Die Tage von Aldi in der Kinzigstraße (links) sind gezählt: Der Discounter wird nur einen Standort in der Stadt haben. Der Markt soll künftig sein Domizil im Gesundheitszentrum haben. Der neue Aldi kommt im Erdgeschoss des oberen Traktes unter und ordnet sich optisch dem Ensemble unter. Fotos: Axel Häsler/PM

Langenselbold

Aldi in Langenselbold tauscht Standorte

Langenselbold. Die Langenselbolder Aldi-Filiale an der Kinzigstraße wird geschlossen. Ein neuer Aldi-Markt wird stattdessen im geplanten Gesundheitszentrum am Feuerwehrkreisel eröffnet.

Von Torsten Kleinerüschkamp

Das neue Zentrum soll im vierten Quartal 2021 eröffnet werden. Dies teilte Investor Wolfgang Herdt (Vital AG, Mainaschaff) bei der Bürgerversammlung der Stadt Langenselbold in der Klosterberghalle mit.„Das Angebot an Einzelhandelsfläche von Aldi wird durch die neue Maßnahme Gesundheitszentrum eher verkleinert“, so der frühere Bauamtsleiter der Stadt.

„In Rodenbach entsteht im Einkaufszentrumsbereich von Rewe – ehemals Toom-Markt – eine völlig neue Situation“, erklärte er. Dort werde der Rewe verkleinert, und Aldi werde eine weitere Filiale in Rodenbach errichten.

Durch diese weitere Filiale in Rodenbach gibt es eine Verlagerung von Einkaufsströmen. Egal, welches Projekt zuerst realisiert ist, ob es das Gesundheitszentrum oder Rodenbach ist: Aldi werde beide Objekte beziehen. „Der Aldi am Stadteingang von Langenselbold an der A 66 wird dann schließen“, sagte Herdt.

1000 Quadratmeter Verkaufsfläche

Im neuen Langenselbolder Gesundheitszentrum wird Aldi über eine Verkaufsfläche von 1000 Quadratmeter verfügen. Die Filiale an der Kinzigstraße hat eine Verkaufsfläche von 1100 Quadratmeter. Das Angebot von Aldi in Langenselbold werde sich sogar um 100 Quadratmeter verringern.

Bei Aldi komme eine neue Art der Innenarchitektur zum Tragen. Die Innenhöhe des Marktes werde weitaus höher sein. Die Stadt hat laut Herdt eine ganz klare Auflage, was die optische Gestaltung eines Aldi-Marktes gibt. Selbst die derzeitige Architektur moderner Aldi-Märkte, die schon meilenweit weit weg sei von „den üblichen Feldscheunen“, sei in Langenselbold nicht genehmigungsfähig.

Der Aldi-Markt müsse sich in das optische Erscheinungsbild des Gesundheitszentrums einfügen und werde eine architektonische Einheit mit dem Gesamtgebäude bilden.

Das gesamte Gebäude soll zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss bieten. 5500 Quadratmeter sollen im ersten Bauabschnitt belegt werden. Die Gesamtgebäudelänge der beiden Kubaturen beträgt 111 Meter. Die Tiefe beträgt 36 Meter. Diese Verteilung ist laut Herdt wie folgt vorgesehen:

Im Erdgeschoss:

  • Café mit Wartebereich
  • Apotheke
  • Sanitätshaus
  • Pflegedienst
  • Podologe
  • Aldi

Im ersten Geschoss:

  • Gemeinschaftspraxis von Katrin Fitzler
  • Pflegedienst
  • Weitere Arztpraxis

Im zweiten Obergeschoss:

  • Physiotherapie
  • Weitere Flächen mit einer Größe von 1100 Quadratmetern für Ärzte

Erwerb im Frühjahr 2020

Der Erwerb des rund 14 000 Quadratmeter großen Grundstücks soll im Frühjahr 2020 erfolgen. Erst mit der Rechtskraft des Bebauungsplanes könne die Stadt Langenselbold der Vital AG das Grundstück verkaufen. Dies werde im Frühjahr des nächsten Jahres der Fall sein. „Wir können erst ab diesem Zeitpunkt den Kaufvertrag mit der Stadt definitiv schließen“, so Herdt.

Der Baubeginn soll im Juni 2020 sein. Für das 20 Millionen Euro teure Projekt rechnet der Investor mit einer Bauzeit von von eineinviertel Jahren. Als früheste Fertigstellung steht der Oktober 2021 im Raum. „Wenn es Weihnachten 2021 zur Eröffnung kommt, dann wären wir alle sehr froh“, sagte der Investor, der ebenfalls Planer und Architekt ist.

Herdt sprach weiter von einer Optionsfläche, die die Vital AG in direkter Nachbarschaft kaufen könnte. „Da wir schon mehrere Gesundheitszentren projektiert und gebaut haben, wissen wir genau, wie schnell es eine weitere Nachfrage gibt, wenn ein solches Gesundheitszentrum dieser Qualität seinen Betrieb aufnimmt.“

Die weitere Optionsfläche hat eine Größe von fast 8000 Quadratmetern. Nach dem Zustandekommen des Kaufvertrages für das Gesundheitszentrum soll die Vital AG eine dreijährige Option zugebilligt bekommen, diese Fläche ebenfalls kaufen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema