situationen (Gewerbesteuerrückzahlung an Thermo Fisher) bewiesen. Dass er überhaupt im Rathaus angekommen ist, hat Greuel zuvorderst der CDU zu verdanken.

Sie war der Steigbügelhalter für die SPD und den SPD-Stadtrat – und damit für den eigenen politischen Untergang. Sie opferte den Grünen Stadtrat Gustav Schreiner, um die Große Koalition im Parlament zu sichern. Das hat sich jetzt gerächt. Die Sozialdemokraten haben Timo Greuel positioniert – geschickt war das, man könnte sogar sagen clever. Die Christdemokarten dürften sich Grün und Blau ärgern – immerhin war die Niederlage gestern eine mit Ansage.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema