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Kehrseite des Wachstums

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Neue Parkplätze braucht die Stadt: Das Problem ist erkannt und wird in diesem Jahr angegangen. Das Foto zeigt das Ärztehaus am Steinweg, wo es oft beengt zugeht. (Foto: Häsler)
Neue Parkplätze braucht die Stadt: Das Problem ist erkannt und wird in diesem Jahr angegangen. Das Foto zeigt das Ärztehaus am Steinweg, wo es oft beengt zugeht. (Foto: Häsler)

Langenselbold. Frisches Geld ist da. Doch es wird noch ein wenig dauern, bis es alle zusätzlich versprochenen Parkplätze in der Innenstadt gibt. Vor der Winterpause hat das Parlament den Planansatz für die Einrichtung zusätzlicher Parkplätze im Jahr 2018 um 16 000 Euro aufgestockt.

Von Torsten Kleine-Rüschkamp

Möglich war dies, weil es einen kleinen Haushaltsüberschuss für dieses Jahr gibt. Ursprünglich waren für dieses Jahr für die Sparte Parkplätze 10 000 Euro vorgesehen. Doch die Große Koalition aus CDU und SPD hatte zu den Haushaltsberatung den Vorschlag gemacht, den Kasseninhalt für die Parkplatz-Einrichtung auf 26 000 Euro aufzustocken.

Der gemeinsame Antrag der Großen Koalition ist einstimmig begrüßt worden. Darüber hinaus wird im Hintergrund nach weiteren Möglichkeiten gesucht, noch weitere Abstellmöglichkeiten für Autos zu finden. Dies sagte SPD-Parteichef Bernd Kaltschnee auf Anfrage unserer Zeitung.

Je mehr Parkplätze, desto beliebter die Innenstadt

Denn die Attraktivität der Innenstadt steht und fällt mit der Möglichkeit, in ausreichender Nähe einen adäquaten Parkplatz zu finden. Während das Geschäft am Innovationszentrum brummt und dort die Parkplätze stets reich gefüllt sind, war im vergangenen Jahr das Murren unter den Langenselbolder Einzelhändlern lauter geworden. Freilich darf man hier auch nicht verschweigen, dass es im Ringcenter, das vis-à-vis des Innovationszentrums liegt, zahlreiche Leerstände gibt. Wie man an diesem Beispiel sehen kann, sind Parkplätze auch nicht alles.

Es gab einen weiteren Anlass, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Parkplatzsituation in der Innenstadt verbessert werden kann. Spätestens seitdem der Parkplatz am ABC-Zentrum nicht mehr der Öffentlichkeit und nur noch Kunden der dort ansässigen Firmen zugänglich ist, herrscht Handlungsbedarf.

Parkplatzerweiterungen können erst 2018 umgesetzt werden

Zwischen der Stadt und dem Eigentümer hatte es einen Dissenz über eine neuerliche Vertragsgestaltung gegeben. Der Privatmann hatte in der Vergangenheit der Stadt den Platz zum öffentlichen Parken zur Verfügung gestellt. Über die Frage der entsprechenden Gegenleistungen hatte es keine Einigkeit gegeben.

Die Stadtverordneten hatten bereits vor einigen Monaten Parkplatzerweiterungen beschlossen, die freilich erst in diesem Jahr haushaltstechnisch umgesetzt werden kann. In der jüngsten Dezember-Parlamentssitzung war die Rede von 17 neuen Parkplätzen. Im Rahmen der Erweiterungspläne war unter anderem die Rede davon, fünf zusätzliche Parkplätze am Ärztehaus im Steinweg zu schaffen. Die Parkplätze sollten dort erneut eine Decke aus Bessunger Kies erhalten.

Langenselbold prosperiert

An der Karlstraße sollte geprüft werden, ob entlang des Verlaufs des ehemaligen Parkplatzes ebenfalls fünf Autoparkplätze geschaffen werden können. Die Freien Wähler waren im vergangenen Jahr mit ihrer Idee gescheitert, die Pflanzkübel in der Friedrichstraße beseitigen zu lassen, um an deren Stelle neue Parkplätze zu schaffen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Mohn hatte in der Dezember-Sitzung davon gesprochen, dass die Probleme in Sachen Parken auch deshalb aufgetaucht sind, weil Langenselbold prosperiert. „Auf Grund der in der Vergangenheit getätigten Investitionen und den Planungen für die kommenden Jahre finden wir in Langenselbold eine attraktive Kommune mit einem guten Verhältnis von lebenswerter Wohnstadt und ausreichend steigendem Arbeitsplatzangebot wieder. Diese Entwicklung findet auch Niederschlag in Engpässen wie zum Beispiel im Verkehr oder bei innerstädtischen Parkplätzen“, sagte Mohn.

2018 als Jahr der Parkplätze

Global gesehen, könnte 2018 zum „Jahr der Parkplätze“ in Langenselbold werden. Während in der Innenstadt gut anderthalb Dutzend neue Abstellmöglichkeiten geschaffen werden, sollen am Kinzigsee (wir berichteten) Hunderte von neuen Abstellplätzen gebaut werden. Wenn die Plätze am Kinzigsee originär auch nichts mit der Innenstadt zu tun haben, so dient diese Investition doch dem Bemühen der Stadt, das Defizit des Betriebs des Kinzigsees zu beseitigen, was sich letztlich positiv langfristig auf den städtischen Etat auswirken soll und somit die Investionskraft der Stadt stärken soll.

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