So soll die Halle einmal aussehen: Diese Computervisualisierung zeigt die Logistikhalle mit einer Größe von vier Fußballfeldern im Bildvordergrund, direkt neben der Autobahnraststätte Langen-Bergheim. Computermontage: Dietz AG

Hammersbach

Richtfest für riesige Logistikhalle in Gewerbegebiet Hammersbach

Hammersbach. Gut ein halbes Jahr nach Baustart hat der Projektentwickler Dietz AG aus Bensheim am Mittwoch Richtfest für seine erste Logistikhalle im interkommunalen Gewerbegebiet Limes gefeiert.

Von Jan-Otto Weber

Als Mieter will das französische Unternehmen ID Logistics hier ab Sommer 2019 auf einer Fläche von vier Fußballfeldern angelieferte Artikel sortieren, verpacken und versenden. „Für wen wir hier in Hammersbach tätig sein werden, dürfen wir noch nicht verraten“, erklärte Sven Schürer, Vertriebsleiter ID Logistics, gegenüber dem HANAUER ANZEIGER. Fest stehe jedoch, dass das Unternehmen bis 2020 etwa 500 Arbeitsplätze schaffen wolle – vom Staplerfahrer, Kommissionierer und Verpacker bis hin zum Projektmanager, Prozessingenieur oder IT-Techniker.„Wir brauchen eine ÖPNV-Anbindung und hoffen auf die Unterstützung bei der Suche nach Arbeitskräften“, so Schlüter in Richtung der Politik, die neben den Bürgermeistern der Zweckverbandskommunen Hammersbach, Büdingen und Limeshain auch durch den Ersten Beigeordneten des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain Rouven Kötter sowie Landrat Thorsten Stolz vertreten war. „Wir sind an weiteren Hallen an dem Standort interessiert, der unser größter im Rhein-Main-Gebiet ist. Durch die Nähe zum DHL-Zentrum in Obertshausen werden von hier aus in Zukunft auch Lieferungen noch am selben Tag der Bestellung möglichsein.“Dietz-Aufsichtratsvorsitzender Lothar Klemm zeigte sich vor den 60 Gästen aus Politik, Wirtschaft und der Baubranche stolz darauf, mit ID Logistics ein europäisches Spitzenunternehmen der Branche als Ankermieter nach Hammersbach gebracht zu haben. „Das vermittelt Strahlkraft für den Logistikpark Frankfurt Nord-Ost“, so Klemm. „Bisher waren wir unter dem Radar der Branche unterwegs, weil zwar jeder Kelsterbach, aber bisher niemand Hammersbach kannte.“ Die Dietz AG, die sich über einen städtebaulichen Vertrag mit dem Zweckverband bereits die Kaufoption für zusätzliche Flächen im Falle einer Gebietserweiterung gesichert hat, wird am Ende der bisher vorgesehenen vier Bauabschnitte über Hallenflächen von 210 000 Quadratmetern verfügen. „Wir wollen vom kommunalen Gewerbegebiet zum Logistikpark durchstarten. Der Standort Hammersbach wird dann eine wahrnehmbare Größe im Rhein-Main-Gebiet und auchim Portfolio der Dietz AG sein.“Der frühere hessische Wirtschaftsminister ließ Landrat Stolz wissen, dass er sehr erfreut darüber wäre, wenn der zweite Bauabschnitt mit weiteren 40 000 Quadratmetern noch in diesem Jahr genehmigt würde. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2019 beginnen. Und an den Regionalverbandsvertreter Rouven Kötter appellierte er, den Standort bei der Flächennutzungsplanung entsprechend zu berücksichtigen. „Dieser Standort direkt an der Autobahn schreit geradezu danach, etwas Ordentliches daraus zu machen.“Hammersbachs Bürgermeister Michael Göllner bestärkte diese Forderung aus Sicht des Zweckverbands. „Wirtschaft braucht Fläche. Es muss auch bei der Regionalplanung klar sein, dass hier immerhin drei Kommunen ihre Bestrebungen konzentrieren. Natürlich müssen wir die öffentliche Diskussion über Flächenverbrauch führen. Aber wir haben hier die Chance, durch die Schaffung von wohnortnahen Arbeitsplätzen auch die Werthaltigkeit im ländlichen Raum zu sichern.“Landrat Thorsten Stolz reagierte mit Humor auf die charmant vorgetragenen Forderungen. „Man hat noch nicht einmal drei Worte gesagt, da bekommt man hier in Hammersbach schon Hausaufgaben aufgetragen.“ Den Wunsch nach einer schnellen Baugenehmigung nehme er ebenso mit wie die Forderung eines ÖPNV-Anschlusses, wobei dies in Zusammenarbeit mit den drei Kommunen und dem Wetter‧aukreis besprochen werden müsse.Was die Qualifizierung und Suche nach Arbeitskräften betreffe, wolle er einen Kontakt zum Kommunalen Center für Arbeit herstellen. „Allerdings haben wir hier ein Luxusproblem“, so Stolz. „Denn mit nur vier Prozent Arbeitslosigkeit haben wir im Main-Kinzig-Kreis beinahe Vollbeschäftigung.“

Das könnte Sie auch interessieren