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Glücksstein-Fieber in Langenselbold: Facebook-Aktion zieht Kreise

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Glück to go: Gelungene Beispiele künstlerischer Kreativität von der Seite #KinzigSteine. Wo die Steine aus dem Langenselbolder Schlosspark einmal landen werden, weiß niemand. Screenshot: PM/Foto: Torsten Kleinerüschkamp
Glück to go: Gelungene Beispiele künstlerischer Kreativität von der Seite #KinzigSteine. Wo die Steine aus dem Langenselbolder Schlosspark einmal landen werden, weiß niemand. Screenshot: PM/Foto: Torsten Kleinerüschkamp

Langenselbold. Ihr dreijähriger Sohn findet „Steine aussetzen“ schlimm, er möchte sie viel lieber „auf die Reise schicken“, schreibt eine Mutter auf der Facebookseite #KinzigSteine. Eine ganze Menge von Selboldern scheinen derzeit im Glücksstein-Fieber zu sein.

Von Torsten Kleinerüschkamp

Wer einen bemalten Stein im Park, am Straßenrand, vor der eigenen Haustüre oder an der Bushaltestelle findet, freut sich wie ein König. Weil es eigentlich ganz einfach ist, sich gegenseitig glücklich zu machen, werden derzeit überall Kiesel teils kunstvoll bemalt und im bebauten Stadtgebiet ausgesetzt.

Achtsamkeit und Aufmerksamkeit für den jeweiligen Lebensraum fördern

„Wir haben schon 600 Mitglieder“, teilte gestern Doris Roth mit, die eine Mitinitiatorin der Facebookgruppe „bunte Steine MKK #KinzigSteine“ ist. Die Grundidee, Steine anzumalen und auszuwildern, stammt vom Internetriesen selbst. Seitdem ist das Andere-Leute-mit-bunten-Steine-Beglücken ein Selbstläufer.

In vielen Regionen und Kommunen gibt es eigene Gruppen. So gibt es „Schwälmer Steine“ und „Modauer Steine“. So kann es demnächst sein, dass man einen der #KinzigSteine vielleicht ganz hoch im Norden, mit etwas Glück in Wesselburen im Kreis Dithmarschen findet. Im Großen und Ganzen soll es auch darum gehen, die Achtsamkeit und Aufmerksamkeit für den jeweiligen Lebensraum zu fördern.

Immer mehr Facebook-User begeistern sich für die Idee

Nach dem Verzieren der Vorderseite – der Kreativität kann hier freier Lauf gelassen werden – sollten die Kieselkünstler im hiesigen Fall auf der Rückseite mit #KinzigSteine markiert werden, damit der Dithmarschener Rübenbauer bei seinem Fund im Kirchhof auch weiß, woher das Steinchen – vielleicht mit einem hübschen Marienkäfer drauf – stammt. Allerdings sei angemerkt: Die Kinzig gibt's gleich zweimal in Deutschland. In Baden-Württemberg fließt auch eine Kinzig. Die kommt aus dem Schwarzwald und fließt bei Kehl in den Rhein.

Mitte August hatte Doris Roth die Gruppe erst ins Leben gerufen. Die Zahl der 600 Mitglieder, die seit gestern mit von der Partie sind, beschränkt sich aber nicht nur auf Langenselbold. Die Glückssteinefans kommen auch aus umliegenden Kommunen. Am späten Nachmittag war die Zahl der Gruppenmitglieder bereits auf 637 Personen geklettert.

Reisende Steine bereiten kleine Freuden im Alltag

In einem Zeitungsinterview hat Roth beschrieben, wie sie auf die Idee gekommen war. Durch einen Zufall sei sie auf die Aktion aufmerksam geworden, die anderswo in Deutschland munter Kreise ziehe. Im konkreten Falle seien dies die Facebookgruppen Aller Steine und Elbsteine gewesen. Sie rät im Übrigen dazu, die Steine nach dem Bemalen mit Klarlack zu überziehen, damit die Farbe wetterfester ist.

In einem Post auf der Facebookseite „bunte Steine MKK #KinzigSteine“ heißt es zum Beispiel: „Ich habe meinen Kindern vor einigen Tagen von den Steinen erzählt, sie waren sofort begeistert und halten seitdem Ausschau.

Mein Sohn hat eben beim Einkaufen in Meerholz zum ersten Mal einen schönen Stein mit Blumen gefunden. Wir haben uns sehr gefreut. Tolle Aktion und danke an den/die Künstler/in für diese kleine Freude im Alltag :-) Bald geht der Stein wieder weiter auf Reise . . .“

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