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"Café Topolino": Bleibt der Oldtimer in Selbold?

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Die Bäckerei Moos wird das „Café Topolino“, die Filiale der insolventen Stadtbäckerei Lindenmayer, ab Montag, 16. Januar, übernehmen. Inhaber Hartmut Moos (Bild) verhandelt über den Verbleib des dort ausgestellten, markanten Fiat 500, genannt Topolino. Foto: Habermann
Die Bäckerei Moos wird das „Café Topolino“, die Filiale der insolventen Stadtbäckerei Lindenmayer, ab Montag, 16. Januar, übernehmen. Inhaber Hartmut Moos (Bild) verhandelt über den Verbleib des dort ausgestellten, markanten Fiat 500, genannt Topolino. Foto: Habermann

Langenselbold. Die Zeit der Unsicherheit für die Belegschaft der Stadtbäckerei Lindenmayer ist vorbei: Das "Café Topolino" an der Ringstraße in Langenselbold wird ab Montag, 16. Januar, von der Bäckerei Moos GmbH aus Aßlar betrieben. Außer den Farben ändert sich fast nichts. Ob der Topolino in der Filiale bleibt, ist unklar.

Von Rainer Habermann

Der Übergang von der insolventen Stadtbäckerei Lindenmayer soll unterbrechungsfrei erfolgen, „on the fly“ gewissermaßen. Die Lindenmayer-Angestellten bedienen weiter, auch das Inventar wird weitgehend dasselbe bleiben.Und der markante Fiat Topolino mit dem Baujahr 1938, der Oldtimer, der dem Café seinen Namen gibt? Wird der auch bleiben? „Wir stehen noch mit dem Eigentümer des Schätzchens in Verhandlungen“, sagt der neue Geschäftsführer und Inhaber der Kette, Hartmut Moos.Oldie ist Privateigentum Wie unsere Zeitung berichtete, hatte seine Firma die Langenselbolder Lindenmayer-Filiale aus der Insolvenzmasse erworben und wird sie auch weiter betreiben. Der Oldie hingegen steht im Privateigentum der Seniors, Gottfried Lindenmayer, und stellt lediglich eine Art Leihgabe an das (insolvente) Unternehmen seines Sohnes, Ralph Lindenmayer, dar. Dies bestätigte die Insolvenzverwalterin, die Offenbacher Rechtsanwältin Silvia Lackenbauer, auf unsere Anfrage hin.„Doch auch wenn wir uns nicht einig werden, überlegen wir, einen ähnlichen Topolino irgendwo aufzutreiben und auszustellen“, meint Moos. Denn ein solches (Vorkriegs-)Auto hat nicht jeder, zumal es dem Bäckermeister Moos standesgemäß erscheinen dürfte. Der Topolino, der das Selbolder Café ziert, gehörte einst nämlich einer italienischen Bäckerei.Erstzulassung am 18. Dezember 1938Erstmals zugelassen wurde der Fiat Topolino, Namensgeber des Cafés, am 18. Dezember 1938 auf die Ehefrau eines Bäckermeisters namens Giuseppe Tattarlotti aus Bari. Bis zum Kriegsende 1945 blieb das eigentlich Fiat 500 A heißende, 13 PS starke und immerhin 85 km/h schnelle Gefährt im Besitz des Bäckers („Topolino“ ist im Übrigen der Spitzname des Fiat und bedeutet übersetzt „Mäuschen“).Er fuhr weitere 30 Jahre auf italienischen Straßen, bevor es in eine liebevolle Restauration ging. So, wie er dann im Sommer 2004 vom Bad Orber Bäckermeister Gottfried Lindenmayer erworben wurde und bis heute im Langenselbolder Café steht.

Brot, Gebäck, Torten, Kuchen Doch für Moos sind auch andere Dinge als ein Auto wichtig, natürlich. Er selbst hatte bereits mit zehn Jahren seinen Traumberuf entdeckt, wie er sagt: Er wollte Bäcker werden wie andere Polizist, Pilot, Rennfahrer, Arzt.Nach der Bäckerlehre ging es dann auf eine Rundreise durch die verschiedenen Regionen: „Ich wollte erfahren, wie Brot, Gebäck, Torten, Kuchen woanders schmecken“, erzählt er seine Geschichte."Gewisse Regionalität"Kaum Meister geworden, kam die erste eigene Bäckerei in Wetzlar, die er aus Altersgründen aufgab. Heute sind daraus über zwei Dutzend Filialen geworden, alleine zehn in Wetzlar, fünf in Gießen, und die jüngste in Altenstadt in der Wetterau.„Alles mit einer gewissen Regionalität. In einem Radius von rund einer halben Stunde um die Zentrale sollten die Filialen liegen. Damit alles frisch rein kommt“, erläutert Moos.Feier soll später folgenVon außen wie auch im Inneren wird sich am Langenselbolder „Café Topolino“ wenig ändern, außer den Farben. Die neue Bäckerei bevorzugt Grün („Grün ist Hoffnung, Natur und Natürlichkeit“, so Moos), Vanille- und Aubergine-Töne.Das Logo lautet: „Ohne Moos nix los“, mit einem strahlenden Bäcker und seinem typischen Hut. Der Betrieb soll reibungslos und ohne Auszeit weiterlaufen, ein großer „Relaunch“, eine Feier unter neuem Namen, soll später erfolgen.

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