Über ihre ehrenamtliche Arbeit berichtet Anne Müller im Gespräch mit HA-Redakteur Lars-Erik Gerth.
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Über ihre ehrenamtliche Arbeit berichtet Anne Müller im Gespräch mit HA-Redakteur Lars-Erik Gerth.

TAG DES EHRENAMTS

Helfen, den Alltag zu erleichtern: Anne Müller hat die Bürgerhilfe in Langenselbold mitgegründet

  • Lars-Erik Gerth
    vonLars-Erik Gerth
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Langenselbold – Ehrenamtliches Engagement ist für Anne Müller etwas ganz Selbstverständliches. Und deshalb war es für sie völlig normal, als sie 2008, nach Ende ihres Berufslebens, gleich ein Ehrenamt übernahm. Sie trat dem Seniorenbeirat der Stadt bei und wurde bald dessen Vorsitzende. Dieses Amt übt sie heute immer noch aus.

Zudem gehört die Journalistin, die unter anderem für den „Industriekurier“ gearbeitet hat, zu den Gründungsmitgliedern der Langenselbolder Bürgerhilfe. Bei diesem Verein hat sie – nun schon seit 2015 – ebenfalls den Vorsitz inne.

Fahr- und Begleitdienst muss pausieren

„Die ehrenamtliche Tätigkeit im Seniorenbeirat und bei der Bürgerhilfe macht mir weiterhin sehr viel Spaß. Leider ist es in diesem Jahr sehr schwierig, sich zu treffen und die Hilfen und Aktivitäten aufrechtzuerhalten“, macht Anne Müller im HA-Gespräch deutlich, dass die Corona-Krise auch Einfluss auf die Arbeit und die Angebote der beiden Institutionen hat, denen sie vorsteht. So muss beispielsweise der sonst häufig in Anspruch genommene Fahr- und Begleitdienst der Bürgerhilfe pandemiebedingt weiter pausieren. „Und auch der Seniorenbeirat kann Veranstaltungen wie die Babbel-Nachmittage oder die Modenschau, die in Kooperation mit der Seniorenberatung und anderen Organisationen stattfinden, nicht anbieten. Das ist ausgesprochen schade. Und ich hoffe sehr, dass sich die Lage im neuen Jahr ändert und wir unsere Aktivitäten wieder durchführen können“, blickt Müller auf 2021 voraus.

Für die Wahl-Selbolderin, die seit 1982 in der Gründaustadt lebt, ist es besonders wichtig, dass sie sowohl im Seniorenbeirat als auch in der Bürgerhilfe mit sehr guten und engagierten Mitstreitern zusammenarbeitet. Wichtig ist Müller dabei, dass jeder das macht, was er besonders kann und wo er seine Kenntnisse, sein Wissen und seine Fähigkeiten einbringen kann. „Ich finde sehr schön, dass sich bei uns in Selbold so viele Menschen ehrenamtlich engagieren und sich damit für das Gemeinwohl einsetzen. Denken wir nur an die Einsatzkräfte von Rotem Kreuz oder Feuerwehr, die in ihrer Freizeit Menschen helfen und sogar Leben retten“, streicht Anne Müller passend zum heutigen Tag des Ehrenamts die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement für die Allgemeinheit heraus.

Lange in Düsseldorf gewohnt

Groß geworden ist sie im Ruhrpott und hat dann lange in Düsseldorf gewohnt, ehe sie mit ihrem Mann, der Redakteur beim „Handelsblatt“ gewesen ist, ins Rhein-Main-Gebiet kam. „Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen, in der man sich gegenseitig unterstützt hat. Und im Ruhrpott war es in der Nachkriegszeit auch ganz selbstverständlich, sich gegenseitig zu helfen. Nachbarschaftshilfe gehörte für uns einfach dazu“, so Müller, die bei ihren vielen Kontakten im Rahmen der Arbeit im Seniorenbeirat feststellen musste, dass es diesbezüglich in Langenselbold anders aussieht.

„Das war einer der Hauptgründe, die Bürgerhilfe zu gründen, nachdem die Idee einer Nachbarschaftsinitiative auch ein wesentliches Thema bei einem Projekttag des Stadtmarketingvereins im Jahr 2014 gewesen ist“, erinnert sich die Vorsitzende an den Gründungsprozess.

Miteinander soll gestärkt werden

„Mit den Angeboten wie dem Übernehmen von Einkäufen, dem Fahr- und Begleitdienst oder der Entlastung pflegender Angehöriger wollen wir Menschen, die nur eingeschränkt oder kaum noch mobil sind, den Alltag erleichtern“, verdeutlicht Müller die gewachsene Bedeutung des Vereins, der knapp 400 Mitglieder hat.

Die Bürgerhilfe, so die Vorsitzende, möchte aber natürlich ebenfalls das Miteinander stärken, Veranstaltungen und Aktivitäten anbieten. Dabei kann Anne Müller auch auf die sehr gute Zusammenarbeit mit der städtischen Seniorenberatung bauen. „Gemeinsam mit Seniorenberaterin Corinne Stuttmann haben wir einiges auf den Weg gebracht. Das neuste Projekt, der Babbel-Lauftreff, wurde sehr gut angenommen und hatte bisher bis zu 37 Teilnehmer“, berichtet sie über das in diesem Jahr gestartete Angebot, das derzeit aufgrund von Corona leider auch nicht stattfinden kann.

Nordic-Walking-Kurs in Planung

Um jüngere Selbolder für die Bürgerhilfe zu gewinnen, gäbe es auch Überlegungen, einen Nordic-Walking-Kurs anzubieten. Mit zwölf Euro ist die Jahresmitgliedschaft relativ überschaubar. „Es gibt aber auch in Selbold Senioren, die sich das nicht leisten können. Für sie besteht die Möglichkeit von Patenschaften durch Mitglieder, die den Betrag dann übernehmen“, unterstreicht Anne Müller die Motivation der Bürgerhilfe, für alle da zu sein, die Hilfe und Unterstützung im Alltag benötigen.

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