Rund 500 Steine hatten rund 100 Flashmob-Teilnehmer gestaltet. Sie wurden gestern Abend anlässlich des Valentinstages im Selbolder Schlosspark ausgesetzt. Foto: Axel Häsler

Langenselbold

Bunte Steine im Schlosspark: Ungewöhnlicher Flashmob in Selbold

Langenselbold. Viele, viele bunte Steine wurden am Valentinstag im Selbolder Schlosspark ausgesetzt. Einer schöner als der andere. Auch wahre Kunstwerke waren dabei. Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Flashmob hatte Birgit Thies.

Von Axel Häsler

Sie ist eine der Gruppenmoderatorinnen der Facebook-Gruppe „MKK #KinzigSteine“ , die selbst immer wieder die schönsten Motive kreiert. Aber auch zahlreiche Kinder kamen gestern mit ihren bunten Steinen und legten sie im großen Steinkreis in der Mitte des Parks ab.

Idee soll aus England stammen

„Ursprünglich soll die Idee mit den bunten Steinen aus England stammen. Steine, die mit Zeichen versehen waren, hätten vor Gehöften und Häusern gelegen. Unscheinbar für normale Menschen, jedoch für Bettler ein Kommunikationsmittel, um unauffällig Gleichgestellten mitzuteilen, wo es sich lohnt, nach einer Mahlzeit zu fragen“, berichtet Birgit Thies über einen mögliche Ursprung der bunten Steine.

Ob diese Geschichte allerdings stimmt, weiß Thies nicht. „Aber dass es eine wunderbare Beschäftigung ist, kann ich bestätigen. Ich warne jedoch jeden, der es mal ausprobieren möchte. Es besteht absolute Suchtgefahr“, spricht sie aus eigener Erfahrung.

Steine werden ausgesetzt und sollen Freude schenken

Per Zufall sei sie in Facebook auf die Gruppe Kinzigsteine gestoßen. „Ein sehr schön gestalteter Stein war Anlass, der Gruppe beizutreten, um auch all die anderen Kunstwerke zu betrachten. Besonders die Idee, diese Steine auszusetzen und dem Finder damit eine kleine Freude zu machen, fand ich persönlich sehr schön. Wenn sich der Finder dann noch auf Facebook meldet, sich bedankt und seine Freude über den Fund mitteilt, finde ich das immer sehr herzlich“, ist Birgit Thies die Begeisterung für die Kinzigsteine anzuhören.

Die Steine wurden liebevoll und aufwändig bemalt. Foto: Axel Häsler

Manche Finder wollen ihre Schätze behalten, was natürlich auch erlaubt ist, andere erfreuen sich ein paar Tage daran und setzen den Stein für den nächsten Finder wieder aus. Mit ein wenig Glück gibt es einen Tipp, wo er zu finden ist. Und manche Steine werden heute auch schon im weit entfernten Ausland ausgesetzt. Die Fotos davon kann man dann auf der Facebook-Gruppenseite finden, wie Thies berichtet.

Über 100 Steinemaler aus der ganzen Region kommen

Mit dem Flashmob im Schlosspark wollten die Administratorinnen einmal die Mitglieder aus dieser Facebook-Gruppe persönlich zusammenbringen, denn die wenigsten haben sich schon außerhalb der sozialen Medien kennengelernt. Dieses Vorhaben ist auch gelungen. Über 100 Steinemaler aus der Region mit etwa 500 Steinen kamen am Abend in die Gründaustadt.

Neben dem Austausch untereinander gab es für jeden auch noch eine kleine Belohnung. Paolo Pezzutto vom Eiscafé Paolo undamp; Riccarda hatte 1000 Eis-Gutscheine vorbereitet, die die Administratorin Doris Roth von der Steinegruppe an die Teilnehmer des Flashmobs verteilte. Bereits im vergangenen Jahr hatte Paolo Pezzutto eine tolle Aktion initiiert. Jeden Stein, der bei ihm im Eissalon abgegeben wurde, belohnte er mit einer Kugel Eis. Nachdem er sich an den Steinen erfreut hat, wurden sie dann von ihm wieder in Selbold ausgesetzt.

Birgit Thies hatte die Idee zu der ungewöhnlichen Aktion in Langenselbold. Foto: Axel Häsler

Die meisten Steine fanden noch neue Besitzer. Denn jeder der einen Stein mitgebracht hatte, durfte sich dafür einen anderen mitnehmen. Doch einige Steine kann man bestimmt auch noch heute im Schlosspark finden.

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