Das Planungsgebiet (gelb umrandet) für den „Businesspark Langenselbold West“, von der L3445 (oben) entlang der A45 (rechts) bis zum Wirtschaftsweg Erlensee-Langenselbold (unten) Foto: PM/Repro Habermann

Langenselbold

Businesspark beschlossen - Vereinbarung steht

Langenselbold/Erlensee. Am Montagabend die Stadtverordnetenversammlung bei einer Gegenstimme und wenigen Enthaltungen den Businesspark Langenselbold West auf den Weg gebracht. Damit steht nunmehrfest, dass die Firma „24 Real Estate GmbH“ aus Regensburg die Möglichkeit bekommt, auch kommunale Flächen anzukaufen und zu entwickeln.

Von Rainer Habermann

Die Überplanung und Erschließung wird im Rahmen einer städtebaulichen Vereinbarung geregelt. Die Entscheidung für den Businesspark jenseits der Autobahn ist unter anderem deshalb so bedeutsam, weil mit ihr gewissermaßen auch ein Schulterschluss zu den Planungen der Stadt Erlensee erfolgt.

Deren Gewerbegebiete reichen an die Flächen der Firma 24-RE und der Stadt Langenselbold westlich der A45 unmittelbar heran. Weiter im Süden, auf Erlenseer Gemarkungsgebiet, soll sich später das Zentrallager von „Lidl“ ansiedeln.

Nur eine GegenstimmeEine Diskussion zu diesem ersten inhaltlichen Tagesordnungspunkt erfolgte im Stadtparlament nicht. Auf Anraten des Ältestenrats wurde der Beschluss ohne Aussprache gefasst. Die Nein-Stimme kam vom Freie Wähler-Mitglied Mike Mutterlose, die restliche FW-Fraktion votierte für die Magistratsvorlage.

Mutterlose begründete seine Entscheidung im Anschluss an die Sitzung gegenüber unserer Zeitung damit, dass er „eine zu hohe Verdichtung der Bebauung, ein zu nahes Heranrücken an die Wohnbebauung, und ein zu hohes Verkehrsaufkommen in diesem Bereich“ befürchtet.

Freien Wähler sprachen sich gegen Selbolder Planungsbüro ausDie FW sprachen sich – sodann geschlossen – gegen eine Auftragsvergabe an das Langenselbolder Planungsbüro Egel aus, ein anderes Gewerbegebiet betreffend („Gewerbepark Langenselbold West“ diesseits der Autobahn, aus Langenselbolder Sicht).

Hier stand insbesondere der Magistrat und explizit Bürgermeister Jörg Muth (CDU) in der Kritik von FW-Redner Jürgen Heim, der mit harschen Worten die freihändige Vergabe der Planungsleistungen an das Langenselbolder Büro kritisierte, obwohl in einem „Interessebekundungsverfahren“ insgesamt – wie auch Muth bestätigte – elf Ingenieurbüros ein solches Interesse geäußert hätten. Muth begründete die Entscheidung des Magistrats mit dem „großen Vertrauensverhältnis über mehr als 20 Jahre“ zum Büro Egel, dessen hervorragenden auch „künstlerischen Leistungen in der Vergangenheit, und der Tatsache, dass dieses Büro auch mit den Planungen von umliegenden Kommunen, beispielsweise Erlensee (Fliegerhorst), sehr vertraut und beauftragt sei.

Egel hatte ebenfalls das Städtebauliche Gesamtkonzept für die Erlenseer und Langenselbolder Gewerbeflächen dies- und jenseits der A45 gefertigt.

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