Die Hoffnung hat Markus Garcia noch nicht aufgegeben, dass die Vergabekammer des RP den Zuschlag für Viabus noch kippt und Heuser doch wieder zum Zuge kommt. Foto: Gerth

Langenselbold

Heuser-Fahrer Markus Garcia gibt nicht auf

Langenselbold. „Seit 87 Jahren steht die Firma Heuser„ für hervorragenden Service, Kundenfreundlichkeit und Zuverlässigkeit. Fragen Sie die Langenselbolder. Sie können es nicht verstehen, dass 'ihre' Buslinien ab Sonntag von einem anderen Unternehmen betrieben werden. Und ich kann es auch nicht verstehen.“

Von Lars-Erik Gerth

Markus Garcia sind Enttäuschung und Wut über die Interimsvergabe der Linien MKK-54, MKK-56 und MKK-57 an die in Speyer ansässige Firma Viabus deutlich anzumerken. Der Fahrer des Langenselbolder Traditionsunternehmens Heuser hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben.

Der 42-Jährige hatte sich im Februar in besonderer Weise dafür eingesetzt, dass sich bei der Vergabe des Langenselbolder Linienverkehrs vielleicht doch noch etwas zugunsten seiner Firma Heuser tut. Er hatte eine Unterschriftenaktion initiiert, die von 311 Langenselboldern unterstützt wurde, die sich mit ihrem Namenszug dafür einsetzen, dass Heuser die Konzession behält. Die Liste übergab Garcia dann an Landrat Thorsten Stolz, der versprach, sie an die Vergabekammer des Regierungspräsidiums (RP) in Darmstadt weiterzuleiten.

Noch kein Termin vom RPDiese entscheidet über den Einspruch von Heuser gegen die Konzessionsvergabe der drei Buslinien an Viabus durch die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) Main-Kinzig. Einen Termin dafür hat das RP bisher noch nicht genannt. Inge Bahr, die Geschäftsführerin von Heuser, hofft, dass die Entscheidung spätestens Ende Juli fallen wird. Wie Markus Garcia, den seine Kollegen bei Heuser aufgrund seines Einsatzes für die Firma bewundernd Capitano nennen, hat auch Bahr die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass die Vergabekammer die Entscheidung der Kreisverkehrsgesellschaft korrigiert.

Allerdings hatte diese auch die Interimsvergabe, die nun durch den Rechtsstreit notwendig wurde, nicht Heuser, sondern Viabus zugeschlagen. Entsprechend übernimmt das Speyrer Unternehmen ab morgen die Linien MKK-54, MKK-56 und MKK-57. Gleichzeitig wird die nicht zuletzt durch die Firma Heuser entwickelte Stadtbuslinie MKK-59 eingestellt. Sie geht laut Kreisverkehrsgesellschaft in den drei anderen Buslinien auf, die durch Langenselbold fahren.

Heuser musste Belegschaft reduzierenDurch die Interimsvergabe an Viabus, die bis zum 8. Dezember läuft, ist die Firma Heuser jedoch gezwungen, ihre Belegschaft deutlich zu reduzieren. Laut Geschäftsführerin Bahr verbleiben von den 34 Mitarbeitern nur noch zehn bei dem 1931 gegründeten Traditionsunternehmen. Bis auf zwei der Betroffenen haben jedoch bereits alle eine neue Arbeit gefunden.

Zu ihnen zählt der Capitano allerdings nicht. Er muss sich zunächst im Juli einer Knieoperation unterziehen. Deshalb habe er sich bisher nicht um eine neue Stelle gekümmert. „Und ich hoffe, dass ich das dann auch nicht muss, wenn das RP sich gegen Viabus und für Heuser entscheidet. Denn die Qualität muss doch das Wichtigste sein. Und die liefert unsere Firma seit 87 Jahren zu aller Zufriedenheit. Das können sie überall in Langenselbold hören“, gibt sich Garcia weiter kämpferisch. Sehr enttäuscht ist er jedoch von Landrat Thorsten Stolz, der sich seiner Meinung nach nicht genügend für Heuser eingesetzt habe. Der 42-jährige Busfahrer ist überzeugt, dass der Landrat bei der Vergabe durch die KVG für das mittelständische Langenselbolder Unternehmen hätte Partei ergreifen können. Stolz hatte im Gespräch mit Garcia jedoch auf die europäischen Vergaberichtlinien verwiesen, die auch die Kreisverkehrsgesellschaft einhalten müsse. Entsprechend sei die Vergabe an Viabus gegangen.

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