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Kinderarzt wieder weg: Dr. Sgoll will nach Gründau umziehen

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Erst im Januar hatte Dr. Stefan Sgoll die Praxis von Dr. Hans-Dieter Hüwer in Langenselbold übernommen. Nun möchte der einzige Kinderarzt der Stadt aus bislang unbekannten Gründen wieder gehen. Foto: PM
Erst im Januar hatte Dr. Stefan Sgoll die Praxis von Dr. Hans-Dieter Hüwer in Langenselbold übernommen. Nun möchte der einzige Kinderarzt der Stadt aus bislang unbekannten Gründen wieder gehen. Foto: PM

Langenselbold. Im Januar erst hatte Dr. Stefan Sgoll die Kinderarztpraxis von Dr. Hans-Dieter Hüwer in der Spessartstraße übernommen, und nun das: am Montagabend verkündete der Erste Stadtrat Gustav Schreiner (Bündnis 90/Die Grünen) vor der Stadtverordnetenversammlung, dass Sgoll seine Praxis nach Gründau verlegen wolle.

Von Rainer Habermann

Ein entsprechender Antrag bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sei bereits gestellt. „Am 14. Februar 2017 erhielt die Stadtverwaltung Kenntnis durch eine betroffene Familie von einem geplanten Ortswechsel der Kinderarztpraxis Dr. Sgoll“, sagte der Stadtrat. Ein Telefonat mit ihm habe ergaben, dass er wohl schon beim dafür zuständigen Zulassungsausschuss einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

Für die Stadt Langenselbold bedeute dies ein Art Schock, sei Sgoll doch der einzige Kinderarzt in der 14000-Einwohner-Stadt. Schreiner habe im Gespräch mit der KV sondiert, welche Einflussmöglichkeiten die Verwaltung auf einen Standortwechsel der Kinderarztpraxis habe.

Motive für Praxisverlegung noch unklar

„Dabei kam heraus, dass wir als Stadt wenig Einfluss auf solche Vorgänge haben. Auch wenn wir dadurch eine Schwächung unserer ärztlichen Versorgung befürchten müssen“, sagte der Erste Stadtrat vor dem Parlament.Ein Standortwechsel dieser Praxis wäre „für die Stadt Langenselbold und Kommunen im näheren Umkreis sehr von Nachteil. Wir haben deshalb die zuständigen Gremien der KV eindringlich gebeten, dem geplanten Standortwechsel der Kinderarztpraxis nicht zuzustimmen“, fuhr Schreiner fort. Dennoch werde versucht, in parallelen persönlichen Gesprächen mit Sgoll „eine einvernehmliche Lösung“ zu finden.

Was genau die Motive für eine so schnelle Praxisverlegung sind, kurz nach der Übernahme, und wann sie genau stattfinden soll, bleibt zunächst unklar. Sgoll wollte gestern gegenüber unserer Zeitung keine Stellungnahme abgeben.

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