Ordnungsamtschef Michael Juracka (links) und Bürgermeister Timo Greuel aus Langenselbold
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Hoffen auf rege Beteiligung der ausgewählten Bürger an der Sicherheitsbefragung: Ordnungsamtschef Michael Juracka (links) und Bürgermeister Timo Greuel.

Sicherheitsgefühl

Im dritten Anlauf: 3740 Bürger sollen im Zuge des Kompass-Projekts befragt werden

  • Lars-Erik Gerth
    vonLars-Erik Gerth
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Zweimal wurde die Befragung bisher verschoben. Doch nun soll die Befragung im Rahmen des Kompass-Projekt stattfinden. Insgesamt 3740 Bürger sollen daran teilnehmen.

Langenselbold – Bei der offiziellen Aufnahme der Gründaustadt in die Initiative „Kommunalprogramm Sicherheitssiegel“ (kurz: Kompass) des hessischen Innenministers war im vergangenen November auch der damalige Polizeipräsident für den Bereich Südosthessen Roland Ullmann anwesend. Dieser wurde bekanntlich in der vergangenen Woche zum neuen hessischen Landespolizeipräsidenten befördert.

Auch sonst ist einiges Unvorhergesehenes seit November passiert, was in erster Linie mit der Corona-Pandemie zusammenhängt. Diese ist beispielsweise dafür verantwortlich, dass die Sicherheitsbefragung der Bürger, mit der die Kompass-Initiative so richtig Fahrt aufnehmen sollte, schon zweimal verschoben werden musste. Nun soll sie aber mit der Verschickung der Briefe an jene zufällig ausgewählten 3740 Selbolder Bürger starten. „Die Professur für Kriminologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, die die Umfrage durchführt, hat uns mitgeteilt, dass wir die Briefe am 30. Juli rausschicken können“, berichtete Bürgermeister Timo Greuel (SPD) gestern bei einer Pressekonferenz, die er auch dazu nutzte, Roland Ullmann für seine neue, nicht einfache Aufgabe alles Gute sowie „eine sichere und ruhige Hand“ zu wünschen.

Ziel der Befragung: die persönlichen Sicherheitsbedürfnüsse der Bevölkerung zu erfassen

Ziel der Befragung sei es, wie Ordnungsamtsleiter Michael Juracka, der zentraler Ansprechpartner für das Kompass-Projekt ist, erläuterte, die persönlichen Sicherheitsbedürfnüsse der Bevölkerung zu erfassen. „Auf dieser Grundlage wollen wir dann Maßnahmen für die Verbesserung der Sicherheitslage in unserer Stadt treffen“, führte Juracka weiter aus. Um das Sicherheitssiegel des Innenministeriums zu erhalten, muss Langenselbold drei neue Projekte umsetzen. In Maintal, das 2017/18 zu den Kompass-Pilotkommunen zählte, wurden beispielsweise an den beiden Bahnhöfen in Dörnigheim und Bischofsheim mehrere Laternen aufgestellt, um so für ein verbessertes Sicherheitsgefühl zu sorgen.

Zunächst müssen möglichst viele der per Zufallsverfahren ausgewählten Bürger (einzige Bedingungen waren, dass sie mindestens 14 Jahre alt sein und einen Haupt- oder Nebenwohnsitz in Selbold haben müssen) an der Umfrage teilnehmen, „die freiwillig ist und absolut anonym erfolgt“, wie Greuel und Juracka gestern betonten. Die Bürger erhalten mit dem Schreiben einen Zugangscode und können den Fragebogen dann im Internet unter www.langenselbold.de/sicherheitsbefragung ausfüllen. Wer keinen Internetzugang hat, kann sich den Fragebogen auch per Post zuschicken lassen.

Die Offiziellen hoffen auf eine große Beteiligung

Bürgermeister und Ordnungsamtschef hoffen, dass bis Ende August möglichst viele der 3740 ausgewählten Bürger an der Befragung teilnehmen werden, um auf dieser Basis dann die Sicherheitslage in der Gründaustadt verbessern zu können. Das Ausfüllen des Fragebogens würde auch nicht sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, versicherte das Stadtoberhaupt, das nach eigenem Bekunden dafür zehn Minuten gebraucht habe. Bei den meisten Fragen sei ein Kästchen anzukreuzen.

Die Fragen beschäftigen sich auch mit dem Straßenverkehr. So können die Bürger ankreuzen, ob es ihrer Meinung nach in Selbold zu wenige Parkplätze gebe, oft zu schnell und rücksichtslos gefahren werde oder die Radwege schlecht ausgebaut beziehungsweise gefährlich seien. Angeben sollen die Teilnehmer auch, ob sie in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Diebstählen oder Einbrüchen gewesen sind und wo sie sich im öffentlichen Raum in der Gründaustadt besonders unsicher oder gar gefährdet fühlen.

Frage nach den bereits vorhandenen Präventionsmaßnahmen

Gespannt sind Greuel und Juracka auch darauf, wie vielen der Befragten überhaupt bekannt ist, welche Präventionsprojekte es in Langenselbold bereits gibt. So bietet die Stadt seit geraumer Zeit die monatliche Bürgersprechstunde „Schutzmann vor Ort“ an. „Coronabedingt mussten wir sie in den letzten Monaten aussetzen, nach den Sommerferien wollen wir damit aber wieder starten“, informierte Juracka über den Stand bei diesem Projekt.

Vorweisen kann Selbold außerdem einen Präventionsrat und einen Seniorensicherheitsberater. Der weitere Verlauf des Kompass-Projekts wird zeigen, was zukünftig noch dazukommt.

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