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Bauhof-Leiter befürchtet Streusalz-Engpass in Selbold

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Besorgt, dass die gelagerte Menge an Streusalz nicht reicht: Klaus Schmalz, Leiter des städtischen Bauhofs. Foto: Habermann
Besorgt, dass die gelagerte Menge an Streusalz nicht reicht: Klaus Schmalz, Leiter des städtischen Bauhofs. Foto: Habermann

Langenselbold. Reichen 50 Tonnen Streusalz, um die Langenselbolder Straßen und Wege befahr- und begehbar zu halten? Der Leiter des städtischen Bauhofs, Klaus Schmalz, hat da seine Zweifel. Er befürchtet einen Streusalz-Engpass

Von Rainer Habermann

Irgendwo zwischen Hoffen und Bangen hängt zurzeit der Leiter des städtischen Bauhofs, Klaus Schmalz: Wird das eingelagerte Streusalz ausreichen, um die Langenselbolder Straßen und Wege befahr- und begehbar, vor allem aber eisfrei zu halten? 50 Tonnen davon, eingelagert im Silo auf dem Wertstoffhof, klingen erst einmal beruhigend. „Es könnte eng werden“, sagt jedoch Schmalz.

Es könnte eng werden mit dem Streusalz, wenn ein ähnlicher Wintereinbruch bevorsteht wie etwa in den Jahren 2010 oder 2012. „Bisher hatten wir ja erst ein paar einzelne Tage mit recht wenig Schnee, an denen wir räumen und streuen mussten“, resümiert der Chef des Bauhofes, der mit dem Winterdienst beauftragt ist, die vergangenen Wochen.Handel ist gerüstet„Dennoch wurden bei zwei Streurunden gut 18 Tonnen verbraucht“, relativiert er die vorhandene Masse an Streugut in dem riesig anmutenden Silo. „Wenn es extrem schneit, und vor allem, wenn sich Glatteis bildet, über mehrere Tage hinweg immer wieder: Dann reichen unsere Streusalzvorräte lediglich über drei Tage hin“, wagt er eine vorsichtige Prognose.Und dann? Nun ja, Streusalz lässt sich nachkaufen und recht schnell nachliefern, der Handel ist gerüstet. Ist er das wirklich? Denn auch wenn ein Journalist der „Welt“ (Hans Zippert) über den wirklich harten Winter 2010 satirisch schrieb: „Vor allem aber gehen uns die Superlative aus. Es war der härteste, kälteste, früheste und überraschendste Wintereinbruch seit Beginn der hysterischen Wintereinbruchsberichterstattung“, hatte es damals Lieferengpässe gegeben.Horrende Preise 2010Die FAZ vermeldete am 28. Dezember 2010: „In immer mehr Städten und Gemeinden der Region werden die Streusalzbestände knapp. Schon vor Weihnachten war das Salz in einigen Kommunen restlos aufgebraucht.“ Damals knickte auch der Handel ein: Wenn Salz lieferbar war, dann zu horrenden Preisen. Statt rund 55 Euro wurden bis zu 470 Euro und mehr pro Tonne aufgerufen, erklärte damals ein Sprecher der mit dem Winterdienst beauftragten Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES).Das befürchtet auch Schmalz: Dass die eingelagerten Mengen nicht reichen und die Preise für Streugut kräftig steigen. Aber ist er deshalb ein Rufer in der Wüste? Ganz sicher nicht. Der langjährige Mitarbeiter der Stadt und heutige Leiter des Bauhofs weiß, wovon er spricht.Fundament für neues Silo gegossenDenn beispielsweise im Jahr 2010 gab es in der Gründaustadt noch Reserven: Im damaligen Bauhof an der Ringstraße lagerten 200 Tonnen Salz in einer Halle. Die gibt es heute nicht mehr, sie ist mitsamt der kompletten Feuerwache und dem kompletten Bauhof dem Innovationszentrum gewichen.Schmalz sieht natürlich auch die Vorteile des erfolgten Geländeverkaufs durch die Stadt, des Umzugs an den Kinzigsee. Aber er gibt zu bedenken: „Wir haben hier am neuen Bauhof bereits die Fundamente für ein zweites Silo gegossen. In einem normalen Winter verbraucht der Bauhof rund 200 Tonnen Salz, in einem Rekordwinter über 700. Bei gut 20 000 Euro Investition in ein neues, zweites Silo wären wir auf Eventualitäten vorbereitet, hätten weniger Nachschubprobleme – zugunsten der Bürger.“Bauhofchef will sicher gehenDie geschätzte Lebensdauer: „25 Jahre. Das alte hält bereits 15 Jahre“, sagt Schmalz. Der Bauhofchef will sicher gehen – und das muss er auch.Denn er ist mit seinem Team, bestehend aus neun Bauhofmitarbeitern – darunter Schmalz selbst – verantwortlich für den Winterdienst auf nahezu allen öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen in Langenselbold. Mit Ausnahme von Ravolzhäuser, Friedrich-, Hanauer und Gelnhäuser Straße. Die fallen in die Zuständigkeit von Hessen mobil als Straßenverkehrsbehörde.Zwei Großfahrzeuge Und mit Ausnahme der Autobahnen: Hier ist die Autobahnmeisterei verantwortlich, auch für den Winterdienst. „Die Autobahnpolizei hat uns in vergangenen Wintern großartig unterstützt“, lobt Schmalz. „Aber irgendwann musste die natürlich auch sagen: 'Wir haben selbst kein Salz mehr'.“Der Bauhof verfügt über zwei Großfahrzeuge für den Straßen-, Streu- und Räumdienst, einen Fendt-Traktor und einen Unimog. Drei weitere, kleinere Traktoren ergänzen den Bestand für die städtischen Liegenschaften, die Rad- und Fußwege. Ein zusätzliches Fahrzeug steht, mit drei Mann besetzt, für Kindergärten und Spielplätze zur Verfügung: und für überall dort, wo Handarbeit gefragt ist, wo die Maschinen nicht hinkommen.Immer in BereitschaftSieben Tage die Woche ist das hochmotivierte Team in Bereitschaft. Wenn es ernst wird, rücken die Männer montags bis freitags von vier Uhr morgens bis 22 Uhr abends aus, samstags und sonntags von sechs bis 21 Uhr. Neben ihren regulären Jobs im Bauhof, wohlgemerkt. Und bei Blitzeis: „Da gilt die Rufbereitschaft rund um die Uhr“, so der Bauhofchef.Die Wetterprognose trifft viermal täglich im Computer ein: professionell vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. „In den kommenden Tagen wird es frostig kalt, bis zu minus elf Grad“, sagt Schmalz aufgrund der Wetterprognosen voraus. „Schlimm könnte es ausgehen, wenn es milder wird und gleichzeitig schneit oder regnet. Hoffentlich reicht das Streusalz dann.“

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