Stolz auf ihren Mut und das Gelernte: Beim großen Finale, das die Kinder auch schon im Vorfeld geprobt haben, können sich die kleinen Artisten unter dem tosenden Applaus der 300 Zuschauer feiern lassen. Foto: Jasmin Jakob

Hammersbach

Projektwoche an der Lindgren-Schule: Kinder schnuppern Zirkusluft

Hammersbach. Schon von Weitem ist es zu sehen: das Zirkuszelt, das in dieser Woche auf der Wiese neben der Astrid-Lindgren-Schule steht und während der Schulzeit mit lauter Musik auf sich aufmerksam macht.

Von Jasmin Jakob

Und wo ein Zirkuszelt ist, da sind auch die Artisten nicht fern: Auf dem Schulhof, in den Klassenzimmern und natürlich in der Manege bereiten sich 150 Grundschulkinder auf ihre großen Auftritte heute und morgen vor. Binnen einer Woche wurden sie in der Zirkusprojektwoche zu verblüffenden Zauberern, lustigen Clowns, eleganten Seiltänzerinnen, wagemutigen Fakiren, starken Akrobaten und rhythmischen Schwarzlichtkünstlern.

Den neunjährigen Salvatore zum Beispiel beeindrucken am meisten die Fakire: „Das was die machen, hat am meisten Action und ich wollte ausprobieren, ob es wirklich nicht weh tut, über Scherben zu laufen, sich auf ein Nagelbrett zu legen oder eine brennende Fackel über die Haut zu streifen“, sagt er. Natürlich werden die Kinder bei allen Kunststücken zusätzlich von vier professionellen Zirkuspädagogen von der Freien Pädagogischen Initiative begleitet, damit sich keiner verletzt. Aber so viel steht fest: Es wird spektakulär!

Humoristische Einlagen

Am vergangenen Freitag haben die Kinder zusammen mit Eltern und Pädagogen das große Zelt aufgebaut – und es waren auch die engagierten Eltern, die das Programm zuerst in einem Schnellkurs einstudierten. Denn am Montag führten sie es gemeinsam mit den Lehrern, die sie bei der Betreuung der jungen Artisten unterstützen, vor allen Schülern auf. Jedes Kind sollte einen Eindruck von den verschiedenen Rollen bekommen und konnte sich dann für eine Gruppe entscheiden.

Die neunjährige Lia möchte ihr Publikum mit humoristischen Einlagen begeistern: „Die Clowns haben so lustige Ideen, da muss man einfach lachen“, erzählt sie begeistert. Auch Michelle war zuerst in der Gruppe der Clowns, wollte dann aber lieber „etwas cooleres“ machen, wie sie sagt – jetzt ist sie Akrobatin, übt am Trapez und gehört zur Spitze der menschlichen Pyramiden, die sie seit Tagen einstudieren.

300 Zuschauer werden jeweils heute und morgen in vier Vorstellungen um die Manege herum sitzen. Da ist es kein Wunder, dass Michelle und ihre Mitschüler schon etwas aufgeregt sind: „Wenn man vor einem riesigen Publikum steht, dann bekommt man natürlich schon Gänsehaut“, gibt sie zu. „Aber am Ende kann man stolz auf sich sein.“

Fester Bestandteil des Schullebens

Darin sieht auch Carmen Nickel-Hammer, die Schulleiterin der Astrid-Lindgren-Schule, den Mehrwert der Projektwoche: „Es ist eine wunderbare Sache, wenn Kinder sich in ihrer Verkleidung neu erleben und mitbekommen, wie sie ihr Publikum begeistern können.“ Jede Schülergeneration darf einmal an dem Projekt teilnehmen, das seit 2004 knapp alle vier Jahre an der Schule angeboten wird.

Seitdem sei der Zirkus laut Nickel-Hammer ein fester Bestandteil des Schullebens, der verdeutliche, „dass Schule nicht nur Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen bedeutet“. „So schnell wie bei diesem Projekt wachsen Gruppen selten zusammen und die Kinder erinnern sich noch lange nach ihrer Grundschulzeit an dieses Projekt zurück“, sagt Nickel-Hammer und lobt die 30 freiwilligen Helfer aus der Elternschaft und die Sponsoren, ohne die dieses Projekt nicht zu realisieren sei.

Komplett ausverkauft!

Die Premiere findet heute um zehn Uhr im Zirkuszelt am Köbeler Weg statt. Dort präsentieren die Kinder ihr Programm vor dem Hammersbacher Kindergarten, den umliegenden Schulen sowie einigen Familienmitgliedern. Die drei weiteren Vorstellungen beginnen heute um 17 Uhr und am Samstag um 12 und 15 Uhr. Das Interesse derFamilien war so groß, dass bereits alle Aufführungen ausverkauft sind.

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