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Henni Nachtsheim: "Das endet dann fast immer im Desaster"

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Etliche Eintracht-Fans kamen voriges Jahr zur Signierstunde mit Henni Nachtsheim (links) ins „Büchermeer“. Am 10. Dezember ist der Comedian erneut zu einer Lesung in Langenselbold zu Gast. Archivfoto: Habermann
Etliche Eintracht-Fans kamen voriges Jahr zur Signierstunde mit Henni Nachtsheim (links) ins „Büchermeer“. Am 10. Dezember ist der Comedian erneut zu einer Lesung in Langenselbold zu Gast. Archivfoto: Habermann

Langenselbold. Henni Nachtsheim ist die eine Hälfte von Badesalz und bekennender Eintracht-Fan. Am Samstag, 10. Dezember, um 20 Uhr wird die evangelische Kirche am Klosterberg zur Fanmeile: „Adlerträger live“ steht auf dem Programm. Im Interview erklärt er, warum er in einer Kirche auftritt und nie mehr zu Auswärtsspielen fährt.

Von Rainer Habermann

Nachtsheim kommt mit seinem kongenialen Partner Michael Apitz, der die Zeichnungen und so manches andere zu dem Eintracht-Bestseller beisteuerte, in jene Stätte, die sonst eher geistlichen Themen vorbehalten ist.Auf Initiative von Buchhändlerin Bärbel Tárai („Büchermeer“), bieten die beiden eine Mischung aus Stand-up-Comedy, Live-Zeichnen, Sketching und Lesen aus dem lustigen und beliebten Eintracht-Frankfurt-Schmöker „Adlerträger“, dessen zweite Auflage mittlerweile fast vergriffen ist.Wer Henni Nachtsheim kennt, weiß, dass da kein Auge trocken bleiben wird. Im Gespräch mit unserer Zeitung schildert Nachtsheim, warum er ausgerechnet eine Kirche zum „Stadion“ macht, was ihn zu der Veranstaltung inspiriert hat, wie er eigentlich den Comic-Zeichner Michael Apitz kennen lernte, und was ihm an seinem neuen „Hennis Eintracht Frankfurt EKG“- Videoblog gefällt.

Henni Nachtsheim, Sie haben ja bereits so einige Erfahrungen mit Langenselbold gemacht. Was hat Sie bewogen, "Adlerträger" in eine Kirche zu bringen?"Richtig. Mit Badesalz spielen Gerd Knebel und ich seit Jahren immer wieder und gerne in der Klosterberghalle. In diesem Jahr hatten wir im April mit 'Dö Chefs' ja gleich zweimal die Hütte voll. Aber eigentlich kam die Initialzündung zur 'Adlerträger'-Geschichte aus einer Signierstunde im Dezember vorigen Jahres, die wirklich toll war und mich regelrecht von den Socken gehauen hat.Sie fand in der Buchhandlung 'Büchermeer' statt. Es waren wirklich viele Leute da, bunt gemischtes Publikum, zum Teil Familien und natürlich Eintracht-Fans. Die standen zeitweise bis vor die Tür. Und der Kontakt zur Buchhändlerin Bärbel Tárai war mega nett, sie ist echt super freundlich und zuvorkommend. Da wir ja seit einiger Zeit auch eine Live-Präsentation für 'Adlerträger' haben, hab ich ihr davon erzählt.Sie war sofort interessiert, und kurz drauf hatten wir ein Datum gefunden und das gleich per Handschlag besiegelt. Jetzt ist ja die Buchhandlung aber für diese Form von Veranstaltung zu klein, also mussten wir was Anderes finden. Da uns die Klosterberghalle aber wiederum zu groß erschien, kam Bärbel auf die Idee, bei der Evangelischen Kirche nachzufragen."

