Blick in die aktuelle Selbolder Stadtverordnetenversammlung, in der fünf Fraktionen vertreten sind. Nach der Wahl im März wird sich deren Zahl nicht erhöhen.
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Blick in die aktuelle Selbolder Stadtverordnetenversammlung, in der fünf Fraktionen vertreten sind. Nach der Wahl im März wird sich deren Zahl nicht erhöhen.

Kommunalwahl: Keine neuen Gruppierungen

In Langenselbold treten wieder fünf Parteien an

  • Lars-Erik Gerth
    vonLars-Erik Gerth
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Nach Ablauf der Frist für die Einreichung der Wahlvorschläge zur Neuwahl des Selbolder Parlaments steht fest, dass die Zahl der Fraktionen nicht zunehmen wird. Wie Wahlamtsleiter Michael Juracka auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, haben nur jene fünf politischen Gruppierungen eine Kandidatenliste abgegeben, die derzeit bereits in der Stadtverordnetenversammlung vertreten sind.

Langenselbold – Ihre Kandidatenlisten eingereicht haben analog zu 2016 erneut CDU, SPD, Freie Wähler, Grüne und FDP. In der Gründaustadt treten somit auch diesmal weder die AfD noch Die Linke mit eigenen Wahlvorschlägen an.

Die CDU konnte vor fünf Jahren ihre Position als stärkste Fraktion im Selbolder Stadtparlament trotz deutlicher Stimmverluste verteidigen. Bei der Wahl am 6. März 2016 erreichten die Christdemokraten 41,5 Prozent, nachdem sie 2011 noch 5,5 Prozent mehr erzielt hatten. Die SPD konnte sich 2016 hingegen von 35,1 auf 38,3 Prozent verbessern. Einen großen Wahlerfolg verzeichneten die Freien Wähler, die ihren Stimmenanteil mehr als verdoppeln konnten. Hatten sie 2011 noch 3,6 Prozent auf sich vereinigt, waren es fünf Jahre später 9,6 Prozent. Zulegen konnten auch die Freien Demokraten, die sich von 1,9 auf 4,3 Prozent steigerten.

Grüne waren 2016 die großen Wahlverlierer

Eine Besonderheit gab es 2016 bei den Grünen. Diese waren in der Gründaustadt bis dahin als Offene Liste Grüne-Alternative Langenselbold angetreten und hatten 2011 mit 12,4 Prozent ihr bestes Ergebnis erzielt, bildeten dann auch mit der CDU eine Koalition und stellten mit Gustav Schreiner den Ersten Stadtrat. Zur Kommunalwahl am 6. März 2016 traten sie dann aber unter dem politischen Dach von Bündnis 90/Die Grünen an.

Möglicherweise verwirrten sie damit ihre Wähler von 2011, denn das Ergebnis fiel mit einer Halbierung der Stimmen ernüchternd aus. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass mancher Grünen-Sympathisant die Zusammenarbeit mit den Christdemokraten nicht goutierte. Die Ökopartei kam vor fünf Jahren jedenfalls auf nur noch 6,4 Prozent und fiel damit deutlich hinter die Freien Wähler zurück.

Momentan wechselnde Mehrheiten im Stadtparlament

Nach der Kommunalwahl 2016 kam es zu einer Zusammenarbeit der beiden stärksten Parteien. Mit insgesamt 29 Mandaten (CDU 15, SPD 14) verfügte die Große Koalition über eine deutliche Zweidrittelmehrheit. Nachdem das Bündnis nach der Wahl des unabhängigen Kandidaten Benjamin Schaaf zum neuen Ersten Stadtrat im vergangenen Herbst zerbrach, herrschen im Selbolder Stadtparlament momentan wechselnde Mehrheiten.

Derzeit sieht es so aus, als ob die vier Parteien und die Freien Wähler ohne eine Koalitionsaussage in den bald beginnenden Wahlkampf gehen würden. Erklärtes Ziel sowohl von CDU als auch SPD ist es, stärkste Fraktion zu werden. Die Sozialdemokraten hatten diesen Status zuletzt bis 2001 inne, ehe ihnen die CDU den Rang dauerhaft abjagen konnte.

Von Lars-Erik Gerth

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