Pro und Contra am Drahtgitterzaun: Die politische Auseinandersetzung über die Art und Weise des Versuchs mit ungewissen Ausgang, die Gärtnerbrücke sanieren zu wollen, tobt in Form eines Zettelkriegs. Foto: Torsten Kleinerüschkamp

Langenselbold

Gärtnerbrücke in Langenselbold wird zur "Klagemauer"

Langenselbold. Eine regelrechte Zettelschlacht tobt an der Gärtnerbrücke. Hier drückt sich offenbar der Volkszorn aus, leider anonym. Quasi als Kommentar zum städtischen Anschlag, warum sich die Erneuerung des Bauwerks so lange verzögert, haben sich ein oder mehrere Unbekannte geäußert.

Von Torsten Kleinerüschkamp

Alle Zettel, sowohl der städtische als auch die Kommentierung, sind sorgfältig laminiert. Leider war am Freitag aus dem Rathaus keine Stellungnahme erhältlich, da der gesamte hauptamtliche Magistrat im Urlaub war oder frei hatte. Auch der zuständige Amtsleiter war nicht anwesend.

Während die Stadt auf ihrem Anschlag ihre offizielle Pressemitteilung wiedergibt, setzt das anonyme Geschreibsel doch einige Gedankenarbeit voraus, um die Sache zu interpretieren.

Mit drei Ausrufezeichen: An der Ecke Hanauer Straße/Gärtnerweg warnt nur dieser durchweichte Zettel vor der gesperrten Gründauquerung. Foto: Torsten Kleinerüschkamp

So spricht die Stadt von horrenden Preisen, die die Handwerker verlangt hätten, um das Bauwerk zu erneuern. Deshalb werde die Querung der Gründau nun erneut ausgeschrieben, diesmal aber in einzelnen Gewerken. Den Rest wolle die Stadt in Eigenleistung erledigen, natürlich in der Hoffnung darauf, dass dann das Budget reicht.

Die Kommentierung spielt unter anderem mit reichlich Ironie. Die nicht zu finanzierende Brückenerneuerung wird mit den Urlaubsplänen einer Familie in Zusammenhang gebracht, die ein gewisses Budget hat. Die Angebote des Reisebüros hätten nun 42 bis 46 Prozent über den geschätzten Kosten gelegen. Genau diese Zahlen hatte die Stadt auch für das gescheiterte Brückenprojekt genannt. „Wir würden ja an einer getrennten losweisen Vergabe arbeiten, leider wissen wir nicht genau . . ., wie das die Kosten reduzieren soll“, heißt es dort beispielsweise.

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