Also ein kirchlicher Rahmen für eine äußerst weltliche Sache: "Adlerträger" ist das Fan-Buch schlechthin für Anhänger von Eintracht Frankfurt und solche, die es werden wollen. Wie kam Michael Apitz beim "Adlerträger" ins Spiel?"Sagen wir so. . . es ist eines der lockeren Fan-Bücher, in dem es zwar auch um die Geschichte von Eintracht Frankfurt geht, aber eben nicht im historisch-statistischen Sinn. Es braucht nicht immer den ernsten Statistik-Scheiß, um gerade auch Fanclubs zu begeistern. Vom Selbolder Eintracht-Fanclub waren schon im vorigen Dezember einige da, die mir gesagt haben, dass sie das Buch gut finden.Papa, Mama, Eintracht-Kids – für die ist das Buch gedacht, ohne irgendwelche pädagogischen Ambitionen. Rentner Pfaff, seit Ewigkeiten Eintracht-Fan, seine Enkelin Lilli und der Papagei 'Adler', der sich selbst für einen solchen hält, erzählen spielerisch die Eintracht-Geschichte. Es ist ein Familienbuch.Die Idee zum Papagei, der nicht weiß, dass er ein Papagei ist, hatte übrigens Michael Apitz. Der ist mittlerweile zu einem richtig guten Freund geworden. Wir haben uns sozusagen gesucht und gefunden. Michael gehört ebenfalls zur Garde der eingefleischten Eintracht-Fans, aber richtig kennengelernt haben wir uns erst bei der Hochzeitsfeier eines Bekannten, nicht im Stadion.Seine Affinität gehört dem Zeichnen und Illustrieren, und zwar genial. Meine dem Schreiben. Und daraus haben wir ein Buch gemacht, das für mich zu den Highlights der letzten Jahre gehört, weil die Arbeit mit Michael wirklich außergewöhnlich war!"

Wie lief die Zusammenarbeit?"Erst mal haben wir uns ein paar Mal zusammengesetzt und die Grundidee entwickelt. Dann habe ich ihm per Mail jeweils ein neues Kapitel geschickt und er hat das dann jedes Mal unheimlich schnell zeichnerisch umgesetzt. Das war ein richtiges Ping-Pong-Spiel.Eine ganz tolle Arbeitsatmosphäre, daraus ist eine gute und feste Freundschaft geworden. Seine Comic-Kolumnen und Anekdoten zur Eintracht in der Frankfurter Rundschau oder der Stadionzeitung sind ja ebenfalls legendär. In der Selbolder Evangelischen Kirche werden wir das kabarettistisch unterlegen. Und auch erzählen, wie die Geschichten im Buch zustande kamen."

Sind Sie eigentlich wirklich bei jedem Eintracht-Spiel dabei?"Ich gehe nie nie nie wieder zu einem Auswärtsspiel. Das endet dann fast immer im Desaster. Ob das an mir liegt (lacht)? Na ja, jedenfalls gehe ich so oft, wie ich kann, zu den Heimspielen. Wenn wir mit Badesalz parallel auftreten, zeichne ich die Spiele auf und schaue sie mir später an. Auch, um für meinen Video-Blog bei HR-Online gut vorbereitet zu sein.Der läuft über Youtube, die Jungs und Mädels in der HR-Redaktion bebildern den ganz toll mit Comics und Animationen. Ich darf erzählen was ich will, lustige und blöde Fragen beantworten, meine Kommentare ablassen. Der Videoblog 'Hennis Eintracht Frankfurt EKG' wird sogar vom Intendanten des HR empfohlen. Das tut schon gut. Vor allem, dass ich dem Hessischen Rundfunk einen eigenen Blog wert bin. Der kommt immer dienstags nach den Eintracht-Spielen."

Henni Nachtsheim und Michael Apitz sind am Samstag, 10. Dezember, um 20 Uhr in der Evangelischen Kirche Langenselbold, Hanauer Straße 23, zu Gast. Karten sind zu 18 Euro in der Buchhandlung „Büchermeer“, Steinweg 9, erhältlich. Für 14,80 Euro gibts's dort auch das Buch „Adlerträger – Lilli Pfaff und die Geschichte von Eintracht Frankfurt“.

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